Amtsgericht

Älterer E-Bike-Fahrer aus dem MK: Besoffen, verletzt und uneinsichtig

Fußgängerverkehr.
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Das Verfahren gegen den uneinsichtigen E-Bike-Fahrer vor dem Amtsgericht Lüdenscheid wurde gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt.

Fahrlässige Trunkenheit im Verkehr – darüber zu urteilen und Führerscheine einzuziehen, das ist für Strafrichter Arbeitsalltag. Doch der Fall eines 67-jährigen Lüdenscheiders stellt für Richter Andreas Lyra eine Besonderheit dar. 

Schalksmühle – Diesmal geht es nicht um die Fahrerlaubnis eines Angeklagten: Der ältere Herr ist nämlich mit seinem E-Bike auf dem Weg die Schalksmühler Straße Klagebach hinunter um 23.40 Uhr schwer gestürzt. Zur Unfallzeit hat er rund 1,7 Promille intus. Eine junge Polizistin, die nach dem Spätdienst in der Kreisstadt auf dem Weg nach Hause ist, findet den Betrunkenen. Ob er auf die Polizisten und Rettungskräfte deshalb einen „äußerst verwirrten und desorientierten Eindruck“ macht, wie es im Einsatzprotokoll heißt, ist nicht sicher. Denn der Mann ist offensichtlich auf den Kopf gefallen, hat Platzwunden im Gesicht und gibt sich laut Polizeibericht „uneinsichtig“.

400 Euro an Kinder-Herzzentrum

Verletzungen hin oder her – die Strafe Justitias folgt auf dem Fuß. Das Amtsgericht Lüdenscheid schickt dem verunglückten E-Bike-Pedaleur einen Strafbefehl über 600 Euro. Der 67-Jährige bleibt uneinsichtig und legt Widerspruch ein.

Im Prozess lässt er sich von dem Lüdenscheider Strafverteidiger Heiko Kölz vertreten, stattet den mit einer Vollmacht aus und bleibt kurzerhand zu Hause. Strafrichter Lyra lässt sich erweichen und stellt das Verfahren gegen eine Geldauflage ein. 400 Euro gehen an das Kinder-Herzzentrum St. Augustin.

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