Atemberaubendes Tempo und technische Perfektion

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Andreas Schuss und Vanessa Feilen spielten in der Hülscheider Kirche für ein begeistertes Publikum. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Mit den von Martin Luther stammenden Worten „Der schönsten Gaben eine ist die Frau Musica …“ begrüßte Gemeindepfarrerin Doris Korte am Mittwoch die zu dem „kleinen Konzert am Buß- und Bettag“ erschienenen Musikfreunde und das Siegerländer Duo „Windwood“ in der Hülscheider Kirche.

Alle, die dessen Auftritt miterlebten, wurde die Bedeutung dieser Worte im Laufe des Abends immer mehr bewusst: Andreas Schuss und Vanessa Feilen sind begnadete Musiker, die eine Vielzahl von Instrumenten virtuos beherrschen und ihr Publikum zu begeistern verstehen. Immer wieder beeindruckten sie durch die Gabe, eine Vielzahl von Instrumenten in unterschiedlichen Kombinationen erklingen zu lassen: Harfe und Kontrabass, Keyboard und Klarinette oder Saxophon. Häufig setzten die beiden Künstler ihr Publikum durch die Geschwindigkeit in Erstaunen, mit der sie sich von einem Instrument auf das andere einzustellen vermochten. Bei einigen Stücken verstand Andreas Schuss es sogar, zwei Instrumenten (Panflöte und Tasten) gleichzeitig Töne zu entlocken. Folkloristische Klänge aus England, Irland und Schweden, Klassisches wie der „Gefangenenchor“ aus „Nabucco“ und vor allem die teilweise in atemberaubendem Tempo präsentierten Klezmermelodien rissen die Zuhörerinnen und Zuhörer mit.

Das Programm zum Buß- und Bettag, das unter der Überschrift „Neue Horizonte“ stand, war der Jahreslosung 2010 gewidmet: „Euer Herz erschrecke nicht, ! Glaubt an Gott und glaubt an mich“. Auf diese bezogen sich die „Entdeckungen aus dem Buch der Bücher“, die Andreas Schuss mit glänzendem erzählerischen Talent der Gemeinde mitteilte: Mit viel Humor und zum Teil mit ungewöhnlichen Worten schilderte er, wie Jesus Christus seinen Jünger Petrus als „Menschenfischer“ in seine Nachfolge rief und wie dieser die Wunderheilungen Jesu hautnah miterlebte.

Nach dem eindrucksvollen Buß- und Bettags-Erlebnis, für das die beiden Künstler anschließend manches Dankeschön entgegennehmen konnten, war der Beifall so groß, dass noch mehrere Zugaben fällig waren. Erst nachdem das Duo „Windwood“ die Gemeinde zum Mitsingen von Zuccalmaglios bekanntem Lied „Kein schöner Land in dieser Zeit“ eingeladen hatte, klang das Konzert endgültig aus. Manch einer nahm sich noch eine CD von den Künstlern mit nach Hause, die außer in Kirchen und Gemeindehäusern auch in Altenheimen und Krankenhäusern auftreten und ihre Arbeit ausschließlich aus Kollekten finanzieren. Bedauerlich war, dass in der Hülscheider Kirche noch mancher Platz frei blieb. Laut Pfarrerin Doris Korte können sich Musikdfreude auf ein Wiedersehen und -hören im nächsten Jahr freuen. ▪ ih

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