Die Kinder laufen lassen

Aktion der Schulen: Zu Fuß zum Unterricht ist kein Problem - Elterntaxis nicht nötig

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Sie laufen gerne zur Schule: Michelle Dertz (links) und Mia Kaminski sind Nachbarn und gehen auch in die gleiche Klasse.

Gemeinsam spazieren, mit Freunden quatschen und dabei weiße Autos zählen – das alles ist möglich, wenn die Eltern morgens ihren Nachwuchs nicht zur Schule fahren, sondern laufen lassen. Unter dem Motto #gehmit gibt es zu diesem Thema eine Aktion in dieser Woche.

Heedfeld/Schalksmühle - Die Schalksmühler Schulen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Europäischen Mobilitätswoche beteiligt, um für die Nutzung der Fußwege zu werben. Mehr als 40 Spormecker Grundschüler trafen sich am Montag um 7.30 Uhr auf dem Heedfelder Schützenplatz, um gemeinsam zur Schule zu spazieren. „Kürzere Schulwege sollte man natürlich aus Umweltgründen nicht mit dem Auto zurücklegen“, sagt Lehrerin Anja Borchardt. „Die Kinder sollen ja auch in Bewegung bleiben und morgens etwas in Schwung kommen.“

Auch Schulleiter Ralf Gensmann unterstreicht den sozialen Aspekt der Aktion: „Die Kinder quatschen zusammen und laufen zusammen. Sie kommen dann entspannt an der Schule an und haben schon das Spannendste besprochen. Das tut den Kindern gut, und das soziale Miteinander ist auch förderlich.“ Der Weg vom Schützenplatz zur Schule bietet sich für den Weg an. „Es gibt hier keine Ampel und er ist durch die Leitplanken gesichert“, sagt Gensmann.

Die Kinder quatschen zusammen und laufen zusammen. Sie kommen dann entspannt an der Schule an.

Ralf Gensmann, Leiter der Grundschule Spormecke

Bereits im vergangenen Jahr beteiligten sich die Grundschule Spormecke und die Primusschule mit dieser Aktion an der Europäischen Mobilitätswoche, der weltweit größten Kampagne für nachhaltige Mobilität. Auch wenn es bequemer ist, sich bis vor die Schule chauffieren zu lassen, tauschen die Schüler gerne den Kindersitz gegen den kleinen Spaziergang ein. „Ich gehe gerne zu Fuß“, freut sich Colin Grieger. „Sonst gehe ich auch immer zur Schule oder fahre mit meinem Roller.“ Romy und Juli Priestersbach sind das erste Mal bei der Aktion dabei: „Wir werden sonst gefahren, weil wir zu weit weg wohnen“, erklären sie.

Viele Freunde gehen zusammen zur Schule

„Letztes Jahr habe ich schon im Kindergarten mitgemacht“, sagt Tom Feist. Er macht sich gerne mit seinen Freunden zusammen auf den Weg. Diesmal begleiten ihn Lina Kosanke und Hanna Kirsten, die auch täglich zu Fuß zur Schule gehen. Außer im Winter: „Wenn es zu kalt ist, fahren wir mit dem Auto“, erklärt Lina Kosanke. „Da kann es ja auch oft Schneestürme geben.“ Zu jeder Jahreszeit laufen hingegen Michelle Dertz und Mia Kaminski zur Schule. Die beiden sind Nachbarn und auch in eine Klasse. „Wir gehen auch im Regen. Dafür haben wir ja eine Regenjacke“, sagt Michelle Dertz.

Viele Kinder machen mit: Tom Feist hat im vergangenen Jahr schon im Kindergarten bei der Aktion mitgemacht (linkes Foto). Lina Kosanke (linkes Foto, Mitte) und Hanna Kirsten (linkes Foto, rechts) laufen auch gerne mit ihm.

Kleine Geschenke brachte Silvia Gonzalez von der Gemeindeverwaltung am Montagmorgen mit. Die kleinen, biegsamen Lineale kamen bei den Kindern gut an. Noch mehr Geschenke hält sie für Schüler bereit, die öfter zu Fuß unterwegs sind: „Die Kinder sollen einen Wegeplan erstellen, auf dem sie festhalten, wie oft sie in der Woche zu Fuß unterwegs waren.“ Die Pläne werden ausgewertet, und die Kinder mit den meisten zurückgelegten Wegen erhalten ein Geschenk. „Wir wollen die Kinder zum Laufen motivieren. Wenn sie das gerne machen, wollen sie auch seltener gefahren werden“, sagt Gonzalez.

Mehr als 40 Schüler trafen sich am Montagmorgen auf dem Heedfelder Schützenplatz, um gemeinsam zur Grundschule Spormecke zu gehen. Noch bis zum 22. September läuft die Aktion an beiden Schalksmühler Schulen.

Die Anzahl der Kinder, die mit dem Auto gebracht werden, sei durch die Corona-Krise gewachsen, hat Silvia Gonzalez festgestellt. Das Busfahren sei einigen derzeit zu riskant. Vor den Schulen gäbe es dadurch ein höheres Verkehrsaufkommen: „Es kommt öfter zu heiklen Situationen. Besonders an der Primusschule, wo es recht eng zugeht.“

Die Kinder laufen zu lassen oder nicht ganz bis zur Schule zu fahren, ist eine gute Möglichkeit, diese heiklen Situationen zu vermeiden. Es tut nicht nur der Umwelt gut, sondern auch den Schülern – und das nicht nur bis zum Ende der Aktion am 22. September.

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