Entscheidung steht aus

Arbeiten an Talssperre im MK umfangreicher als gedacht

Glör, Schalksmühle
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Die Glör in Schalksmühle ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Der Weg zu einer Talsperre im MK ist nicht ganz ohne. Und dennoch ist sie ein wichtiges Ausflugsziel für Sportler, Spaziergänger, Wanderer & Co. Bald soll etwas passieren.

Schalksmühle/Breckerfeld – Freizeitsportler, Badegäste, Spaziergänger und Restaurantbesucher kennen das Problem: Die Zufahrtstraße zur Glörtalsperre ist nicht nur eng, sondern auch voller Risse und maroder Randbereiche. Die Sanierung ist längst beschlossene Sache bei den beteiligten Gremien. Eigentlich hätten die Ausschreibungen schon laufen sollen, aber ein Bodengutachten hat neue Tatsachen geschaffen. Jetzt müssen die Anteilseigner der Freizeitschwerpunkt Glörtalsperre GmbH (FSG) in der Gesellschafterversammlung entscheiden, wie es weiter geht – dabei steht es nicht zur Debatte, ob die Straße saniert wird, sondern vielmehr in welchem Umfang.

Das Ergebnis des Gutachtens ist da

Das Gutachten hat ergeben, dass der Untergrund der Straße auf etwa drei Metern Tiefe – erst dann beginnt die Felsschicht – aus unverdichtetem Bodenmaterial besteht. Das heißt, wenn die Oberfläche neu gemacht wird, besteht immer wieder die Gefahr, dass Risse entstehen. Bei einer Verbreiterung der Fahrbahn ist zudem eine umfangreiche Hangsicherung erforderlich.

Voller Risse: Die Zufahrtsstraße zur Glörtalsperre weist einige Mängel auf. Denen geht es bald an den Kragen.

Gegenüber den ersten Kalkulationen würden sich daher die Kosten bei einem Vollausbau, wie er zunächst gewünscht war, mehr als verdreifachen. Statt der ursprünglich kalkulierten Summe von 1,1 Millionen Euro stehen nun 3,7 Millionen Euro im Raum. 1,8 Millionen zusätzlich werden für Geotechnik zur Absicherung der Straße veranschlagt, 1,9 Millionen Euro für den Straßenausbau.

Teurer als gedacht

Baulastträger der Maßnahme ist die Stadt Breckerfeld. In deren Zuständigkeit fällt der gebundene Oberbau der Straße. Dafür waren rund 250 000 Euro im derzeitigen Haushalt eingeplant. Nunmehr geht die Stadt davon aus, dass rund 460 000 Euro aufgebracht werden müssen, sagt Breckerfelds Bürgermeister André Dahlhaus. Dabei geht es um eine reine Instandsetzung der Straße. Für die Verbesserung der Qualität der Zuwegung zur Talsperre, die im Interesse aller liegt, ist die FSG beteiligt.

Die Gesellschafter

Gesellschafter der Freizeitschwerpunkt Glörtalsperre GmbH sind der Regionalverband Ruhr (53 Prozent), der Ennepe-Ruhr-Kreis (26,5 Prozent), der Märkische Kreis (8 Prozent), die Hansestadt Breckerfeld (5,5 Prozent), die Gemeinde Schalksmühle (4,5 Prozent) und die Stadt Halver (2,5 Prozent). Die Stadt Hagen ist zum 1. Januar 2020 aus dem Gesellschaftervertrag ausgetreten. Deren achtprozentiger Anteil wurde auf die anderen Gesellschafter, ausgenommen dem Märkischen Kreis, verteilt. 

Nach der Aufwertung des gesamten Freizeitareals rund um die Glör, für das unter anderem Leader-Fördermittel geflossen sind, war als nächster Qualitätssprung angedacht, die Zuwegung nicht nur zu sanieren, sondern auch den Kurvenradius vor dem Parkplatz zu entschärfen und die Straße insgesamt zu verbreitern, sodass auch größere Fahrzeuge zur Glör gelangen können.

Außerdem sollte ein Gehweg geschaffen werden, zur Sicherheit für die Freizeitgäste, die bei großem Andrang bereits vom Wanderparkplatz gegenüber der Einmündung zur Glör zu Fuß gehen. Das wäre die Vollausbau-Variante.

Verschiedene Varianten zur Auswahl

Daneben stehen zwei weitere, deutlich kostengünstigere Varianten im Raum: Eine ausschließliche Sanierung des Straßenoberbaus würde nach aktuellen Kalkulationen lediglich mit 460 000 Euro zu Buche schlagen. Der Unterbau würde dabei nicht angegriffen, aber frostsicher wird die Straße damit nicht, weitere Verformungen wären die Folge.

1,86 Millionen werden für einen Teilausbau veranschlagt. Dabei würde auf eine Verbreiterung der Straße auf der kompletten Länge und die Schaffung eines Gehwegs verzichtet. Für Begegnungsverkehr soll die Straße an vier Stellen verbreitert werden. Bei dieser Variante werden 1,1 Millionen Euro für den Straßenbau und rund 660 000 Euro für Absicherungsmaßnahmen veranschlagt.

Die Experten vermuten allerdings, dass langfristig der Vollausbau mit den entsprechenden Absicherungen des Hanges ohnehin erfolgen muss. In den vergangenen Wochen wurden die Politiker in den entsprechenden Fachausschüssen des Ennepe-Ruhr-Kreises und der Hansestadt Breckerfeld über die neue Entwicklung informiert. Beide Gremien sprachen sich trotz der immensen Kostensteigerung für den Vollausbau aus.

Eine Entscheidung ist das noch nicht, denn die fällt letztlich in der Gesellschafterversammlung. Dort werde, wie FSG-Geschäftsführerin Doreen Gössinger sagt, nach derzeitigem Stand eher die zweite Variante mit dem Teilausbau bevorzugt. Zunächst müssen die Gesellschafter nun das weitere Vorgehen abstimmen.

Beginn Ende 2022 möglich

Das wünschenswerte Ziel wäre, so Doreen Gössinger, Ende 2022 mit der Maßnahme – in welcher Variante auch immer – beginnen zu können. Schalksmühles Bürgermeister Jörg Schönenberg signalisierte bereits im Gespräch mit der Redaktion. „Wir werden Breckerfeld damit nicht alleine lassen.“ Aber letztlich hat die Mehrheit in der Gesellschafterversammlung die Entscheidung. Mehr als die Hälfte der Anteile hält der Regionalverband Ruhr, die übrigen Anteile verteilen sich auf die Anrainer-Kommunen und Kreise.

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