Abschalten auf dem Pferderücken: Flüchtlingskinder auf Hof Mette

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Schalksmühle - Zu einem Nachmittag auf dem Reiterhof lud Sabine Mette am Samstag zehn Flüchtlingskinder aus dem Auffanglager am Dickenberg ein. Die Johanniter, die dort einen Großteil der Betreuung stemmen, und die Kirchengemeinde Oberrahmede hatten die Organisation der Fahrt nach Rölvede übernommen, wo sich der Reiterhof Mette befindet.

Sabine Mette hatte bei der Vorbereitung auf die Unterstützung von Müttern ihrer Reitschülerinnen und auf jene Kinder zählen können, die auf dem Hof ein- und ausgehen. Natürlich habe man auch die Reitschülerinnen eingeladen, um mögliche Berührungsängste mit den Besuchern abzubauen. Die Jüngste von ihnen war kurz vor ihrem dritten Geburtstag.

Und so begrüßten die jungen Gastgeber die Flüchtlingskinder mit einem großen Plakat „Herzlich willkommen!“ Eine Mutter hatte sogar einen großen Kuchen in Pferdegestalt gespendet, der trotz schöner Gestaltung zerlegt werden musste.

Für die Kinder vom Dickenberg war es natürlich ein schönes Erlebnis, mal rauszukommen aus dem Auffanglager und zudem noch etwas so spannendes wie einen Pferdehof zu erleben.

Die Tiere gingen sehr geduldig mit den jungen Besuchern um, die ihnen Zöpfen flochten und lernten, wie man einen Schweif ordentlich kämmt. Ein kleiner Junge ging beherzt auf einen Heuhaufen los und brachte den Pferden in den Boxen Futter.

Sprachlich waren natürlich Hürden zu überwinden – man hatte nicht den Eindruck, dass die Gäste mehr Englisch als Deutsch verstanden. Da konnte eine der jungen Reitschülerinnen schon mal ungeduldig werden, weil die wichtige Warnung vor den möglicherweise ausschlagenden Pferden nicht so richtig ankommen wollte: „Abstand heißt Abstand!“

Nach ein bisschen Tierpflege und einer ersten Einführung in den Reiterhof ging es dann auf die Rücken der Pferde: Die meisten Kinder trauten sich, eine oder mehrere Runden über den Übungsplatz zu machen.

Möglich war die Verständigung über die Länder, aus denen die jungen Besucher kamen: Albanien und Mazedonien, Serbien und Bosnien – vom Balkan also. Und sie gehörten auch nicht zu jenen, die ohne alles nach Deutschland kamen: Immerhin hatten viele der Kinder Smartphones dabei, mit denen sie Fotos von den Pferden, den Gastgebern und sich selbst machten.

Am Dickenberg seien derzeit 29 Kinder, und alle sollen in den Genuss eines Besuchs eines Besuchs auf dem Reiterhof kommen, erklärte Sabine Mette. In den kommenden Wochen sollen deshalb noch zwei weitere Gruppen gleicher Größe nach Rölvede kommen.

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