Panikattacken nach Übergriff

Auf Kinderstation des Klinikums Lüdenscheid: Sex-Attacke auf Mädchen durch Widi-Mitarbeiter

+
Auf Kinderstation des Klinikum Lüdenscheid: Sex-Attacke auf Mädchen durch Widi-Mitarbeiter

Ein 62-Jähriger aus Schalksmühle musste sich wegen sexueller Nötigung vor Gericht verantworten. Das Opfer war eine 16-Jährige. Nun ging der Angeklagte in Berufung – mit wenig Erfolg.

Schalksmühle/Hagen - Weitgehend bestätigt hat eine Berufungskammer des Landgerichts das Urteil gegen einen 62-jährigen Schalksmühler. Die Richter minderten die vom Amtsgericht Lüdenscheid verhängte Bewährungsstrafe lediglich um einen Monat auf fünf Monate. 

Vor der Berufungsinstanz hatte der Angeklagte die ihm vorgeworfene sexuelle Nötigung erstmals zugegeben, was dem zur Tatzeit 16-jährigen Opfer des Übergriffs eine erneute Aussage vor Gericht ersparte. 

Vorfall im September 2018

Der Vorfall, der der Anklage zugrunde lag, hatte sich am 6. September 2018 im geschützten Bereich der Kinderstation des Kreisklinikums in Lüdenscheid-Hellersen zugetragen. Der Angeklagte war damals für die Wirtschaftsdienste (Widi) des Krankenhauses tätig. Schon in den Tagen vor dem Zwischenfall soll er die 16-jährige Patientin wiederholt als „Süße“ angesprochen haben. Am Morgen des Tattages versuchte er, der jungen Patientin einen Zungenkuss zu geben. Weil sie sich geistesgegenwärtig wegdrehte, blieb davon nur ein feuchter Wangenkuss übrig, den die Zeugin im Amtsgericht als sehr ekelig schilderte. 

Unmittelbar nach dem Zwischenfall entschuldigte sich der 62-Jährige bei ihr für sein Verhalten. Er habe nicht anders gekonnt, weil sie so reizend gewesen sei. Die 16-Jährige vertraute sich ihrer Mutter und ihrer älteren Schwester an, bevor Mitarbeiter und der Chefarzt der Kinderstation davon erfuhren und eine Strafanzeige auf den Weg brachten. Dem 62-Jährigen wurde fristlos gekündigt. 

Im Landgericht Hagen war zunächst offen, ob die mittlerweile 18-jährige Zeugin erneut von dem Vorfall würde berichten müssen. Der Vorsitzende Richter Dr. Christian Voigt wies den Angeklagten darauf hin, dass er die Aussage der Zeugin als glaubwürdig einschätze: „Ich kann kein Falschbelastungsmotiv erkennen. Sie hat den Angeklagten in ihren Aussagen geschont, und keine Gravierungen (Übertreibungen) vorgenommen.“

Keine weiteren Zeugen vernommen

Der 62-Jährige und sein Anwalt Dominik Petereit beschränkten die Berufung daraufhin auf das Strafmaß. Dieser Schritt beinhaltete ein Geständnis und damit die rechtskräftige Feststellung des Tatgeschehens. Weitere Zeugenvernehmungen wurden dadurch unnötig. Staatsanwältin Dorothée Jacobi sah keinerlei Anlass zu einer Strafminderung: „Wir haben hier kein reuiges Geständnis des Angeklagten. Die Geschädigte musste in der ersten Instanz ganz ausführlich aussagen.“ Es dürfe nicht sein, dass man im geschützten Bereich der Kinderklinik „Sorge haben muss, dass dem Kind etwas angetan wird“. Das Ganze sei eine ekelhafte und widerliche Situation gewesen – mit einem Mann, „der ihr Großvater sein könnte“. 

Schon in der ersten Instanz habe die Staatsanwaltschaft eine Strafe von einem Jahr auf Bewährung beantragt. Gemessen daran sei die verhängte Strafe von sechs Monaten „milde“. Die Richter minderten das Urteil vor allem wegen des auf formalem Wege abgelegten Geständnisses des Angeklagten. Dieser habe keine Vorstrafe und das Tatgeschehen habe sich „im unteren Bereich des Möglichen“ bewegt. Gleichwohl habe sich der Vorfall im geschützten Raum der Kinderklinik zugetragen, und die 16-Jährige habe nach dem Vorfall an Panikattacken gelitten. Eine weitere Reduzierung der Strafe sei deshalb ausgeschlossen. Als Bewährungsauflage muss der Angeklagte 1400 Euro an den Förderverein der Kinderklinik zahlen.

Auch im Kreis Unna in Bergkamen gab es einen sexuellen Übergriff. Ein Mann vergewaltigte ein 15-jähriges Mädchen, schlug sie brutal mit einer Pistole. Vor Gericht wurde nicht nur bekannt, wie die Ermittler dem Tatverdächtigen auf die Spur kamen, sondern auch viele weitere verstörende Details zur Tat.

In Menden erlebte eine Bäckerei-Verkäuferin einen Albtraum. Während sie kurz vor Ladenschluss im Hinterzimmer die Spülmaschine ausräumte, wurde sie plötzlich von einem Mann mit Lederhandschuhen gepackt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare