Gemeindeverwaltung

Abschied nach vielen Jahren aus dem Rathaus 

Zwei Männer eine Frau und ein Präsentkorb
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Abschied vom Rathaus: Rolf Maekler (Mitte) mit Bürgermeister Jörg Schönenberg und seiner Nachfolgerin Jennifer Päßler.

Rolf Maekler hat 1977 seine Ausbildung im alten Rathaus an der Viktoriastraße gemacht. Seitdem hat er 44 Jahre für die Gemeindeverwaltung in Schalksmühle gearbeitet. Nun geht der EDV-Fachmann in den Ruhestand.

Schalksmühle – In der Sprache der Behörden werden Begriffe wie „Einzelkämpfer“ und „Ende einer Ära“ wohldosiert eingesetzt. Als nun also Bürgermeister Jörg Schönenberg am Donnerstag seine Laudatio auf den „Einzelkämpfer“ der gesamten EDV im Rathaus, Rolf Maekler, hielt und das „Ende einer Ära“ verkündete, da war das mithin etwas ganz Besonderes.

Vielleicht auch deshalb, weil da nun einer geht, mit dem der Bürgermeister eigentlich sein komplettes Berufsleben in einem Haus gearbeitet hat: Der im Schalksmühler Rathaus im Dienstjahre-Ranking hinter Klaus Gebauer und direkt vor Schönenberg (43 Jahre) selbst mit 44 Jahren auf Rang zwei geführte Maekler freut sich auf seinen Ruhestand, der am 1. August beginnt.

Wenn so einer geht, geht der Blick immer gerne mal zurück in die Zeiten, die nicht besser und auch nicht schlechter, aber eben ganz anders gewesen sind: Seit 1977 hat Maekler für die Schalksmühler Verwaltung gearbeitet. Die Ausbildung begann er noch im alten Rathaus in der Viktoriastraße, das Sozialamt war da noch in der alten Schule in Dahlerbrück zu Hause. „Und bei der Eingangsprüfung musste ich einen Aufsatz schreiben, ein Diktat und eine Mathearbeit“, erinnert sich Maekler. Genauso wie Jörg Schönenberg ein Jahr später – so war das damals…

Abschied nach vielen Jahren aus dem Rathaus

Nach der Ausbildung arbeitete Maekler im Schulamt, war zuständig für betriebswirtschaftliche Dinge der Lehranstalten, kaufte ein, was einzukaufen war. Erst unter Gemeindedirektor Rolf Breuer und später unter Gerd Gebhardt. Gebhardt war es auch, der Maekler für die EDV „entdeckte“. Es war im Mai 1995, es wurde ein Nachfolger für Peter Huhn gesucht. Aber es war eine Zeit, in der EDV-Dinge noch exotische Randbereiche im Verwaltungsleben waren. Und eine Zeit, in der Pragmatismus in der Verwaltung großgeschrieben wurde. „Gerd Gebhardt ging durchs Haus und fragte, wer denn wohl einen Computer zu Hause habe“, erzählt Maekler. Als Maekler sich meldete, habe Gebhardt gesagt: „Okay, dann machst du jetzt die EDV.“

Eine besondere Ausbildung für diese Aufgabe hatte Maekler, der sich zwar über den 1. Angestellten-Lehrgang innerhalb der Verwaltung weiter qualifiziert hatte, nicht, wohl aber ein Faible für Computer-Angelegenheiten („Ein Bastler war ich immer…“). Und so fuchste er sich hinein in seine neue Aufgabe, die auch darin bestand, dem älteren Teil der Belegschaft ein Arbeitsfeld beizubringen, auf das dieser ältere Teil mitunter gar nicht so versessen war. Da ging es darum, Überzeugungsarbeit zu leisten, eine Abwehrhaltung zu durchbrechen. Und auch darum, den Kollegen „ein bisschen die Hand zu führen“, wie Maekler es nennt. Pionierarbeit, jede Zeit hat ihre Herausforderungen.

Vom Server AS 400 von IBM, dem Klassiker der 90er-Jahre, schwärmt Maekler noch heute in höchsten Tönen. „Das waren geniale Geräte“, sagt der 64-Jährige. Die Zeiten indes änderten sich, die Preise auch, heute liegt die EDV der Verwaltung im Rechenzentrum des Zweckverbandes, der AS 400 ist zumindest fürs Rathaus Geschichte, so wie Maekler es nun bald sein wird.

Es ist unbedingt nötig, dass jemand dazukommt. Alles ist sehr umfangreich geworden. Die Herausforderungen sind andere als vor 20, 30 Jahren. Es wird immer komplexer...

Rolf Maekler über EDV-Aufgaben im Rathaus

Wenn er nun geht, geht er in einer Zeit mit neuen Herausforderungen. Die Digitalisierung in den Schulen schreitet voran. Die Homeoffice-Thematik stelle die Verwaltung ebenfalls vor neue Herausforderungen, sagt Bürgermeister Schönenberg. Maeklers Aufgaben wird Jennifer Päßler übernehmen, ihn „eins zu eins ersetzen“, wie es Jörg Schönenberg nennt. Päßler ist ganz speziell für diese Aufgabe ausgebildet.

Dazu gibt es im Rathaus weiterhin Sascha Bocklenberg, der in Teilen EDV-Aufgaben übernimmt. Und für den Schulbereich stellt die Gemeinde gerade einen neuen Mitarbeiter ein. „Zweieinhalb Kräfte für diesen Bereich“, sagt Schönenberg. Die Zeit der Einzelkämper ist vorbei, zu vielfältig sind die Aufgaben inzwischen.

Ein Ehrenamt beim DRK und viele andere Hobbys

„Es ist unbedingt nötig, dass jemand dazukommt“, sagt auch Rolf Maekler, „das ist alles schon sehr umfangreich geworden. Die Herausforderungen sind andere als vor 20, 30 Jahren. Es wird immer komplexer. Früher konnte man eigentlich alles aus dem Kopf wissen, das geht heute fast gar nicht mehr.“ Dafür hatte Maekler einen anderen großen Vorteil: Er kannte das Rathaus in- und auswendig. Für jüngere, auf Computer spezialisierte Kollegen ist es nun eher eine Herausforderung, diese besondere Welt kennenzulernen und zu verstehen.

Maekler hat seinen Job gerne gemacht, nun aber freut er sich auf einen Ruhestand, in dem er „keine Langeweile haben“ wird. Als Geschäftsführer und Schatzmeister des DRK Schalksmühle hat er ein Ehrenamt inne, das ihn weiter fordern wird. Sein Wohnmobil („Das hatten wir schon vor Corona…“) will er mit seiner Ehefrau ausgiebig für Urlaube nutzen. Und dann sind da noch einige andere Hobbys. Auch der Computer zählt dazu. So ganz wird er von seiner Passion nicht lassen können in einem Ruhestand, der bei so vielen Plänen das Zeug hat, zum echten Unruhestand zu werden.

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