Anna-Lena Pieper: Traumberuf Tierheimleiterin

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Anna-Lena Pieper hat ein Händchen für alle Tiere, die sie im Tierheim Dornbusch pflegt. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Ihr Arbeitsplatz ist einfach tierisch: Seit Januar 2010 leitet Anna-Lena Pieper das Tierheim Dornbusch des Tierschutzvereins Lüdenscheid und Umgebung in Schalksmühle. „Ich wollte beruflich schon immer etwas mit Tieren machen. Daher freue ich mich sehr, das Tierheim hier leiten zu dürfen“, betont die 23-Jährige mit einem breiten Grinsen.

Über eine Stellenanzeige im Internet fand die aus Sundern stammende gelernte Tiermedizinische Fachangestellte im Sommer 2009 den Weg an den Dornbusch, wo sie zunächst als Tierpflegerin im Einsatz war. „Als wir sie damals eingestellt haben, waren wir von ihren Qualitäten überzeugt und hatten zu dieser Zeit schon im Hinterkopf, sie zur Tierheimleiterin zu machen und sie ins kalte Wasser zu schmeißen. Diese Entscheidung war richtig, wie sich gezeigt hat. Anna-Lena Pieper leistet mit ihrem Team hervorragende Arbeit“, lobt Manfred Hardy, Vorsitzender des Tierschutzvereins, die junge Führungskraft in höchsten Tönen.

Anna-Lena Pieper hat ihr großes Hobby, den Umgang mit Vierbeinern, zu ihrem Beruf gemacht und auch privat den Schritt aus dem Hochsauerlandkreis in den märkischen Südkreis gewagt. „Ich wohne und arbeite gerne hier“, berichtet die Tierheimleiterin, die im Musikverein Sundern-Stockum aber weiterhin am Schlagzeug sitzt. „Musik ist mein zweites großes Hobby. Bei der Musikschule Lüdenscheid lerne ich bald auch noch Posaune“, sagt die 23-Jährige, die in ihrem Job zeitlich allerdings stark gebunden ist. Von 9 bis 18 Uhr ist sie fast täglich im Tierheim zu finden und darüber hinaus für „Notfälle“ auch rund um die Uhr mobil erreichbar. „Wir sind momentan gut belegt. 20 Hunde, etwa 80 Katzen und 30 Kleintiere sind bei uns untergebracht. Das bedeutet jede Menge Arbeit“, so Pieper. Neben der Pflege der zahlreichen „Bewohner“ gehört auch der Einkauf von Tierfutter und Kleintierstreu zu den Aufgaben des Dornbusch-Teams, zu dem neben Anna-Lena Pieper noch drei weitere Angestellte zählen.

Die Hauptaufgabe des Tierheims besteht aber darin, möglichst viele tierische Bewohner wieder in ein gutes Zuhause zu vermitteln. „Die Tiere können meistens nichts dafür, dass sie hier landen“, betont Pieper, die in einigen Fällen großes Mitleid mit Bobby, Daisy, Flöckchen und Co. hat. Vor allem mit den Vierbeinern, die von ihren ehemaligen Besitzern einfach an der nächstbesten Straßenecke ausgesetzt oder festgebunden wurden. „Das geht gar nicht! Bei uns können die Tiere jederzeit abgegeben werden. Und wenn wir voll belegt sind, versuchen wir, sie schnellstmöglich zu vermitteln“, sagt Pieper. Sie vermutet, dass einige Vorbesitzer die fällige Abgabegebühr nicht zahlen wollen und ihre Tiere deswegen einfach aussetzen.

Unter den Tierheim-Bewohnern hat Anna-Lena Pieper auch ihre ganz persönlichen Lieblinge. Vor allem die Hunde haben es ihr angetan. So verwundert es nicht, dass sie neben zwei Wellensittichen privat „Frauchen“ eines bellenden Vierbeiners ist und im Moment zwei Katzen „zur Pflege“ bei sich hat. Von einem Hund gebissen wurde die 23-Jährige noch nie, was die Aussage des Vorsitzenden Manfred Hardy bestätigt. „Anna-Lena hat ein sehr gutes Händchen für Hunde. Es ist kein Vierbeiner bei uns, dem sie nicht vertraut.“ Angst vor Hunden habe sie generell nicht, sagt Pieper: „Aber Respekt sollte man schon haben.“ Es gibt aber auch Tiere, mit denen sich die Tierheimleiterin nicht zwingend beschäftigen muss. „Es wurde mal eine Vogelspinne bei uns abgegeben. Da durfte sich dann unser ehemaliger Leiter Klaus Hohage drum kümmern.“

Unterstützt wird das Tierheim von etwa 30 Privatpersonen, die regelmäßig mit den Hunden spazieren gehen oder dem Tierheim-Team tatkräftig unter die Arme greifen. „Diese Hilfe ist neben den Spenden enorm wichtig“, betont die sympathische und gut gelaunte junge Frau, die im Gespräch mit dem Boten keine Gelegenheit auslässt, um von sich selbst abzulenken und die Tiere in den Vordergrund zu rücken.

„Am 4. September haben wir Tag der offenen Tür. Besucher sind herzlich willkommen“, grinst die 23-Jährige. Das Wohl „ihrer Tiere“ liegt ihr eben sehr am Herzen. „Anna-Lena Pieper ist eine sehr ruhige Person, die genau weiß, was sie macht und sagt“, verdeutlicht Manfred Hardy. Er sei froh, die Tierfreundin als Leiterin an den Dornbusch gelockt zu haben.

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