"Basta" vor ausverkaufter Halle Spormecke

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Schalksmühle - Wie peinlich ist es wirklich, laktosetolerant zu sein? Wer hat bloß den Urlaub unter Primaten auf den Kanarischen Inseln empfohlen? Und ist Älterwerden wirklich so schlimm, wenn man doch einen Rasierpinsel samt Rasierpinselbehälter hat?

Das Programm, das die A-Cappella-Band Basta am Freitagabend in der ausverkauften Festhalle Spormecke präsentierte, war ein äußerst unterhaltsamer Streifzug durch die großen und kleinen absurden Fragen des Alltags. Vor eine solche Frage stellte die Band offenbar auch der Veranstaltungsort: „Wenn das die Festhalle ist, wie sieht dann die Turnhalle aus?“ 

Gut zweieinhalb Stunden lang trugen die fünf Sänger Stücke ihres jüngsten Albums „Freizeichen“ vor. Sie beklagten mit „Offline“ die Smartphone-Sucht, besangen den Hass auf „Gute-Laune-Musik“ und trällerten ein Liebeslied für alle Jochens, Jürgens und Christians. 

Mit dem Song „Älter“ scheint die Band ein Thema aufgegriffen zu haben, das einige Mitglieder gerade auch ganz persönlich umtreibt. „Als wir mit Anfang 20 angefangen haben, träumten wir von einem Bravo-Starschnitt“, blickte Frontmann William Wahl zurück. „Heute freuen wir uns über einen CD-Tipp in der Brigitte Woman.“ 

Manchmal sehne er sich auch nach der „klassischen deutschen Pampigkeit“ zurück, wie er sie aus seiner Kindheit in den 70er-Jahren kenne: „Da hingen in den Amtsstuben noch Schilder mit dem Satz ,Ich bin hier bei der Arbeit und nicht auf der Flucht’. Warum steht heute an der Tür eines geschlossenen Geschäfts der Satz ,Gerne sind wir morgen wieder für sie da’ – und nicht ,Zu’?“ Im Interesse einer ehrlichen Sprache heiße das folgende Lied daher „Putzfrau“ und nicht „Reinigungskraft“. 

Zwischendurch streute das Quintett auch etliche Klassiker ein, darunter das „Frühstück bei Stefanie“ und die Begrüßung vermeintlicher A-Cappella-Hasser mit „Schön, dass du gekommen bist“. Auch Wahls Auftritt mit Gitarre und dem gestammelten „Anekdotenbehindert“ war für Fans der Gruppe sicher nicht neu – deshalb aber nicht weniger lustig. 

Als das Publikum sich schließlich so richtig warmgelacht hatte, wagte Basta ein ehrgeiziges Experiment. „Die Band ,Dorfleute’ – besser bekannt unter ihrem englischen Namen ,Village People’ – war ja in den 70er-Jahren mit ziemlich albernen Texten sehr erfolgreich“, so lautete die Überlegung. „Das wäre doch gelacht, wenn wir das auf Deutsch nicht noch blöder hinkriegen!“ Also liehen sich die fünf Sänger für ihren Song „ADHS“ die Melodie des Hits „YMCA“ aus und zappelten ordentlich herum. Die Zuschauer fanden’s gut und sangen den Refrain lautstark mit und klatschten Basta nach dem offiziellen Ende zu gleich drei Zugaben zurück auf die Bühne. Anschließend luden die Sänger im Foyer noch zu Signierstunde, Preisausschreiben und dem im Begrüßungssong in Aussicht gestellten Bier ein.

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