Schalksmühler Klimaschutzkonzept soll bis Juni fertig sein

+
Einen großen Handlungsspielraum in Sachen Emissionsreduzierung gibt es bei den kommunalen Gebäuden wie der Grundschule Spormecke, so die Experten.

Schalksmühle - Die Gemeinde Schalksmühle möchte ein Klimaschutzkonzept entwickeln. Beauftragt hat sie damit die Ingenieurgesellschaft Gertec aus Essen. Kim Wrede, Projektleiterin für die Kommunen Schalksmühle, Halver und Nachrodt-Wiblingwerde, stellte dem Gemeinderat in dieser Woche den aktuellen Stand der Konzepterstellung vor.

Vorab ging sie kurz auf die Inhalte und Ziele des Vorhabens ein. Für die Entwickler steht zunächst die Bestandsaufnahme sowie die Energie- und Treibhausgas-Bilanz (THG) der Kommune an. Danach erfolgen eine Potenzialanalyse und eine Szenarienermittlung sowie das Aggregieren der Ergebnisse zum Gesamtpotenzial und Zieldefinition. Daraus ergeben sich die Maßnahmenentwicklung beziehungsweise der Maßnahmenkatalog, die Kommunikationsstrategie und das abschließende Controllingkonzept. 

Durch bisherige Maßnahmen in der Gemeinde, so die ersten Ergebnisse der Bestandsaufnahme, hätten sich Einsparungen im Endenergieverbrauch von 12,5 Prozent im Vergleich zu 1990 und in den THG-Emissionen von 29,1 Prozent im Vergleich zu 1990 ergeben. Sie sind die Folge aus einem Energieträgerwechsel, etwa von Heizöl hin zu Erdgas, von Effizienzsteigerung konventioneller Kraftwerke und einem höheren Anteil erneuerbarer Energien am Strommix. 

Maßnahmen zeigen erste Erfolge

Des Weiteren hat die Ingenieurgesellschaft festgestellt, dass die höchsten Emissionen in Schalksmühle in den Sektoren Mobilität (38 Prozent), Industrie (42 Prozent) und private Haushalte (17 Prozent) zu finden sind. Gleichzeitig liefern diese die Basis für die Ermittlung sinnvoller Maßnahmen zur Einsparung. Zwar liege der kommunale Betrieb mit seinen Gebäuden bei „nur“ einem Prozent, dennoch finde man hier den größten Handlungsspielraum, erklärt Kim Wrede. 

Die Resultate aus der kommunenspezifischen Risikoanalyse zum Klimawandel haben ergeben, dass auch in der Region zukünftig mit weiteren Zunahmen der Niederschläge im Winter und leichten Zunahmen der mittleren Temperatur zu rechnen ist. Man geht von einer starken Abnahme der Frosttage, von einer starken Zunahme der Sommertage (wärmer als 25 Grad Celsius) sowie der heißen Tage (wärmer als 30 Grad Celsius) aus. 

Mehr Orkantage in der Region

Daraus resultieren, so die Experten, eine wachsende Gesundheitsbelastung für den steigenden Anteil der älteren Bevölkerung. Zudem wird die Grundwasserneubildung durch rückgängige Niederschläge, steigende Lufttemperaturen und Sonnenscheindauer mittel- bis langfristig zurückgehen und es zu einer Zunahme an Orkantagen bis 2065 im Märkischen Kreis um 40 bis 60 Prozent kommen. 

Die weiteren Schritte zur Fertigstellung des Konzeptes sehen neben Treffen der Lenkungsgruppe (im März/April 2020) und der Verwaltung eine Beschlussfassung des Gemeinderates vor. Der genaue Zeitplan, so die Projektleiterin, sieht eine Fertigstellung bis Ende Juni 2020 vor. Zeitnah wird es dazu auch kommunenübergreifende Fachgespräche mit Akteuren aus den Themenbereichen, Schulprojekte, Mobilität, Energetische Sanierung und Historische Bausubstanz, Klimaanpassung, Stadtentwicklung, Tourismus, Wirtschaftsförderung/GHD sowie Konsum und Lebensstile geben. Wichtig sind hierbei der Erfahrungsaustausch und die Erarbeitung von Maßnahmenansätzen. 

Klima-Café am 26. März

Bereits im Vorfeld initiierten Verwaltung und Gertec die interaktive Ideenkarte, auf der mittlerweile 39 Vorschläge aus der Bürgerschaft zu den Themenfeldern Wohngebäudesanierung, Erneuerbare Energien, Umweltfreundliche Mobilität, Klimaanpassung und Sonstiges eingegangen sind. Diese Eingaben, sowie die, die im Rahmen des Klima-Cafés am 26. März (17 bis 19 Uhr, Gemeindehaus der Kreuzkirche) gemacht werden, sollen mit in das Konzept einfließen. Die Experten aus dem Ruhrgebiet stellen sich vor, zum Abschluss einen Maßnahmen- Steckbrief als lokalen Leitfaden für eine eingesetzten Klimamanager erstellen zu können, anhand dessen bis 2025 ein Klima-Aktionsplan und bis 2035 Schwerpunkte umgesetzt werden können.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare