Fake News zur Zukunft der Primusschule verbreitet

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Im Rahmen des Schulversuches Primusschule lernen am Schulzentrum Löh Schüler der Jahrgänge 1 bis 10 gemeinsam.

Schalksmühle  - Eine Pressemittelung der SPD-Fraktion im Landtag NRW zur Zukunft der Primusschule sorgte vor dem Wochenende für Verunsicherung bei allen Beteiligten. Vermeldet wurde eine vorzeitige Entscheidung über die Zukunft des Schulversuches. In einer offiziellen Erklärung bezeichnet das NRW-Schulministerium die zitierten Aussagen als falsch.

In der SPD-Mitteilung mit der Überschrift „Warum lässt Frau Gebauer die Primusschulen auslaufen?“ nimmt Eva-Maria Voigt-Küppers, die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag, am vergangenen Freitag Bezug auf einen Medienbericht eines Kölner Redaktionsbüros (der komplette Bericht ist einsehbar). 

Darin ist zu lesen, dass das NRW-Schulministerium vorzeitig beschlossen habe, den Schulversuch Primusschule auslaufen zu lassen. Laut dieses Artikels sei in einer internen Dienstbesprechung den zuständigen Schulleitungen und Dezernenten die Mitteilung gemacht worden, dass „das durchgängige Lernen von Jahrgang 1 bis 10 als Schulmodell 2023 beziehungsweise 2024 nach dem Willen von Ministerin Gebauer auslaufen soll.“ Voigt-Küppers drückte in der Mitteilung ihr Bedauern über diese Entscheidung aus. 

Auf Nachfrage unserer Redaktion bei Bürgermeister Jörg Schönenberg äußerte dieser große Verwunderung über den angeblichen Wunsch der Schulministerin, da er selbst, zusammen mit der Fachbereichsleiterin für Bildung, Anja Wolf, am Freitag in Düsseldorf mit dem zuständigen Staatssekretär und Mitgliedern der Regierung über die Zukunft der Primusschule gesprochen hatte und positiv gestimmt die Heimreise nach Schalksmühle angetreten war. „Wir haben nicht das Gefühl gehabt, dass wir dort vor verschlossenen Türen standen.“ Ihm sei ein Fahrplan zum Jahresende versprochen worden. 

Landtag entscheidet über mögliche Änderungen im Schulgesetz

Am Montag erreichte unsere Redaktion ein Statement des Schulministeriums. Darin heißt es: „Berichte über eine Beendigung des Schulversuchs Primus sind nicht zutreffend, sondern es handelt sich hierbei um Falschmeldungen, die hoffentlich keine Verunsicherung und Unruhe an den betroffenen Schulen und Schulgemeinden auslösen. Das liegt nicht im Interesse der Landesregierung.“ 

Weiter heißt es, dass die Landesregierung keine Veränderung der Regelungen zum Schulversuch im Schulgesetz getroffen habe. „Die Entscheidungen über eine frühzeitige Verlängerung des Schulversuchs kann die Landesregierung auch gar nicht treffen, sondern nur der Landtag, also der Gesetzgeber durch eine Änderung des Schulgesetzes. Der Schulversuch läuft regulär und planmäßig.“ 

Polemik ist gefährlich für Primusschule

Diese Aussage wird sicher die Gemüter in der Gemeinde zunächst einmal beruhigen. Vor allem auf Seiten der Verwaltung wird die Primusschule als Erfolgsmodell gesehen. Bereits am Freitag sagte der Bürgermeister, dass im Zusammenhang mit der Schule Polemik unangebracht und sehr gefährlich sei. Sie nehme negativen Einfluss auf die Entscheidung von Eltern und jungen Lehrkräften bei der Schulwahl. Man wolle sich den Herausforderungen des Wettbewerbs stellen. 

Auch angesichts der Kritik an dem Schulversuch fordert Verwaltungschef Jörg Schönenberg eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema in der Gemeinde. Noch sei es zu früh, valide Zahlen zu Lernerfolgen einzufordern. „Die Primusschule braucht eine faire Chance.“

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