Abwanderung in Städte reduzieren

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Der Verein Partnerschaft Sahelzone traf sich am Donnerstag zur Jahreshauptversammlung und Projektbesprechung.

Schalksmühle - Finanzen und Regularien waren schnell abgearbeitet und der Vorstand entlastet, so dass sich die versammelten Mitglieder des Vereins „Partnerschaft Sahelzone“ im Haus Zum Nöckel zügig den Projektberichten aus Mali und dem Senegal widmen konnten.

Von Thomas Krumm

Bei der Frage, was die Menschen vor Ort brauchen, ging es um vieles, was in Mitteleuropa selbstverständlich ist: sauberes Wasser, Schulbildung, medizinische Versorgung, Ernährung und körperliche Unversehrtheit. Françoise Eckert, erste Vorsitzende des Vereins, stellte das Ausbildungszentrum für Landbau und Viehzucht in Zamblara im Südwesten Malis vor. Dort unterstützen der Verein und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit Jugendliche, denen eine wirtschaftliche Perspektive auf dem Land eröffnet werden soll. Nur so könne die Abwanderung in die Städte reduziert werden.

Die Jugendlichen bekommen eine Schulausbildung und erwerben Kenntnisse in moderner Landwirtschaft. Vor Ort gebraucht werden Unterstände für Rinder, Schafe und Ziegen, um die praktischen Aspekte von Viehzucht und Fütterung kennenzulernen. Dazu ein Geflügelgehege, ein Lagerraum für die Ernte, Einzäunungen für die Erprobungsflächen des Getreide- und Gemüseanbaus. Die Ausbildung dauert zwei Jahre – mittlerweile sind die ersten 30 Absolventen in ihre Dörfer zurückgekehrt.

Ein wichtiger Aspekt der landwirtschaftlichen Entwicklung ist die Vorratshaltung: In einem Projekt im Westen Malis lernen Frauen die Techniken einer erfolgreichen Lagerhaltung und der Verwaltung sogenannter Getreidebanken.

In Kotamani (Südwest Mali) unterstützt der Verein die Renovierung und Erweiterung einer Grundschule. Dort fehlen Dächer auf vorhandenen Gebäuden, ein Lehrerzimmer, sanitäre Einrichtungen, geeignetes Mobiliar und Lehrbücher. „Das ist eine gut geführte Schule – nur die Gebäude waren in einem miserablen Zustand“, erklärte Françoise Eckert. Für diese – wie auch für andere Schulen – gelte, dass die meisten Lehrer Hochschulabsolventen seien. Darauf reagiert ein weiteres Projekt in Kadiolo. Dort organisiert das Schulamt pädagogische Fortbildungen für Gruppen von 20 bis 30 Lehrern, um den Unterricht zu verbessern.

Skeptisch gab sich Walter Schorm, der Mann vor Ort, hinsichtlich eines Projektes im Senegal. In Badi fehlt es auf der Seite der Einheimischen offenbar an den Voraussetzungen für die erfolgreiche Arbeit in einem Gartenprojekt. „Die Frauen schuften von morgens bis abends, bei den Männern fehlt völlig die Eigeninitiative.“ Walter Schorms Fazit fällt deshalb eindeutig aus: „Ich werde dort kein Projekt planen oder durchführen, da mit Sicherheit kein langfristiger Erfolg zu erwarten ist. Gegenüber dem Verein ‘Partnerschaft Sahelzone’ und den Unterstützern kann ich es nicht verantworten, dass Gelder für ein unsicheres Projekt ausgegeben werden.“

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