Nach dem Duschen

An der A45: Raststätten-Mitarbeiter macht Lkw-Fernfahrerin seltsames Angebot

Eine schwangere Frau wurde auf einem Parkplatz auf der A3 einfach vergessen.
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Auf der A45-Raststätte Kaltenborn kam es zum merkwürdigen Angebot durch den Servicemitarbeiter.

Von einem etwas zwielichtigen „Abenteuer“ an der A 45-Raststätte Kaltenborn auf Schalksmühler Gebiet hat eine 57-jährige Fernfahrerin im Amtsgericht Lüdenscheid berichtet.

Schalksmühle/Lüdenscheid - Am Nachmittag des 26. Mai 2019 verbrachte sie dort ihre vorgeschriebene Ruhezeit, die sie unter anderem zum Frischmachen unter der Dusche nutzte. Ein Mitarbeiter der Raststätte bot weitere Dienstleistungen an: „Massage und einen Kaffee würde es kostenlos dazu geben“, erinnerte sich die Zeugin an eine Ankündigung, die ihr Gegenüber bald darauf in dem kleinen Duschraum erneuert habe. Sie erinnerte sich an die Worte: „Wie soll ich dich massieren? Du bist ja schon angezogen.“

„Es war nicht angenehm“

Dann habe er sie am Nacken angefasst und angefangen, sie zu massieren. „Das bin ich gar nicht gewöhnt, dass man so etwas angeboten kriegt“, kommentierte die Zeugin das Geschehen, das ihr „nicht angenehm“ war. Eingeklemmt in die Duschkabine habe sie sich festgesetzt gefühlt: „Ich konnte da nicht weg.“ Es blieb bei der Nackenmassage. Zu einer sexuellen Belästigung kam es nicht. „Er ist eigentlich die ganze Zeit höflich gewesen“, erinnerte sich die Zeugin und verwies auf die Kundin vor ihr: Auch ihr gegenüber sei der Angeklagte höflich gewesen, gleichzeitig aber auch „ungewöhnlich nahe dran“.

Und es klang schon sehr merkwürdig, was der Servicemitarbeiter der 57-Jährigen nach der Massage angeblich noch mit auf den Weg gegeben hatte. „Ich sollte nach Feierabend nochmal wiederkommen – dann würde ich alles umsonst bekommen.“ Noch auf dem Rasthof begegnete die 57-Jährige einer Polizeistreife, bei der sie sich erkundigte, ob man sich so etwas gefallen lassen muss. Daraus entwickelte sich ein Strafverfahren wegen Nötigung.

Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe: Er habe angeklopft, der Zeugin eine Tasse Kaffee gereicht und die Duschtasse mit einem Wischmopp gereinigt. Dann sei er wieder rausgegangen. Durch die Enge in der Duschkabine sei es möglicherweise zu einem ungewollten Körperkontakt gekommen. Richter Andreas Lyra fragte nach der Nackenmassage. „Das gab es nicht“, behauptete der Angeklagte.

Keine förmliche Verurteilung

Richter und Staatsanwalt zeigten sich dennoch stark geneigt, der Zeugin zu glauben, die keinen Grund für eine Falschbelastung hatte und eine sehr vorsichtige und glaubwürdige Aussage machte. Weil der Angeklagte allenfalls „eine untere Form von Gewalt“ angewendet hatte, gab es keinen Anlass für eine förmliche Verurteilung. Ganz ungeschoren kam er aber nicht davon: Er erklärte sich letztlich einverstanden mit der Zahlung einer Geldauflage von 600 Euro an den Kinderschutzbund. Im Gegenzug wird das Verfahren endgültig eingestellt. „Zum Glück ist nicht richtig viel passiert“, erklärte der Richter. „Der Angeklagte wollte ihr irgendetwas Gutes tun – sich selber aber auch.“ Und so gab es noch einen Warnhinweis zum Abschied: „Distanziert bleiben!“

Am Montag, 26. Juli, kam es auf der A45 zu einem schweren Unfall mit einem mit Redbull beladenen Lkw.

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