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„Gegenwind“ hat sich in der Bürgerschaft formiert

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Von: Martin Meyer

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Gegen die bestehende Planung hat sich Widerstand formiert. Der „Gegenwind“ besteht aus Anwohnern aus Halver und Schalksmühle. © Meyer

Schalksmühle/Halver - Nachdem vor einigen Tagen berichtet wurde, dass EnBW eine Bauvoranfrage beim Märkischen Kreis für drei Windkrafträder zwischen Wippekühl und Halverscheid gestellt und sich zudem bereits Standortflächen gesichert hat, kommt nun erneut Unmut gegen die Pläne des Energieunternehmens auf.

Vor allem die Aussage der EnBW-Sprecherin, dass sich von Seiten der Betroffenen noch kein Widerstand erhoben habe, stößt Renate Sikora und Hans-Werner Schmidt sauer auf. Die beiden Halveraner sind direkte Anwohner des betroffenen Areals an der Grenze zu Schalksmühle. „Der Einspruch gegen die Errichtung der Windkrafträder erfolgte durch die Bürgerinitiative Windvernunft Halver nach Bekanntgabe des Vorhabens beim Kreis bereits am 18. Januar 2018“, erklärt Renate Sikora. Es sei eine Unterschriftenliste vorgelegt worden. Eine Kopie des Schreibens sei zudem den Bürgermeistern von Schalksmühle und Halver zugesandt worden. „Von Jörg Schönenberg haben wir auch eine Empfangsbestätigung bekommen“, sagt die Halveranerin. Mit der EnBW wolle man nicht in Kontakt treten, das mache man lieber über die Genehmigungsbehörde.

450 bis 700 Meter von Häusern entfernt 

Der Widerstand der Anwohner in Halverscheid und mittlerweile auch in Schalksmühle ist groß, da die Windräder teilweise nur 450 bis 700 Meter von der Wohnbebauung entfernt entstehen sollen. „Diese Abstände sind völlig inakzeptabel, da die Landesregierung in einem Erlass die Entfernung zu Wohnhäusern auf mindestens 1500 Metern festgelegt hat“, weiß Hans-Werner Schmidt. 

Die Bewohner haben Angst, dass eine extreme Beeinträchtigung durch Lärm und Infraschall entsteht. Zudem befürchte man einen massiven Wertverlust der Grundstücke und Häuser. „Des Weiteren verunstalten die Windräder das Landschaftsbild und sind ein Eingriff in die intakte Tier- und Pflanzenwelt“, sagt Renate Sikora. „Unseres Erachtens nach sollten solche Anlagen dort gebaut werden, wo sie weniger störend sind, etwa entlang von Autobahnen.“ 

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Mit dieser idyllischen Aussicht aus dem kleinen Garten an der Pferdeweide von Renate Sikora könnte es bald vorbei sein, wenn das Energieunternehmen EnBW dort drei Windräder baut. © Meyer

Durch die Aufhebung der Vorrangflächen für Windräder habe die Gemeinde den Lobbyisten der Windenergie Tür und Tor für die Errichtung solcher Anlagen geöffnet, da sind sich die beiden sicher. Die Stadt Halver könne noch selbst bestimmen, wo Anlagen gebaut werden sollen und wo nicht. Renate Sikora: „Es gibt Beschwerden gegen zwei geplante zwölf Meter hohe Salzsilos im Gewerbegebiet Heedfeld. Aber die Aufhebung der Vorrangflächen und damit den Bau von drei jeweils 270 Meter hohen Windkraftanlage wird im Rat einfach so durchgewunken.“

Standorte unter Landschaftsschutz „Die Standorte für die Windräder in Halverscheid sind im Landschaftsschutzgebiet, das zur Naherholung genutzt wird und die man ohne Not nicht verunstalten darf“, betont Hans-Werner Schmidt. Der Natur- und Artenschutz sei zu berücksichtigen. „Wir haben bei uns in Halverscheid Greifvögel, wie den Rotmilan, den Bussard und den Habicht, ferner den Waldkrauz, Uhus und Fledermäuse, die durch die Rotorblätter gefährdet sind“, sagt Renate Sikora. Zudem würden im Frühjahr und Herbst große Schwärme von Zugvögeln über das Dorf in ihre Brut- oder Winterquartiere ziehen. 

Befürwortung ist ein Irrglaube 

Hans-Werner Schmidt: „Wir haben mit vielen Schalksmühler Bürgern gesprochen. Es ist ein Irrglaube anzunehmen, dass sie den Bau der Windräder befürworten – ganz im Gegenteil. Sie sind frustriert und ratlos, weil ihnen suggeriert wird, dass sie ohnehin nichts dagegen ausrichten können. Die Anwohner fordern die Schalksmühler dazu auf, gemeinsam gegen die Anlagen und die Lobby dahinter anzukämpfen. Man werde auch bald den Namen der Bürgerinitiative in Windvernunft Halver-Schalksmühle ändern. 

„Eine Genehmigung der Windräder wäre ein Verrat an den Anwohnern, der Natur und der Landschaft. Dies gilt es zu verhindern“, so die beiden Halveraner, die unter Volldampf an ihrem Protest arbeiten. 

Im Herbst Infos für Bürger 

Man habe auch den Kontakt zur Initiative Gegenwind Südwestfalen aufgenommen, um noch stärker zu sein. Zudem wollen sie mehr Details von der Kreisbehörde erfragen und im Herbst eine Bürgerinfoveranstaltung stattfinden lassen und Unterschriftenlisten in der Gemeinde Schalksmühle auslegen.

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