Schalksmühle soll zukünftig Lernort sein

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Den Volmepark und den Rathausplatz mit Leben füllen, das Thema Bildung in allen Bereichen verankern – das sind nur ein paar der Ziele des Arbeitskreises Demografie, die Anja Wolf und Jan Schriever unserer Zeitung vorstellten.

Schalksmühle - Nach den aktuellen Zahlen der Bertelsmann Stiftung stehen vielen Kommunen in NRW keine rosigen Zeiten bevor. Die jungen Menschen ziehen weg, die Bevölkerung wird kleiner und älter. Die Einwohnerzahl von Schalksmühle soll sich bis zum Jahr 2030 um rund 13 Prozent auf 9300 reduzieren. Um die Abwärtsspirale aufzuhalten, beschäftigte sich der Arbeitskreis Demografie der Gemeinde mit Lösungen. Die Maßgabe: Interessanter für die Zielgruppen zu werden.

Mit Hilfe einer Agentur für strategische Kommunikation erstellte der Arbeitskreis einen Leitfaden, der auf der Internetseite der Gemeinde einsehbar ist. Bei den Treffen des Arbeitskreises haben sich zwei Handlungsfelder herauskristallisiert, mit denen die Gemeinde dem demografischen Wandel begegnen möchte: - die Steigerung der Attraktivität des Ortskerns - die Volmegemeinde als Lernort Schalksmühle bekannt machen

„Wichtig war uns dabei, dass die Projekte drei Kriterien erfüllen: Sie müssen finanzierbar und widerspruchsfrei in Bezug auf bestehende Projekte sein, und sie müssen kommunizierbar sein – die Bürger müssen sich also dafür begeistern lassen“, sagt Jan Schriever als Leiter des Arbeitskreises.

Erreichen möchten die Verantwortlichen vor allem die Zielgruppen, die am meisten zur Erfüllung der Handlungsfelder beitragen. „Doch auch die richtigen Zielgruppen zu finden, war anfangs nicht so einfach, weil sie zu allgemein formuliert waren“, erklärt Anja Wolf, Leiterin des Fachbereichs Bürgerdienste.

Im Zuge des Gedankenaustauschs nannten die Mitglieder des Arbeitskreises zahlreiche Zielgruppen: Fachkräfte, junge Familien, Freizeitsuchende. „Andere Kommunen bieten vor allem Aktionen, die das Leben von Älteren attraktiver machen. Uns war aber wichtig, dass die Politik erkennt, dass wir insbesondere etwas für jüngere Menschen anbieten müssen, damit sie bleiben oder sogar zu uns kommen“, sagt Schriever.

Es stellte sich heraus, dass zwei Zielgruppen bei den Nennungen am meisten vorkamen: junge Familien und Erwerbstätige unter 45 Jahren. Schriever: „Und für diese Zielgruppen möchten wir anhand der zwei Handlungsfelder Lernort und Ortskern interessanter werden.“ Das Ziel sei es, durch die Fokussierung eine Chance zu haben, wahrgenommen zu werden.

Lernort Schalksmühle

Die Primusschule ist das Leuchtturmprojekt.

Mit der Primusschule verfüge die Volmegemeinde bereits über ein Leuchtturmprojekt. Doch der Arbeitskreis Demografie versteht unter dem Begriff Bildung nicht nur Schule an sich, sondern auch die Weiterbildung von Erwachsenen. „Wir möchten nicht nur als Lernort für Schüler wahrgenommen werden, sondern auch für andere Generationen“, sagt Wolf. Im Bereich Freizeit können sich Wolf und Schriever beispielsweise vorstellen, Wanderwege oder touristische Highlights mit QR-Code-Tafeln auszustatten. „Die Tafeln können zum Beispiel im Volmepark, an den Haferkästen oder am Bauernhaus stehen und Wissenswertes zur Natur und Sehenswürdigkeiten bieten“, sagt Wolf. Die Entwicklung eines Lern-Wanderpfades ist darüber hinaus ein konkretes Projekt, das demnächst angegangen werden soll.

Wolf: „Der Lernpfad soll auch ein Projekt im Rahmen der Leader-Förderung werden. Der Weg soll Rätselrunden beinhalten, die auch für Kinder geeignet sind. Die Technik funktioniert über das Smartphone und kann daher nach einiger Zeit aktualisiert werden. Junge Familien sollen so animiert werden, rauszugehen und etwas zu unternehmen.“

Ziel des Handlungsfeldes Lernort Schalksmühle solle es generell sein, „an jeder Stelle sinnvolle Informationen zu streuen“, sagt Wolf. Zum Beispiel wolle der gerade gegründete Mensa-Verein der Primusschule künftig über das Thema gesunde Ernährung informieren. „Das betrifft ja nicht nur junge Menschen.“ Darüber hinaus bietet die Bildungsinitiative Schalksmühle Impulsvorträge an. Jan Schriever: „Das nächste Thema wird ,Das perfekte Team‘ lauten. Als Referentin wird eine Expertin für Personalmanagement zu Gast sein und die Veranstaltung ist für sämtliche Einrichtungen, Vereine und Unternehmen interessant, in denen Teamarbeit wichtig ist.“

Im Zuge der Vernetzung mit anderen Kommunen strebt der Arbeitskreis auch eine Kooperation mit der Lüdenscheider Phänomenta an. Des Weiteren sollen beispielsweise das Bauernhaus, die SGV-Abteilungen oder auch der Heimatverein einbezogen werden. Doch auch die Sportszene soll nicht zu kurz kommen. „Wir können uns auch ein Handballcamp vorstellen, bei dem andere von unseren Sportlern auf Bundesliganiveau lernen können“, sagt Schriever, der sich wünscht, dass in ein paar Jahren auf dem Ortsschild von Schalksmühle auch das Schlagwort „Lernort“ zu lesen sein wird.

Attraktiver Ortskern

Im Handlungsfeld Ortskern können die Verantwortlichen unter anderem auf bereits bestehende Projekte zurückgreifen. Durch die Regionale-Förderung werden aktuell der Volmepark und der Rathausplatz modernisiert. Schriever: „Nun sollen die Plätze aber mit Leben gefüllt werden.“

Um den Volmepark lebendiger zu machen, strebt der Arbeitskreis zum Beispiel Patenschaften für Spielgeräte an, um die sich derzeit Gerwart Pätsch kümmert. „Die Patenschaften können zum Beispiel die Kitas übernehmen, die den Park auch künftig während der Betreuung nutzen wollen“, sagt Anja Wolf.

Darüber hinaus soll noch aus Mitteln der Regionale eine Musikanlage für den Park angeschafft werden. „Dann sind zum Beispiel auch Sportkurse unter freiem Himmel im Volmepark möglich“, sagt Schriever. Durch die Kulturlounge „artiS“ werde nun auch im Ortskern ein Treffpunkt für Kunst- und Kulturinteressierte geboten.

Um den Rathausplatz bestmöglich zu nutzen, können sich Schriever und Wolf zum Beispiel eine Mitbring-Party in Weiß vorstellen. Wolf: „Die Aktionen sollen auch eine Strahlkraft entwickeln, die bis in die anderen Ortsteile von Schalksmühle reicht. Wir wollen eine Mitmach-Kultur anregen.“

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