Ärger um Rodungen unberechtigt

Anwohner betroffen: Plan an Heedfelder Straße sorgt für Unruhe

Die Sanierungsarbeiten sollen in Fahrtrichtung Lüdenscheid auf Höhe der Tankstelle beginnen und bis zur Einmündung zum Autobahnzubringer gehen.
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Die Sanierungsarbeiten sollen in Fahrtrichtung Lüdenscheid auf Höhe der Tankstelle beginnen und bis zur Einmündung zum Autobahnzubringer gehen.

Nach dem UWG-Bürgergespräch Anfang dieser Woche gab es viele offene Fragen zur Straßenbaumaßnahme an der Heedfelder Straße. Zwischen geplantem Kreisel und Ortseingang wird die Fahrbahn erneuert, Bäume und Sträucher einiger Anwohner müssen weichen. Einige Konfliktthemen konnten im Bauausschuss ausgeräumt werden.

Bäume und Sträucher der Anwohner an einem Teilstück der Heedfelder Straße müssen weichen. Diese Info sorgte für Unmut. Nach dem UWG-Bürgergespräch Anfang dieser Woche blieben viele offene Fragen zur bevorstehenden Maßnahme. Aufgegriffen wurde das Thema erneut im Bau- und Planungsausschuss, was nun mehr Klarheit in das Ganze bringt.

In einem Schreiben der Gemeindeverwaltung im Auftrag von Straßen.NRW wurden die Anwohner der Heedfelder Straße (L561) darüber informiert, dass die Fahrbahndecke der Ortsdurchfahrt Heedfeld erneuert wird. Am Mittwoch gab es weitere Infos von Ralf Bechtel, Leiter des Technischen Bauamtes, im zuständigen Ausschuss. Er stellte die weiteren Pläne vor.

Ausschreibung steht bevor

Geplant ist eine Sanierung der Straße auf einer Länge von 1,5 Kilometern. Das Stück erstreckt sich in Fahrtrichtung Lüdenscheid von der ehemaligen Gaststätte Sandmann bis kurz vor die Einmündung des Autobahnzubringers (L692). Erneuert werden der Straßenentwässerungskanal im rechten Gehweg, die seitlichen Straßenabläufe, die Asphaltbefestigung der Fahrbahn, die beidseitigen Bordanlagen inklusive der Pflasterrinnen und die beidseitigen Gehwegflächen. Bechtel erklärte, dass die Fahrbahnbreite zum Zweck der Verkehrsberuhigung auf eine durchgängige Breite von 6,5 Metern reduziert wird.

Die Ausschreibung soll zwischen Februar und Ende April 2021 vorbereitet werden. Im Mai stehen die Ausschreibung und Vergabephase an. Gearbeitet werden soll von Juni bis Dezember. Während der Bauarbeiten können die Gehwege zeitweise nicht genutzt werden. Fußgänger müssen die bestehenden Wege über die Amphoper Straße beziehungsweise durch das Altdorf Heedfeld benutzen. Zudem werden in den Einmündungsbereichen die Straße Heedfeld (Zufahrt zur ehemaligen Schmiede), der Lauenscheider Weg und der Rosenweg zeitweise gesperrt. Die Einfahrten zu Grundstücken, soweit möglich, bleiben befahrbar, versichert Straßen.NRW.

Da die Heedfelder Straße eine Bedarfsumleitungsstrecke für die A45 ist und sie zudem eine überregionale Verkehrsbedeutung als Autobahnzubringer hat, müssen die Arbeiten so durchgeführt werden, dass der Verkehr weiter fließen kann. Es wird deshalb eine halbseitige Verkehrsführung mittels einer Ampel eingerichtet. Für diese Änderung in der Verkehrsführung benötigt der Landesbetrieb nach eigenen Angaben eine Fahrbahnbreite von neun Metern. Da die L561 aber nur sechs Meter breit ist, werden die fehlenden drei Meter durch den Bau einer Behelfsfahrbahn auf der linken Straßenseite in Richtung Autobahn erreicht. Dazu soll eine parallel zur Straße verlaufende gemeindliche Fläche genutzt werden.

Unmut ausgelöst

Da viele Anwohner über Jahre dieses Gemeindegrundstück unwissentlich mitbenutzt und bepflanzt haben, fürchten sie nun um ihre Bäume und Sträucher. Zu dem Vorwurf aus Bürgerschaft und Politik, dass man zu spät beteiligt worden sei, sagte die Verwaltung, dass Straßen.NRW normalerweise erst informiert hätte, wenn die Planung abgeschlossen ist. Zudem würden noch Bürgergespräche geführt. Es sei auch nicht klar, ob der komplette Bereich entlang der L561 für die Behelfsfahrbahn genutzt werden muss. Weitere Vermessungen könnten bereits in der kommenden Woche erfolgen. Wenn gerodet werden muss, dann würde dies durch Straßen.NRW und nicht kurzfristig, sondern erst kurz vor dem Baustart erfolgen.

Viele Anwohner und auch Politiker entnahmen dem Infoschreiben, dass der Stichtag der 28. Februar sei, da danach laut Bundesnaturschutzgesetz die Schonzeit für brütende Vögel anfängt. Das sorgte für Unmut, der allerdings im weiteren Verlauf ausgeräumt werden konnte. Denn Ralf Bechtel ergänzte, dass man vor der Rodung der angesprochenen Flächen auf Nester achten werde. Da eine Brut nur vier bis fünf Wochen dauere, könnte entsprechend auch später gerodet werden, so sein Hinweis.

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