Atemschutzausbilder proben den Ernstfall

SCHALKSMÜHLE – Rauchschwaden quillen am frühen Samstagmittag aus den Fenstern und Türen des Alten Dorfkruges in Hülscheid. Und auch die Feuerwehr ist schon mit schwerem Gerät zur Stelle. Doch einen echten Brand müssen die Wehrmänner nicht löschen.

Denn was wie der Ernstfall aussieht, ist in Wirklichkeit eine Übung – aber eine, die alle Beteiligten mit vollem Einsatz und Ernsthaftigkeit durchführen. 10 Mitglieder der Feuerwehren im Märkischen Kreis, die als Ausbilder Atemschutz tätig sind, testen die neuesten technischen Hilfsmittel, die den Rettungskräften im Brandfall zur Verfügung stehen. „Am heutigen Tag geht es wirklich nur um die Praxis. Wir testen und geben unsere Erkenntnisse dann im zweiten Schritt an unsere Kollegen im Rahmen der Atemschutzausbildung weiter“, erläutert der Nachrodter Gemeindebrandinspektor Michael Kling. Der leitende Kreisausbilder Atemschutz zeigt auf die sogenannte Dortmunder Wanne, die wie eine Schubkarre ohne Radunterbau aussieht und tatsächlich von der Dortmunder Feuerwehr konzipiert wurde – „die Kollegen sind, wenn es um technische Entwicklungen geht, vorne mit dabei“. Und auch im Praxistest schneidet die Wanne gut ab.

Im Verlauf des Tages testen die Wehrmänner Bahren, Traggurte und Co. unter realen Bedingungen. Und auch wenn der Rauch nur Disconebel ist – die Rettungsarbeit mit Atemschutzgeräten ist körperlich und emotional eine echte Herausforderung. „Wir stellen hier die Situation nach, dass ein Kollege während einer Rettung selbst in Not gerät und schnellstens aus dem brennenden Gebäude gebracht werden muss. Das ist eine Situation, die wir leider kennen und die uns alles abverlangt“, erklärt Michael Kling, während seine Kollegen schwer atmend den Geretteten aus dem Dorfkrug schleppen. Der Dummie ist 90 Kilo schwer und eine wahre Last – auch weil die Gurte seines Atemschutzgerätes nicht fest genug angezogen sind. „Im Ernstfall wäre die Rettung heikel geworden. Deshalb müssen wir in den Ausbildungen immer wieder betonen: Auch wenn es euch bei der Arbeit behindert, Kollegen, zieht die Gurte trotzdem stramm – das rettet euch im Ernstfall das Leben“, ziehen die Ausbilder ihr Resümee.

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