Neue Leitungen

Arbeiten in luftiger Höhe: Neue Stromleitungen für den MK

Strommast Stromleitung Schalksmühle
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In luftiger Höhe arbeiten die Experten an den Stromleitungen.

In vielen Metern Höhe hängen Arbeiter am Strommast, um die Leitungen zu erneuern. Auf mehreren Kilometern Länge ist ein Bereich davon betroffen.

Schalksmühle/Lüdenscheid – Lediglich eine Schneise mitten im Maisfeld an der Kreuzung zwischen Heedfelder Landstraße und Oedenthaler Straße deutet auf die Arbeiten hin, die sich derzeit in luftiger Höhe abspielen. Mitarbeiter der Firma Powerlines erneuern dort derzeit im Auftrag von Enervie Vernetzt, einem Unternehmen der Enervie AG, die Leiterseile der Hochspannungsfreileitung zwischen Stephansohl und dem Umspannwerk an der Heerwiese inklusive der Armaturen und Isolatoren.

Damit der Hochspannungsmast für die Arbeiter und ihre Ausrüstung zugänglich ist, hat der Landwirt in Abstimmung mit der Enervie einen Teil seines Feldes bereits abgeerntet. „Dafür gibt es eine Entschädigung“, weiß Werner Wasmuth. Er begleitet, ebenso wie Alexander Schulze als Betriebsingenieur das Projekt seitens Enervie Vernetzt. Schwere Holzbohlen wurden verlegt, damit Fahrzeuge und Ausrüstung auf das Feld gelangen können. Die Powerlines-Mitarbeiter sind derweil nicht zu sprechen. Sie stehen in rund 30 Metern Höhe, an Seilen gesichert, auf den Querstreben des Masten. Leitern hängen ebenfalls dort oben. Ein zweites Team arbeitet in rund 300 Metern Entfernung.

Arbeiten am Strommast.

Die Seile aus einem Stahlkern, der mit leitfähigem Aluminium ummantelt ist, sind genau auf die jeweiligen Abstände zugeschnitten, erklären die Betriebsingenieure. Mit einem Seilzug, dessen Rollen unten und oben an den Masten befestigt sind, werden die Seile ausgetauscht. Zuerst werden Armaturen und Isolatoren entfernt. Dann wird das neue Seil mit dem alten verbunden. Indem dass alte Seil nach und nach eingeholt wird, wird gleichzeitig das neue gespannt. An den Masten zwischen den beiden Punkten, an denen die Arbeiter stehen, wird das Seil über Rollen gespannt.

Voraussetzungen: schwindelfrei und körperlich fit

Diejenigen, die dort oben Arbeiten, sind hochqualifierte Spezialisten, aber einen Ausbildungsberuf für diese Tätigkeit gibt es nicht, sagt Wasmuth. „Die kommen aus artverwandten Berufen, zum Beispiel Schlosser.“ Außerdem müssen sie körperlich fit und schwindelfrei sein. Bevor sie das erste Mal an Hochspannungsleitungen arbeiten, bekommen sie eine ein- bis zweijährige Spezialausbildung in den Unternehmen. Für Stunden können die Arbeiter ihren Arbeitsplatz nicht verlassen. Die Kommunikation zwischen den Teams läuft über Funk.

Mit Fähnchen werden die Leitungen markiert, auf denen gerade kein Strom läuft.

Um hinauf zu kommen, klettern die Arbeiter an den Masten hoch. Der erste bringt die Sicherungsseile an. Alles, was an Material und Werkzeug benötigt wird, muss hochgezogen werden. Sicherheit hat oberste Priorität. Auch unterhalb des Arbeitsbereichs darf sich niemand ohne Helm aufhalten – für den Fall, dass Teile herabfallen. Damit die Stromversorgung während der Sanierung gesichert bleibt, werden erst die Seile an einer Seite des Masten ausgetauscht.

Die zweite bleibt derweil unter Spannung. Sobald die neue Leitung freigeschaltet werden kann, wird der Strom an der zweiten Seite abgeschaltet, damit die Arbeiten dort weitergehen können. Das heißt, dass immer in unmittelbarer Nähe der aktiven Stromleitung gearbeitet wird. Durch Fahnen an den Masten ist zu erkennen, welche Leitung freigeschaltet ist. Dennoch überprüfen die Arbeiter jedes Mal, wenn sie auf den Masten steigen, zuerst die Leitungen, bevor sie loslegen, erklären Wasmuth und Schulze.

Teilstück bis Dezember

Geplant ist, dass die Arbeiten an diesem Teilstück im Dezember abgeschlossen werden können. Das hängt aber auch maßgeblich vom Wetter ab. Bei starken Winden oder Schnee und Eis ist eine Arbeit an den Masten nicht möglich.

Das Investitionsvolumen für diese Maßnahme beläuft sich laut Enervie-Sprecher Andreas Köster auf rund 1,65 Millionen Euro. Im Jahr 2020 hat der Energieversorger insgesamt 34 Millionen Euro in die Sanierung seines Stromnetzes investiert. In diesem Jahr werden es voraussichtlich 37 Millionen Euro, Schäden durch das Hochwasser sind dabei noch nicht mit eingerechnet, so Köster.

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