Ärger am Hohlweg

Ärger über Sachschaden: Unbekannten vergiften Pflanzen mit Herbiziden

Buchsbäume vergiftet Herbizide Frommelts Schalksmühle
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Die Buchsbäume vor dem Haus der Frommelts in Schalksmühle wurden vergiftet. Das Ehepaar ist „stocksauer“.

Seit vielen Jahren hegen und pflegen Bernd Frommelt und seine Frau Sigrid nicht nur ihren Garten am Hohlweg 12, sondern auch einen kleinen Grünstreifen vor dem Drei-Familien-Haus - bis sie nach ihrem Urlaub auf kaputte Pflanzen stießen.

Schalksmühle – Verärgert und gleichzeitig traurig war das Ehepaar Frommelt, als sie nach einem Kurzurlaub Mitte Juni die liebevoll zurecht geschnittenen Buchsbäume und andere Pflanzen abgestorben vorfanden. Das gleiche Schadensbild zeigte sich auch an anderen Gewächsen. „Wir haben so viel Arbeit in die Pflanzen gesteckt. Wir sind stocksauer.“

Die Ursache für das Absterben der Pflanzen ergab sich aus einem Gutachten einer lokalen Garten- und Landschaftsbaufirma. Es seien großflächige Schäden in Form von abgestorbenen Blättern an den Pflanzen festgestellt worden. Die Art der Schädigung lege nahe, dass es sich vermutlich um den Einsatz eines Herbizides, in diesem Falle Round Up mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat, handele, heißt es in dem Gutachten, dass unserer Redaktion vorliegt. Die Experten empfehlen weitere Untersuchungen, um eine Verseuchung des Bodens auszuschließen.

Der Boden ist nicht nachhaltig geschädigt

Während die Frommelts sicher sind, dass ihre Pflanzen mit dem Mittel vergiftet wurden, untersuchte der Bauhof den Boden des Grünstreifens genauer, da dieser sich im Gemeindebesitz befindet. Das Ehepaar pflegt in Absprache mit der Verwaltung das Stückchen schon seit vielen Jahren und hat nach eigenen Angaben viel Zeit, Schweiß und Geld investiert. Weitere Schritte werde die Gemeinde aber nicht unternehmen, erklärt Ralf Bechtel, Leiter des Technischen Bauamtes auf unsere Anfrage. Es sei definitiv nicht davon auszugehen, dass der Boden nachhaltig geschädigt ist, da dort wieder Wildkraut wächst. „Der Bereich ist wieder kultivierbar.“

Herbizide nachzuweisen, sei mittlerweile schwierig, da diese eine geringe Halbwertszeit hätten. Von einer Anzeige gegen Unbekannt werde die Verwaltung deshalb absehen. „Für uns ist die Sache vom Tisch.“ Dennoch wolle man sich mit dem Ehepaar über die erneute Bepflanzung für beide Seiten einvernehmlich verständigen, sagt Ralf Bechtel. Die Frommelts sind hingegen bereits bei der Polizei vorstellig geworden, haben dort eine Anzeige erstattet und einen Anwalt eingeschaltet, der einen Antrag auf Schadensersatzklage bei Gericht gestellt hat.

Insgesamt, so steht es in dem Gutachten, sind rund 6200 Euro Sachschaden an den 22 Buchsbäumen – die Preisspanne liegt hier zwischen 360 und 800 Euro pro Pflanze – entstanden. Das Schadensbild lasse die Vermutung zu, so Bernd Frommelt, dass es sich um zwei Täter handele. Man habe entsprechende Hinweise aus der Nachbarschaft erhalten.

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