Anne Haigis liefert einen stimmungsvollen Musikabend im Bauernhaus

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Schalksmühle - Mit „vielen verschiedenen Liedern aus verschiedenen Epochen“ sang sich Vollblutmusikerin Anne Haigis – im beschaulichen Rottweil am Neckar geboren und mittlerweile in Bonn/Köln zu Hause – am Freitagabend im Bauernhaus Wippekühl in die Gunst des Publikums.

Einen berührenden, stimmungsvollen Abend erlebten die zahlreich erschienenen Musikliebhaber mit der vielseitigen Sängerin und Gitarristin zum Abschluss der Bauernhaus-Saison. Auf Deutsch, Englisch und Italienisch streichelte sie mit ihrer kraftvollen, ausdrucksstarken Stimme, tiefgründigen Texten und klangschönen Melodien zwischen Soul, Blues, Country, Jazz, Folk und Rock die Seele. 

Am Piano war Niklas Hauke der Wahl-Rheinländerin mit schwäbischem Akzent ein einfühlsamer Begleiter. Dass die beiden erst ihr zweites gemeinsames Konzert gestalteten, war dem runden, stimmigen Sound der zwei Künstler nicht anzumerken. War eine zweite Gesangsstimme vonnöten, sprang Usch Bierlein in die Bresche. Mit großen Kandelabern und romantischem Kerzenlicht schuf Anne Haigis im „süßesten Bauernhaus der Welt“, wie sie fand, den rechten Rahmen für bewegende Momente. 

Viel Herzblut, Wärme und Gefühl legte sie in die intime, intensive Wiedergabe ihrer melancholischen bis rockig pulsierenden und mitreißenden Songs. Sogar die ach so sturen Sauerländer, mit deren Image Anne Haigis launig kokettierte, blieben davon nicht unberührt. Mit ihrer lockeren, natürlichen Art brachte sie das Eis (so es denn überhaupt vorhanden war) schnell zum Schmelzen – und alle machten mit. Im Gepäck ihr neues Album „15 Companions“ und mehr, machte die Sängerin den Abend im Denkmal mit eigenen Hits und ausgewählten Titeln anderer Musiker zum Erlebnis. 

Zu den eigenen Hits, mit denen sie ihr Publikum fesselte, gehörten unter anderem der nachdenkliche 80er-Jahre Titel „Kind der Sterne“ von der Platte „Indigo“ und der unwiderstehliche Song „Immer wieder du“, der von Bildern im Kopf und großen Gefühlen erzählte. Der unvergessenen Trude Herr – Schauspielerin, Sängerin und Theaterdirektorin – erwies Anne Haigis mit berührenden Liedern wie „Papa“ und „Nacht aus Glas“ die Ehre. Letzterer zeigte die kölsche Ulknudel von einer sehr zerbrechlichen, verletzlichen Seite. Bei Zucchero, ihrem Lieblingssänger aus Italien, machte Anne Haigis mit „Un soffio caldo“ Halt. Flucht und Vertreibung machte sie, stets auf eine Botschaft und nicht allein auf reine Unterhaltung bedacht, in „No man’s land“ zum Thema. 

Bei sehr traurigen Liedern wie „St. Theresa“, in dem es um einen Mann in der Todeszelle und seine Bitte um Beistand in der Todesstunde ging, und lebensfrohen Titeln wie „Life is wonderful“ zeigte Anne Haigis, die bereits mit Musikergrößen wie Eric Burdon, Tony Carey, den Harlem Gospel Singers und vielen anderen zusammengearbeitet hat, ihre immense Wandlungsfähigkeit und stilistische Vielfalt. Mit „Waltzing Matilda“ von Tom Waits hatte sie sogar den ihrer Meinung nach „besten jemals geschriebenen Song“ im Gepäck. Zu jedem Titel gab’s kleine, feine Geschichten zu Hintergrund und Inhalt an die Hand.

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