Abwasserkosten können günstiger werden

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Durch eine Neuaufstellung des zentralen Abwasserplans der Gemeinde können die Abwasserkosten günstiger werden. Bis jetzt ging die Gemeinde von einigen Kanalstücken aus, die künftig saniert werden müssten. Diese Annahmen könnten revidiert werden.

Schalksmühle - Eine Neuaufstellung des zentralen Abwasserplans (ZAP) beschloss am Dienstag einstimmig der Ausschuss für Öffentliche Einrichtungen und Umwelt. Die Überarbeitung wird rund 100 000 Euro kosten.

Von Alisa Kannapin

Der ZAP der Gemeinde wurde zuletzt 1997 überarbeitet. Da sich seitdem Veränderungen im Kanalnetz der Gemeinde ergeben haben, fordert die Bezirksregierung eine Überarbeitung des Plans.

Eine Neuaufstellung ist auch aus anderen Gründen notwendig, wie Jörg Kückelhaus vom Fachbereich Planen und Bauen während der Sitzung erklärte. Zum einen entspricht die Berechnungsmethode des Abwassers nicht mehr dem Stand der Technik. Aktuelle Programme seien in der Lage, die Arbeitsschritte Niederschlag, Abflussbildung und Transport mithilfe hydrodynamischer Modelle zu berechnen, was zu günstigeren Ergebnissen führen könne. Des Weiteren sind weniger befestigte Flächen angeschlossen als 1997 angenommen. Da diese aber eine wichtige Berechnungsgrundlage darstellen, wird die exakte Größe der abflusswirksamen Fläche auf Grundlage der Aussagen der Eigentümer und der Auswertung aktueller Luftbildaufnahmen im Zuge der Neuaufstellung des ZAPs ermittelt.

Außerdem ging man 1997 davon aus, dass die Anzahl der Einwohner der Gemeinde künftig ansteigt. Da aber das Gegenteil der Fall ist und damit auch der Schmutzwasseranfall sinkt, spricht das ebenfalls für eine Überarbeitung des Plans. Darüber hinaus ist es heute auch möglich, den Fremdwasserabfluss genau zu ermitteln.

Wie Jörg Kückelhaus erklärte, ist es nun sehr wahrscheinlich, dass die nach gültigem ZAP rechnerisch überlasteten Kanäle nun nach neuesten Berechnungen ausreichend sind. So könnte im Einzelfall auf den Neubau von Regenbecken oder die Sanierung von Kanalhaltungen verzichtet werden. Die Ergebnisse sind darüber hinaus vor allem dann wichtig, wenn entschieden werden muss, wie ein Kanal saniert wird. Denn wenn keine Vergrößerung eines Kanals notwendig ist, kann häufiger in geschlossener Bauweise gearbeitet werden, was oftmals wirtschaftlicher ist.

Auf Nachfrage des Ausschussvorsitzenden Jörg Weber (CDU) bestätigte Kückelhaus, dass durch die Neuaufstellung die Abwasserkosten langfristig günstiger werden können. Lutz Schäfer (SPD) interessierte, ob schon eher Kosten hätten eingespart werden können, wenn der Plan schon früher überarbeitet worden wäre. „Die Möglichkeit besteht“, antwortete Oliver Emmerichs, Fachbereichsleiter Planen und Bauen. „Warum wurde das dann nicht schon früher gemacht?“, hakte Schäfer nach, worauf Emmerichs keine Antwort hatte. Bürgermeister Jörg Schönenberg betonte, dass die Verwaltung hier aber nichts verschlafen und auch schon früher drüber diskutiert habe.

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