Schalksmühler wegen Alkoholexzessen, Randale und viel mehr vor Gericht

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Ein 54-jähriger Schalksmühler fand sich wegen zahlreicher Taten vor dem Amtsrichter in Lüdenscheid wieder.

Schalksmühle - Im Zustand einer Art Dauerrandale befand sich ein 54-jähriger Schalksmühler zwischen Herbst 2016 und Frühling 2017. Das Ergebnis seiner alkoholbedingten Exzesse stand ihm im Amtsgericht Lüdenscheid in Form einer umfangreichen Anklageschrift vor Augen: 21 Anklagen mit noch mehr Straftaten.

Es kam so viel zusammen, dass Richter Thomas Kabus vier Verhandlungstermine für den Prozess anberaumte. Zum Auftakt kamen zwei Polizeibeamte, die sich an der Wache in Halver niveaulose Beleidigungen des Angeklagten hatten anhören müssen. Interessanter als ihre Bestätigung der Anklage war der Hinweis, dass der 54-Jährige vor Kurzem schon wieder aufgefallen war. Ja, ruderte dessen Verteidiger zurück: Sein Mandant habe ja nur gesagt, dass es ihm jetzt besser gehe und nicht, dass er nicht mehr trinke. 

Schauplatz zahlreicher Alkoholexzesse war offenbar die frühere Wohnadresse des 54-Jährigen am Linscheider Berg, wo bei verschiedenen Gelegenheiten nicht weniger als drei Glastüren seiner Wut zum Opfer gefallen sein sollen. Laut Anklage bedrohte er Zeugen mit Ankündigungen wie „Dich steche ich auch noch ab!“ und „Dir schlag ich gleich mit einem Hammer den Schädel ein, und deine Mutter ist auch noch dran!“. 

Immer wieder von den Betroffenen herbeigerufene Polizeibeamte hörten nicht nur vor der Wache in Halver wüste Beschimpfungen. Dazu kamen immer wieder Diebstähle in Schalksmühle, Hagen und Lüdenscheid: Fleisch im Wert von 42,22 Euro im Rewe an der Bahnhofstraße, Sekt und Wein im Kaufpark, Parfum bei Rossmann in Hagen, Strom aus der Kellersteckdose eines Nachbarn. 

Den Diebstahl eines Autokennzeichens in Dahlerbrück gab der Angeklagte zum Auftakt des Prozesses zu: Es habe sich um einen Racheakt gehandelt, erklärte er. „Dafür läuft der einen Tag!“, habe er sich gesagt und das Kennzeichen ein, zwei Tage später zurückgebracht. Die Volmetalbahn zwang er am 25. November 2016 in Dahlerbrück zu einer Vollbremsung, als er plötzlich auf die Gleise sprang. Er wurde von einer Passantin zurückgezogen, doch auch der Zug kam einige Meter vor dem Ort des Geschehens zum Stehen. 

Nur drei von sieben Zeugen 

Am ersten Verhandlungstag kamen lediglich drei von sieben geladenen Zeugen – darunter die beiden Polizeibeamten. Angesichts dieser Quote verfügte Richter Thomas Kabus die polizeiliche Vorführung der vier fehlenden Zeugen zur Fortsetzung des Prozesses am Freitag. Da der Angeklagte ein Gespräch mit dem psychiatrischen Gutachter Dr. Oliver Braatz bisher ablehnte, muss dieser sich im Gerichtssaal ein Bild von dem 54-Jährigen und dessen Alkoholsucht machen.

Der Prozess des 54-Jährigen wird am Freitag im Amtsgericht Lüdenscheid fortgesetzt.

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