Auftakt der Motorradsaison: Polizei setzt Präventionsarbeit fort

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Die Biker genossen sichtlich den Saisonauftakt und die Aussicht auf eine Tour bei strahlendem Sonnenschein.

Schalksmühle - Gleich an zwei beliebten Biker-Treffpunkten auf Gemeindegebiet nutzte die Polizei am Sonntag den Auftakt der Motorradsaison, um auf Unfallgefahren aufmerksam zu machen. Das Ziel: Die Unfallzahlen, die im vergangenen Jahr im Märkischen Kreis und den Nachbarkreisen deutlich angestiegen sind, sollen in der jetzt beginnenden Saison wieder zurückgehen.

Während im Jahr 2014 noch zwei Motorradfahrer bei Unfällen im Märkischen Kreis ums Leben kamen, waren es im vergangenen Jahr fünf Verkehrstote, informierte Andreas Filthaut von der Polizei im Märkischen Kreis. Die Zahl der Leichtverletzten stieg von 95 auf 143, die der Schwerverletzten von 57 auf 71.

Eine mögliche Erklärung für diesen „dramatischen Anstieg“ könnte schlicht das Wetter sein, erklärte Filthaut: Wenn es im Sommer 2014 mehr Regentage gab, seien die Biker auch weniger unterwegs gewesen als 2015. „Aber diese Erklärung allein ist uns zu einfach“, betonte der Polizist, der mit etlichen Kollegen auf dem Parkplatz am Wildgehege Mesekendahl das Gespräch mit Motorradfahrern suchte.

Die Biker für die Gefahren ihres Hobbys zu sensibilisieren, sei gerade zum Saisonstart wichtig, sagte auch Dietmar Trust, Pressesprecher der Polizei im Ennepe-Ruhr-Kreis. Diese hatte an der Glörtalsperre eine Veranstaltung zum Saisonauftakt organisiert. Den Anfang machte Seelsorger Roland Krämer mit einem halbstündigen Motorradgottesdienst unter dem Motto „Wege zu Gott – Stairway to heaven“.

Anders als im Mesekendahl ging es an der Glörtalsperre jedoch nicht allein um Prävention: Die Polizei präsentierte auch die neueste Technik zur Geschwindigkeitsmessung. So ist es mit dem Einseitensensor (Eso) und zwei angeschlossenen Kameras möglich, beide Fahrtrichtungen zu überwachen. Ist ein Motorrad oder Auto zu schnell, lösen beide Kameras aus: Die eine liefert ein Bild vom hinteren Kennzeichen, die andere eines vom Fahrer. Letzteres diene auch bei Motorradfahrern als Beweismittel, denn die Gesichtspartie sei trotz des Helms zu identifizieren, erläuterten die Polizisten.

Wie alle Verkehrsteilnehmer sicher an ihrem Ziel ankommen können, zeigten Vertreter der Kreisverkehrswacht. „Unser Schwerpunkt lautet im Moment: Sicherheit durch Sichtbarkeit“, sagte Pressereferentin Susanne Landsberger. Gerade Motorradfahrer unterschätzten häufig, dass ausschließlich schwarze Kleidung ein Sicherheitsrisiko sei – dasselbe gelte aber auch für Fußgänger, Jogger und Radfahrer.

Die Johanniter waren unter anderem mit einem Rettungswagen vertreten und informierten über ihre Arbeit. Auf Wunsch zeigten sie außerdem, wie ein Motorradfahrer nach einem Unfall zu versorgen ist. „Die erste Regel: Ist der Fahrer bei Bewusstsein, entscheidet er selbst, ob Sie ihm den Helm abnehmen sollen“, erklärte Rettungsassistent Karsten Seggewies. „Ist er bewusstlos, sollten Sie den Helm unbedingt abnehmen. Sonst besteht die Gefahr, dass erbricht, das Erbrochene einatmet und daran erstickt.“ Während ein Helfer den Kopf der Verletzten stütze, könne ein zweiter den Helm entfernen. „Das Ziel ist, eine Bewegung des Kopfes an den Halswirbeln zu verhindern.“

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