Ärger um Motorradlärm

Alle Jahre wieder Motorradlärm - erste Beschwerden der Anwohner

Motorrad, Lärm, Schalksmühle
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Motorradlärm beschäftigt wieder Anwohner in Schalksmühle.

Kaum ist das Wetter schön und die Temperaturen wärmer, sind Motorradfahrer wieder auf den Straßen unterwegs. Und mit ihnen zum Teil auch der Lärm, den einigen Anwohner an verschiedenen Stellen in Schalksmühle bemerken.

Schalksmühle – „Die Motorradsaison hat letztes Wochenende begonnen“, sagt Beatrix H. aus Schalksmühle. Bereits im vergangenen Jahr bemerkte sie im Bereich zwischen dem Kreisel an der Klagebach und Dahlerbrück vermehrt schnell fahrende Motorradfahrer. Und auch jetzt ist es wieder so. „Zum einen werden keine Geschwindigkeitsbegrenzungen eingehalten und zum anderen sind es auch noch die – meines Erachtens nach – nicht zulässigen Lautstärken der Motorräder“, sagt sie. Man könne sich kaum auf der Terrasse unterhalten. Beatrix H. fragt: „Muss erst was passieren, bevor man sich mal an der Volmestraße in Schalksmühle auf die Lauer legt?“

Und die Antwort ist: ja. Es muss erst einmal etwas passieren. Zuständig für nicht angepassten Lärm ist die Polizei. Dort liegen allerdings keine öffentlichen Eingaben vor, wie Dietmar Boronowski, Pressesprecher der Polizei im Märkischen Kreis, auf Nachfrage sagt. Diese Eingaben kommen in der Regel über den Märkischen Kreis und landen dann beim Straßendirektionsamt. „Zu Ohren“ gekommen sei der Polizei der Motorradlärm zwar schon, allerdings gibt es keine offiziellen Beschwerden.

Laut Boronowski beginnt die Motorradsaison am 1. März. Nun seien mehr Motorradfahrer unterwegs, weil viele Fahrer Saisonkennzeichen nutzen. Dann nimmt auch die Polizei das Problem von Motorradlärm und hohen Geschwindigkeiten in den Blick.

Der Kreis kontrolliert, wenn es einen Anlass gibt

„Wenn wir einen Anlass haben“, veranlasst auch der Märkische Kreis Kontrollen, erklärt Pressesprecher Hendrik Klein. Anwohner können sich über Motorradlärm und schnelle Fahrer direkt bei der Straßenverkehrsbehörde beschweren. Diesen Hinweisen wird dann auch nachgegangen. Hendrik Klein weist außerdem auf die zulässigen Grenzwerte hin, die im Internet einsehbar sind. Für manche Anwohner hört sich ein Motorrad auch mal lauter an, als es letztendlich ist. Diese Erfahrung hat der Kreis zum Beispiel im vergangenen Jahr am Kohlberg in Neuenrade gemacht. Dort übertraten die überprüften Motorräder und Fahrer nicht die vorgegebenen Grenzen.

Auch bei der Gemeinde Schalksmühle sind bisher keine Beschwerden eingegangen. Das teilt Silvia Gonzalez, Leiterin des Ordnungsamts, auf Nachfrage mit. Sie sagt aber auch: „Ich kann die Leute verstehen.“

Motorradlärm war in 2020 ein großes Thema in Schalksmühle, das auch durch den Rat ging. Im August sprachen sich die Ratsmitglieder gegen eine Mitgliedschaft bei „Silent Rider“ aus. Dabei handelt es sich um eine Initiative gegen Motorradlärm. Ziel ist es, gemeinsam gegen den Lärm und vorrangig gegen die „schwarzen Schafe“ vorzugehen. Die Gemeindeverwaltung wünschte sich einen Beitritt. Bei dem Wunsch blieb es.

Politik lehnte „Silent Rider“-Beitritt ab

Obwohl Silvia Gonzalez und verschiedene Anwohner betroffene Bereiche – zum Beispiel die Glörstraße und Klagebach– benannt haben, sah die Politik keinen Handlungsbedarf. Eine Mitgliedschaft des Märkischen Kreises bei „Silent Rider“ war für Jan Schriever (FDP) ausreichend. André Krause (CDU) habe die Sinnhaftigkeit des Vorstoßes nicht verstanden. Nach seinen Angaben gibt es nur ein geringes Aufkommen. Der Beitritt bei „Silent Rider“ wurde im August 2020 mehrheitlich von den Ratsmitgliedern abgelehnt.

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