Abenteurer mit den historischen Motorrädern

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Auch Biker, die zufällig vorbei kamen, waren von den alten Raritäten begeistert. Etwa 500 Exemplare waren zu sehen.

Mesekendahl - Am Samstag fand bei Temperaturen weit über 30 Grad das Treffen der Oldtimer-Motorrad-Freunde statt. Aufgrund der Hitze kamen weitaus weniger Besucher ins Mesekendahl.

Andreas Neumann kann sich noch gut an jenen Tag erinnern, als er seine russische M72 erstmals anmachte und sie lief. Mehr als ein Jahr dauerte es, bis Neumann das erste Mal mit seinem Traum in olivgrün fahren konnte. Doch auch zum Oldtimertreffen hat er den Werkzeugkasten am Samstag griffbereit. Seine Maschine war eine von rund 500 Motorrädern, die am Wildgehege zu sehen waren.

Es war ein ständiges Kommen und Gehen. Eigentlich hatten die Veranstalter rund um Rudi Mähler, den Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Motorrad-Oldtimer Schalksmühle-Heedfeld, auf noch mehr Teilnehmer gehofft. Doch das Wetter machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. „Es ist einfach viel zu warm. Wer mit Motorradsachen nur kurz vor der Ampel anhält, bekommt einen Hitzschlag, das schreckt natürlich ab.“

Bisher hatten die Veranstalter fast immer Pech mit dem Wetter. In den vergangenen Jahren hatte es meist geregnet, was für die Veranstalter genauso schlimm war wie die Sonne am Samstag. Doch davon ließen sie sich die Laune nicht verderben. Fröhlich wurde geklönt und gefachsimpelt. Den ganzen Tag über kamen immer wieder neue Raritäten angerollt. Andere brachen zu einer gemeinsamen Tour auf.

Das versuchte im Übrigen auch Neumann. Doch, wie es der Zufall so will, sprang sein Schätzchen nicht an. „Naja, zuverlässig ist sie wohl noch nicht“, gab Neumann zu. Doch mit Hilfe der anderen Fahrer konnte er angeschoben werden und zu einer kleinen Tour aufbrechen. „Ohne Werkzeugkasten fahre ich genau aus diesem Grund keinen Meter“, erklärte er.

Neumann ist das jüngste Mitglied der Interessengemeinschaft. Sein Motorrad fand er im Internet und verliebte sich sofort. „Als die Maschine aus Russland kam, hatte ich gar keine Ahnung von Motorrädern. Die Maschine lief gar nicht. Eigentlich war es nur ein Haufen Blech“, so Neumann. Mehr als ein Jahr habe er jede freie Minute mit Schrauben, Tüfteln, Recherchieren und Lackieren verbracht – denn, wer seinen Oldtimer wirklich liebt, so Neumann, verwende nur Originalteile. Und an die heranzukommen, sei gar nicht so leicht. Im Handel gibt es die nämlich nur noch selten.

Das Problem kennt auch Mähler. Sein ganzer Stolz ist ein Motorrad Baujahr 1930. Die Tornax war das älteste Motorrad an diesem Tag – glänzte aber wie neu. „Immer noch gibt es etwas zu tun. Wenn die Technik mal so alt ist, geht immer wieder was kaputt“, berichtet der Vorsitzende. Ein Oldtimerfan müsse definitiv eine Portion Abenteuerlust mitbringen. Schließlich wisse man nie, was passiert. „Wenn so eine Maschine das erste Mal läuft, ist man stolz wie Oscar. Wenn sie dann aber kurz vor zu Hause absäuft, könnte man nur noch reintreten“, gibt der Tüftler zu.

Und noch eine Kuriosität zeigt Mähler: Eine Royal Enfield. Ein Motorrad, das vor mehr als 50 Jahren in Deutschland gebaut wurde. Doch diese Maschine ist neu. Denn die Patente wurden nach Indien verkauft und dort wird diese Maschine noch heute gebaut und verkauft.

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