Argentinierin besucht Volmegemeinde

Schalksmühle - Ein Küsschen zur Begrüßung oder doch eher der förmliche Handschlag? Mit den gänzlich anderen Begrüßungsformen der Deutschen tut sich María Emma Argüelles noch etwas schwer. Die 29-jährige Argentinierin lebt im Rahmen eines Austauschprogramms von Rotary International gemeinsam mit vier anderen Landsmännern für vier Wochen in Deutschland.

Während dieser Zeit wohnen die Argentinier für je eine Woche bei Gastfamilien. Eine Station innerhalb ihres Aufenthalts ist für María Emma Argüelles die Volmegemeinde. Hier lebt sie bei Familie Schriever.

Auch wenn jede Familie anders sei, habe sie einen besonderen Unterschied zu ihrem Tagesablauf in ihrer Heimatstadt Buenos Aires schnell herausgefunden, erzählt Argüelles: „Die Deutschen stehen viel früher auf.“ Während für die meisten Argentinier der Tag erst ab 8 oder 8.30 Uhr beginnt, seien die Deutschen zu dieser Zeit meist schon längst bei der Arbeit. „Dafür dauert unser Tag auch meistens länger. Wir gehen zum Beispiel oft erst nach Mitternacht ins Bett und essen auch erst spät zu Abend, so gegen halb zehn“, erzählt die 29-Jährige.

In ihrem Heimatland arbeitet Argüelles bei einer Non-Profit-Organisation für Jugendliche im Bereich Fundraising und Kommunikation. Für das Austauschprogramm bewarb sich die junge Frau vor allem deshalb, weil sie liebend gern fremde Länder erkundet und andere Kulturen kennenlernt. „Als Teenager hab ich zwei Männer beobachtet, von denen einer aus einem fremden Land kam. Dass er als Ausländer in Argentinien lebte, hat mich so begeistert, dass für mich schnell fest stand, dass ich auch einmal in einem fremden Land leben möchte.“

Ihr Traum erfüllte sich mit 18, als Argüelles für ein Jahr als Austauschschülerin in den USA lebte. Als sich nun die Möglichkeit bot, sich für das Rotary-Programm zu bewerben, war sie sich zunächst unsicher, ob es wirklich nach Deutschland gehen sollte. „Ich hatte im Vorfeld nicht die Möglichkeit, einen Deutsch-Sprachkurs zu besuchen. Aber die Verantwortlichen haben mir versichert, dass ich hier auch auf Englisch sehr gut klar komme.“ Das Rotary-Programm richtet sich an junge Berufstätige mit qualifizierter Ausbildung im Alter von 25 bis 40 Jahren. Sie sollen die Möglichkeit erhalten, in andere Unternehmen hineinzuschnuppern und ein fremdes Land kennenzulernen. In Lüdenscheid tauschte sich Argüelles zum Beispiel mit dem Stadtjugendring aus.

Doch auch für die gastgebenden Familien sind die internationalen Gäste ein Gewinn, wie Jan Schriever betont: „Wir nehmen bereits zum fünften Mal jemanden bei uns auf und es ist jedes Mal spannend, was die Gäste zu erzählen haben. Auch unsere Kinder sind immer begeistert, wenn sie Englisch sprechen und den Gästen Löcher in den Bauch fragen können.“ So lernte seine Tochter Mia von María Emma Argüelles bereits die spanische Variante von Schnick-Schnack-Schnuck, auf Spanisch bis 20 zu zählen und sie besuchte mit ihr den Ponyhof um die Ecke.

Für die Argentinierin steht nun noch ein Aufenthalt in Herfort und Hagen sowie ein Kurztrip nach Berlin auf dem Programm. Auch wenn die Deutschen nicht ganz so locker seien, für Argüelles steht schon fest, dass sie gerne wieder kommen möchte.

Von Alisa Kannapin

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