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A45: Weitere Brücke muss neu gebaut werden

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Von: Bettina Görlitzer

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Das Thema der maroden Autobahnbrücken entlang der Sauerlandlinie begleitet die Menschen in der Region schon seit vielen Jahren. Aber die Nachrichten über den nur noch als katastrophal zu bezeichnenden Zustand der Rahmedetalbrücke, lassen Sorgen aufkommen, wie es denn mit den anderen Brücken steht.

Schalksmühle – Die Sterbecketalbrücke auf Schalksmühler Gebiet, ist quasi die direkte Nachbarin der Rahmedetalbrücke. Auch sie muss neugebaut werden. Eine ganze Reihe von vorbereitenden Maßnahmen dafür sind schon in den Vorjahren erfolgt. Zuletzt wurde vor einem Jahr der Verkehr auf eine Seite der Brücke gelegt, um die andere abreißen zu können. Derzeit laufen, wie Bernd A. Löchter, Sprecher der Autobahn GmbH, erläutert, weitere Sanierungsmaßnahmen.

2016 wurden erstmals bei einer Bürgerinformation konkrete Pläne für den Neubau der Brücke vorgestellt. Seitdem hat sich der Neubau, dessen Beginn für 2018 schon einmal angekündigt war, ebenfalls immer wieder nach hinten verschoben. Zuletzt haben wir im März 2021 berichtet, dass die Aufträge im Herbst vergeben werden sollten. Auch das ist noch nicht geschehen. Zeitgleich mit der Rahmedetalbrücke wird aber auch dieses Vorhaben weiter vorangetrieben, bestätigte Löchter.

Sterbecketalbrücke, A45, Schalksmühle
Die alte Sterbecketalbrücke wurde auf einer Seite verstärkt, um die Verkehrslast solange tragen zu können, bis die Fahrzeuge auf die neu gebaute zweite Seite umgeleitet werden können. © Blossey

Baurecht liegt noch nicht vor

Auf Nachfrage der Redaktion erklärte er, dass der Neubau noch nicht begonnen wurde, weil das Baurecht noch nicht vorliegt. Alle Unterlagen dafür seien eingereicht. Das Verfahren laufe. Um das Baurecht zu erlangen, werde das Bauwerk als „Fall unwesentlicher Bedeutung“ eingestuft, wie es schon bei der Lennetalbrücke oder der Talbrücke Rinsdorf der Fall war. Gleichzeitig werde bereits die Ausschreibung erarbeitet. Komplikationen dadurch, dass die beiden unmittelbar aufeinander folgenden Brücken gleichzeitig neugebaut werden sollen, seien nicht zu befürchten: Beide „Baumaßnahmen werden unabhängig voneinander EU-weit ausgeschrieben.“ Daher könnten unterschiedliche Firmen darauf anbieten. „Bisher wurde immer ein Auftragnehmer gefunden“, zeigt sich Löchter auch angesichts einer angespannten Lage im Bausektor optimistisch.

Deshalb gilt für die Sterbecketalbrücke: „Sobald das Baurecht vorliegt, werden wir die Ausschreibung veröffentlichen“, sagt Löchter. „Baustart könnte so noch 2022 sein.“ Wenn das gelingt, könnte, so führt er weiter aus, 2025 der erste der zwei Überbauten in Fahrtrichtung Frankfurt stehen. Denn anders als die Lennetal- und die Rahmedetalbrücke verfüge das vorhandene Bauwerk über dem Sterbecker Tal über zwei Baukörper, sodass beide Fahrtrichtungen getrennt voneinander abgerissen und neu gebaut werden können. Eine anschließende seitliche Verschiebung der neuen Baukörper wird so nicht nötig sein.

Um den Verkehr komplett auf die Brückenhälfte in Fahrtrichtung Dortmund umlegen zu können, musste die Fahrbahn verbreitert werden, damit je zwei Fahrbahnen in jede Fahrtrichtung Platz finden. Die Autobahn-Auffahrt Lüdenscheid-Nord wurde ein Stück nach Süden verlegt, damit sie während der Bauzeit voll funktionsfähig erhalten werden kann.

Um zu gewährleisten, dass diese Hälfte der alten Brücke die, durch die Konzentration des Verkehrs auf eine Seite auch größer gewordene Verkehrslast noch einige Zeit tragen kann, wurde diese bereits 2016 verstärkt. Unter anderem wurden mehrere Spannglieder in den Hohlkasten eingezogen, um das Bauwerk im Innern zu verstärken, und Schubverstärkungen angebracht, erklärte Löchter.

Sterbecketalbrücke, Autobahn, A45
Pläne für die neue Sterbecketalbrücke liegen bei der Autobahn GmbH bereits in der Schublade. © Pläne : Autobahn Westfalen

Böse Überraschungen auch an der Brücke?

Böse Überraschungen wie bei der Rahmedetalbrücke, die von jetzt auf gleich gesperrt werden musste, befürchtet er wegen der Vorarbeiten nicht: „Die Fahrtrichtung Dortmund wurde verstärkt und hat eine ausreichende Restnutzungsdauer.“ Außerdem werde die Brücke regelmäßig geprüft. „Die nächste Hauptprüfung findet 2023 statt.“

Bereits in den 2016 vorgestellten Plänen sollte die Brücke auf vier statt wie bisher sechs Pfeilern errichtet werden. Der nun vorliegende genehmigte Vorentwurf sieht einen Spannbetonquerschnitt vor. „Die Pfeileranzahl wird dennoch von sechs auf vier Pfeiler reduziert.“ Die Brücke wird 265 Meter lang, wobei die Spannweiten für die Einzelfelder so verteilt werden: 47 Meter – 57 Meter – 57 Meter – 57 Meter und wieder 47 Meter. Die einzelnen Pfeiler werden bis zu etwa 45 Meter hoch.

Da der Verkehr bereits auf dem Überbau in Fahrtrichtung Dortmund liegt, kann, sobald der Startschuss erfolgt, das Teilbauwerk in Fahrtrichtung Frankfurt gesprengt werden. Es soll dann von Süden nach Norden auf einer Vorschubrüstung neu errichtet werden. Wenn dieser erste Teil der Brücke fertig ist, wird der Verkehr so wie jetzt, mit je zwei Fahrbahnen ohne Standstreifen auf diese Seite verlegt. Im Anschluss wird das alte Teilbauwerk in Fahrtrichtung Dortmund gesprengt und dann, ebenfalls über eine Vorschubrüstung, wieder neu erbaut.

Ob die Anschlussstelle Lüdenscheid-Nord nach dem Brückenneubau erneut verlegt werden muss, beantwortete Löchter nicht direkt, aber es scheint zumindest möglich: „Die aktuelle Lage der Anschlussstelle ist wegen der kommenden Baustellenverkehrsführung verlegt worden, die endgültige Lage wird so gewählt, dass sie für die ausgebaute A 45 so leistungsfähig wie möglich ist.“

Wie bei allen anderen Ausbau- und Sanierungsmaßnahmen entlang der Sauerlandlinie, wird auch die neue Sterbecketalbrücke für den sechsspurigen Ausbau der A 45 vorgesehen.

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