Ärger um Abholzung der Bäume

Dieser Entwurf zeigt, wie der Volmepark nach der Umgestaltung aussehen soll. Durch die Aufweitung der Volme rückt die Uferböschung um einige Meter nach oben (siehe rote Linie). Über das Gelände verteilt werden neue Bäume gepflanzt. - Entwurf: Gemeinde Schalksmühle

SCHALKSMÜHLE -  Nachdem 180 Bäume im Volmepark im Laufe dieser Woche im Zuge der Umgestaltungsmaßnahmen des Volmeparks gefällt wurden, äußert sich nun Ludwig Schweig als Sprecher des Vereins Nabu. „Mit großer Erregung und auch mit Entsetzen haben mich im Ortskern wohnende Bürger auf die Abholzung von 180 Bäumen angesprochen“, sagt Schweig. Oliver Emmerichs von der Gemeinde nimmt dazu Stellung.

Viele Bürger, erklärt Ludwig Schweig, hätten die Planungsinformationen der Gemeinde so verstanden, dass nicht alle 180 Bäume verschwinden sollten, sondern nur diejenigen, die im Zuge der Volmeaufweitung weichen müssen, beziehungsweise damit mehr Licht in den neuen Park fällt. „Diese Bürger sind jetzt zutiefst verärgert und fühlen sich getäuscht“, teilt Schweig mit.

Der Nabu verweise außerdem auf eine ähnliche Renaturierung an der Volme in Brügge. „Ist das ein Zufall?“, fragt Schweig. Außerdem stelle sich ihm die Frage, woher eigentlich die vielen Tiere zuletzt in den Volmeteich kamen, die doch bei der kürzlichen Wasserprüfung noch gar nicht da waren? „Das gerade war doch auch ein Argument für die Zerstörung des Teichs“, sagt Schweig. Des Weiteren frage er sich, warum die Fische, die jetzt aus dem Volmeteich gefischt wurden (wir berichteten), nach Kleve geliefert wurden. „Was kostete der Transport und wer hat das bezahlt? Konnten die Fische nicht in ein einheimisches Gewässer gebracht werden“, fragt Schweig.

Oliver Emmerichs vom Fachbereich Planen und Bauen sagt zu den Vorwürfen, dass ihm zum einen bisher keine Beschwerden aus der Bürgerschaft zum Abholzen der Bäume vorliegen. „Zum anderen haben wir während der Planungen zur Umgestaltung des Parks immer darauf hingewiesen, dass die Bäume weichen müssen, weil sich die Uferböschung durch die Aufweitung der Volme ein ganzes Stück weiter Richtung Park verschiebt“, sagt Emmerichs. Das sei auch in zahlreichen Bürgerbeteiligungen besprochen und nicht etwa verheimlicht worden.

„Zudem ist im Zuge der Planungen auch beschlossen worden, dass zahlreiche neue Bäume gepflanzt werden, zum einen zur Abgrenzung der Straße und zum anderen auf der neu entstehenden Uferböschung.“ Durch das Abholzen und die Neupflanzung von Bäumen werde im neuen Park eine bessere Übersichtlichkeit entstehen, wodurch auch eine bessere soziale Kontrolle möglich sein werde.

Emmerichs kann die Unzufriedenheit mancher Bürger zwar nachvollziehen, die Gemeinde habe jedoch um die jetzt abgeholzten Bäume nicht herumbauen können. „Das hätte erstens mehr Geld gekostet und zweitens wäre auch nicht sicher gewesen, dass die Bäume das überleben.“

Diese Arbeiten seien im Vorfeld aber auch auf Grundlage einer landschaftspflegerischen Begleitplanung und Artenschutzprüfung mit der Unteren Landschaftsbehörde des Märkischen Kreises abgestimmt worden. Notwendige Ausgleichs- und Vermeidungsmaßnahmen wurden bereits durchgeführt, wie die Umsiedlung der Fische oder die Errichtung von Ausweichsquartieren für Fledermäuse oberhalb des Feuerwehrgerätehauses an der Volmestraße.

Dass sich so viele Tiere im Volmeteich befunden hätten, konnte Emmerichs auch nicht bestätigen. „Diese 100 Kilogramm Fisch, die aus dem Teich rausgeholt wurden, sind letztlich wenige, sehr schwere Fische, wie fünf Hechte oder zwei Karpfen, die einzeln bereits zwischen fünf und 20 Kilo wiegen“, erklärt Emmerichs. Die Zahl der umgesiedelten Fische decke sich auch mit einer Überprüfung des Bestandes, die das Wittener Büro „ViehbahnSell“ vor über einem Jahr durchgeführt habe und die auch veröffentlicht worden sei.

Die Umsiedlung der Fische nach Kleve sei deswegen zustande gekommen, da das Büro „ViehbahnSell“ dort einen Verein gefunden habe, der Interesse an den Tieren hatte und sie auch kostenlos abholen wollte. „Das Büro stand auch in Kontakt mit Vereinen in der Region, die die Fische aber entweder nicht wollten oder kein geeignetes Gewässer hatten“, erklärt Emmerichs.

Bürger, die Fragen zu den Regionale-Projekten haben, können sich dienstags und donnerstags an die Mitarbeiter des Quartiersbüros, Bahnhofsstraße 13, wenden. Dort ist dienstags von 15 bis 17 Uhr auch Oliver Emmerichs erreichbar.

Von Alisa Kannapin

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