Rettung zu Fuß

Oelken: Kein Durchkommen für Feuerwehr und Rettungsdienst

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Die Unterführung zur Straße Oelken ist für Rettungs- und Feuerwehrfahrzeuge zu niedrig.

Dahlerbrück - Ein Durchkommen ist für Rettungskräfte und Feuerwehr zur Straße Oelken in Dahlerbrück nicht möglich. Der Grund: Die einzige Zufahrt über die Straße In der Lieth zu den abgelegenen Wohnhäusern bildet ein altes, sehr niedriges Bahnviadukte.

Die Anwohner genießen die Ruhe durch die Abgeschiedenheit zwischen den Bahngleisen auf der einen und dem Gewässer auf der anderen Seite. Doch im Notfall ist der einzige Zuweg zu den Häusern ein Nadelöhr. Die Durchfahrtshöhe unter der Bahntrasse misst gerade einmal 2,90 Meter. Wegen des schlechten Zustandes der Straße schaukelt sich ein normaler Pkw selbst bei Schrittgeschwindigkeit auf. An ein Befahren der Unterführung mit höheren Fahrzeugen ist nicht zu denken. 

Wie eine Anwohnerin uns erzählt, gab es bereits in der Vergangenheit Situationen, in denen alarmierte Blaulichteinheiten vor der Brücke stoppen und den restlichen Weg zu ihrem Haus zu Fuß bewältigen mussten. Im schlimmsten Fall, so befürchtet die Frau, brenne ihr Haus ab, bevor die Feuerwehr einsatzbereit vor Ort steht. 

Im Zuge des Edeka-Neubaus wurde eine ohnehin sanierungsbedürftige, nicht befahrbare Brücke, die vom Parkplatz über die Volme führt, abgerissen.

Sie sei noch beunruhigter, seitdem eine sanierungsbedürftige und eigentlich nicht befahrbare Brücke, die vom Parkplatz des ehemaligen Aldi-Marktes über die Volme führte, im Zuge der Errichtung des neuen Edeka-Markts abgerissen wurde. Die reinen Zahlen untermauern die Befürchtungen der Dahlerbrückerin. Laut Angaben der Freiwilligen Feuerwehr Schalksmühle könne einzig der Einsatzleitwagen den Durchgang passieren. Alle anderen Fahrzeuge vom Typ Iveco/Magirus müssten aufgrund ihrer Standardhöhe von 3,30 Meter vorher anhalten. Ähnliche Bedingungen finde man auch am Bahnviadukt Asenbach und an der Bahnbrücke Grabenstraße/Jahnstraße vor. 

Zur Not läuft die Feuerwehr zu Fuß weiter

So dramatisch schätzt Wehrsprecher Marc Fürst die Situation vor Ort an der Straße Oelken dennoch nicht ein. „Das Problem ist nicht so groß.“ Im Ernstfall sei die Distanz vom Viadukt bis zu den Häusern nicht so groß, so dass man das benötigte Material auch tragen könne. So reiche die sogenannte Schiebleiter auch bis zum dritten Stockwerk. Unterm Strich sei dies zwar eine knifflige, aber nicht unlösbare Aufgabe für die Feuerwehr.

Auch der Rettungsdienst muss an dieser Stelle in der Gemeinde improvisieren. Laut Kreisleitstelle haben die Rettungswagen, die an der Wache in Halver stationiert sind, eine Fahrzeughöhe von 2,87 Meter. Der Abstand sei einfach zu gering, heißt es von den Verantwortlichen. „Da geht es für uns definitiv nicht durch. Das ist ein bekanntes Problem.“ Den Rettern bleibe nur eine Lösung – aussteigen und mit der Trage zu den Häusern laufen. 

Der schlechte Zustand der Fahrbahn unter dem Viadukt lässt ein Fahrzeug schon bei Schritttempo aufschaukeln.

Für die heimischen Retter sind die genannten Nadelöhre kein Hindernis. Sie wissen, wie sie dennoch durchkommen. Bei größeren Notlagen, etwa einem Massenanfall an Verletzten (MANV), könnten auswärtige Kräfte allerdings vor großen Schwierigkeiten stehen. Diese Problematik ist allerdings nicht neu. 

Problematik gibt's seit den 90er-Jahren

Bereits Ende der 1990er-Jahre, als man versucht hatte, eine neue Trinkwasserleitung in die Straße Oelken zu legen, beschäftigte man sich mit dem Thema. Hierzu sollten die Rohre unter der Unterführung hindurch gelegt werden. Auf Nachfrage bei der Deutschen Bahn AG hieß es, dass man diesen Schritt nicht zulasse, da bei der Auskofferung – bei dieser hätte auch eine andere Durchfahrtshöhe geschaffen werden können – das Fundament des alten Viaduktes freigelegt werden würde. Letztendlich entschieden die Stadtwerke damals, aus Kostengründen, eine Alternative zu suchen. Seitdem gab es keine Bemühungen mehr, dort etwas zu verändern. Damit bleibt seit fast drei Jahrzehnten das Viadukt die einzige Zufahrt zur „Enklave Oelken“.

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