"Akutes Problem": Zu wenig Ganztagsplätze

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Die Anfragen für Ganztagsbetreuungsplätze in der Grundschule Spormecke sind hoch. Die Schule sucht mit allen Beteiligten derzeit nach einer Lösung, um der Nachfrage gerecht zu werden.

Schalksmühle - Die Gemeinde Schalksmühle hat in Sachen Ganztagsbetreuung ein „akutes Problem“, sagt Anja Wolf, Leiterin des Fachbereichs Bürgerdienste Schule, Kultur und Sport.

Die Anfragen für Plätze an der Grundschule Spormecke für das kommenden Schuljahr seien sehr hoch. „Den Bedarf können wir so nicht decken.“ 

Bereits der Rat beschäftigte sich in seiner letzten Sitzung dieses Jahres am 11. Dezember mit dem Thema. Um dem stetigen Bedarf an Ganztagsbetreuungsplätzen gerecht zu werden, sprach sich der Rat ausdrücklich für einen Ausbau des Angebots in der Gemeinde aus. Wie der letztendlich aussehen kann, ist offen.

Ob das Gebäude der Grundschule Spormecke erweitert oder ein anderes Konzept umgesetzt wird, wissen die Beteiligten noch nicht. „Die Schule und die Träger des Offenen Ganztags (OGS) müssen ganz eng zusammenarbeiten“, sagt Wolf. 

Gründung im Sommer 2014 

Mit der Gründung der Primusschule im Sommer 2014 als Ganztagsschule folgte die Gemeinde einem Trend, der in ganz Deutschland zu beobachten sei. „Die Ganztagsschullandschaft in Nordrhein-Westfalen ist in den vergangenen Jahren gewachsen und vollzieht derzeit dynamische Entwicklungsprozesse“, heißt es in der Pressemitteilung der Gemeindeverwaltung.

In einer Bertelsmann-Studie zu den Kosten für den Ausbau eines qualitätsvollen Ganztagsschulsystems in Deutschland werde von einem „wahrscheinlich nicht mehr umkehrbaren Trend zur Umwandlung des Halbtags- in ein Ganztagsschulsystem“ gesprochen. Maßgeblich für diese Entwicklung seien zwei Umstände: zum einen die Notwendigkeit, leistungsschwache ebenso wie leistungsstarke Schüler durch individualisierende Angebote besser als bislang zu fördern, und zum anderen die Notwendigkeit, durch ganztägige Betreuungsangebote für Mütter und Väter die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit zu erleichtern. 

Die individuelle Förderung von leistungsschwachen sowie leistungsstarken Kindern wird in der Konzeption der Primusschule umgesetzt, erklärt die Gemeindeverwaltung. Dabei sei der Stundenplan in einem „rhythmisierten Ganztag“ strukturiert und bietet den Schülern im Wechsel Lern- und Entspannungszeiten an. Aufgrund dieser Konzeption ist die notwendige räumliche Infrastruktur für einen ganztägigen Aufenthalt in der Schule bereits vorhanden. 

Klassisches OGS-System 

In der Grundschule Spormecke sieht es anders aus: Derzeit werden dort 131 Kinder in vier Jahrgängen beschult. Im Angebot hat die Schule das klassische OGS-System, das eine Betreuung nach Unterrichtsschluss bis 16.30 Uhr am Nachmittag anbietet. 

Für den OGS-Betrieb, der in Trägerschaft der Awo liegt, werden zwei Räume genutzt. Für Hausaufgabenbetreuung und andere Betreuungsaktivitäten nutzt die Awo zudem weitere Klassenräume, das Forum und das Außengelände, heißt es vonseiten der Gemeindeverwaltung. Betreuung für 44 Schulkinder Aktuell werden in der Grundschule Spormecke 44 Kinder im Ganztag betreut. Das ist die maximal mögliche Anzahl, weil damit die Kapazität an Betreuungsplätzen erschöpft ist. 

Die Nachfrage nach Ganztagsbetreuung an der Spormecke ist allerdings größer. Daher beschäftigen sich alle Beteiligten – die Gemeindeverwaltung, die Schulleitung der Grundschule Spormecke, Vertreter des OGS-Trägers und der Politik – gemeinsam mit einer möglichen Lösung für eine Erweiterung des Ganztagsangebots. 

Denn zunächst solle geschaut werden, wie das aktuelle Problem gelöst werden kann. Man müsse laut Anja Wolf den Eltern der beschulten Kinder gerecht werden, die jetzt einen Ganztagsplatz für ihre Kinder brauchen. Dann könne über ein dauerhaftes Angebot nachgedacht werden. Vermutlich im Frühjahr könnten die ersten Ergebnisse mitgeteilt werden, heißt es vonseiten der Verwaltung.

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