Info-Veranstaltung der CDU Schalksmühle

Ärztemangel bleibt Dauerthema

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Schalksmühle - „Gesundheit!“ – dieser Wunsch ist allgegenwärtig, und entsprechend groß ist auch das Interesse an diesem Thema. Und so lud die CDU Schalksmühle einen Landtagsabgeordneten ein, um sich über „die ambulante Haus- und fachärztliche Versorgung im Märkischen Kreis“ zu informieren.

Peter Preuß, Sprecher der CDU-Landtagsfraktion für Arbeit, Gesundheit und Soziales, unterstrich die Bedeutung dieses „Kernbereichs“: „Die Politik ist dafür da, die Rahmenbedingungen der ärztlichen Versorgung festzulegen.“ Und so erläuterte der Experte die Strukturen dieses Rahmens zwischen Kassenärztlicher Vereinigung, Krankenkassen und den Akteuren im Gesundheitssystem selbst. Je nach Perspektive gibt es dabei große Unterschiede in den Lagebeurteilungen: Während die Krankenkassen-Vertreter versicherten, es gebe keinen Ärztemangel, sondern nur ein Verteilungsproblem, sehe die Situation vor Ort häufig problematisch aus. Das betreffe nicht nur ländliche Regionen, sondern auch bestimmte Problem-Stadtteile in Großstädten. Statistisch gesehen sei die Ärzteschaft überaltert, wodurch sich der bestehende Ärztemangel in den kommenden Jahren erheblich verschärfen werde: „Viele Hausärzte beklagen sich darüber, dass sie niemanden finden, der ihre Praxis übernehmen kann.“ Weil dieses Problem seit einiger Zeit bekannt ist, wurden vor Ort erste Maßnahmen ergriffen: So unterstützt der Märkische Kreis werdende Ärzte, die sich für mindestens fünf Jahre im Kreisgebiet niederlassen, mit einem Stipendium.

Schalksmühle ist mit Blick auf die hausärztliche Versorgung keine Ausnahme: Derzeit entspricht die ärztliche Versorgung noch weitgehend dem Bedarfsplan. Doch mehrere ansässige Ärzte werden in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen. Dr. Hans Lüsebrink berichtete im Gasthof „Zum Nöckel“, dass er viel Geld in die Hand nehmen musste, um einen Nachfolger für seine Praxis zu finden. Nun sei der aber gefunden – 35 Jahre jung. Für einen weiteren Baustein zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung in Schalksmühle wäre die Gemeinde offenbar bereit, ein Grundstück zur Verfügung zu stellen. Allerdings sind keine Ärzte in Sicht, die bereit wären, ein medizinisches Versorgungszentrum in der Gemeinde aufzubauen. Als Modell gilt Balve, das es nach der Schließung seines Krankenhauses schaffte, in den vorhandenen Räumen ein derartiges VerZentrum anzusiedeln. „Wir müssen die Weichen stellen“, sagte Jörg Weber, Vorsitzender der CDU Schalksmühle, mit Blick auf die Lage 2018.

Natürlich ließen sich bei diesem Thema auch die Krankenhäuser nicht ausschließen: Ralf Schwarzkopf, CDU-Landtagskandidat und Mitglied des Aufsichtsrates des Klinikums Hellersen, benannte offen die Probleme, der sich eine Klinik heutzutage gegenübersieht: Häufige Arztwechsel und hohe Kosten für „Headhunter“, die nach Ärzten suchen – dazu eine gravierende Unterfinanzierung, der die Kliniken auf ihre Weise begegneten. „60 bis 70 Prozent aller Operationen im Krankenhaus sind völlig überflüssig“, zitierte er Insider und rief zu einem „Sparen am Unnötigen“ auf. Eher kritisch sah er Versuche, im Klinikum Hellersen durch „Einsparungen beim Pflegepersonal ein bisschen Geld zu verdienen“.

Viel deutet darauf hin, dass Ärzte nicht mehr rund um die Uhr arbeiten und Zeit für Familie und Freizeit haben wollen. Auch das wird dazu beitragen, dass Fragen zur Ausbildung und Verteilung von Ärzten die Politik weiter beschäftigen werden.

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