Gemeinde Schalksmühle erhält Förderung

Förderung für den 3. Ort - Kreuzkirche im Blick

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Die Kreuzkirche am Mathagen soll ein Ort der Begegnung und des Austausches werden.

Schalksmühle - Unter insgesamt 150 Bewerbungen aus ganz Deutschland setze sich die Gemeinde Schalksmühle durch. Sie gehört zu den glücklichen 17 Kommunen, die sich über eine positive Juryentscheidung im Rahmen der ersten Phase des Förderprogramms „Dritte Orte – Häuser für Kultur und Begegnung im ländlichen Raum“ freuen können.

Vergangene Woche gaben der Parlamentarische Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft, Klaus Kaiser, und Claus Hamacher, der Beigeordneten für Kultur des Städte- und Gemeindebunds Nordrhein-Westfalen, bekannt, dass unter anderem die Gemeinde zunächst mit 50 000 Euro zur Konzeptentwicklung unterstützt wird. 

Was ist das Ziel der Förderung?

Insgesamt stehen für das Förderprogramm bis 2023 zehn Millionen Euro zur Verfügung, für die erste Förderphase sind 750 000 Euro vorgesehen. Ziel der Förderung sei es, die Herausforderungen, die die kulturelle Infrastruktur des ländlichen Raumes aufgrund gesellschaftlicher und technologischer Veränderungen erfährt, zu meistern. 

Eine Diskussion über neue Rollen und die Weiterentwicklung von Kultureinrichtungen werde benötigt. Die Erprobung neuer Modelle soll unterstützt werden. Dritte Orte können ein Weg sein, Kultur im ländlichen Raum zu stärken und gleichzeitig neue Orte der Begegnung und des gesellschaftlichen Miteinanders zu schaffen, heißt es vonseiten der Verantwortlichen. 

Was soll mit dem Geld passieren? 

„Wir möchten, dass in dem vorhandenen, leer stehenden Kirchenkomplex der Kreuzkirche ein Kultur-, Bildungs- und Begegnungszentrum entsteht, das die örtliche Musikschule und die VHS beherbergt, aber auch diversen anderen lokalen Gruppierungen ein Dach bieten kann“, erklärt Anja Wolf, Fachbereichsleiterin Bildung, Kultur und Sport, die Grundidee der Gemeindeverwaltung. „In dem bisherigen Gemeindezentrum sollen Büro-, Gruppen- und Proberäume entstehen. Neben Musikschule und VHS könnten zum Beispiel auch die noch aktiven Gruppen der bisherigen Kirchengemeinde die Räumlichkeiten nutzen.“ 

Weitere Bedarfe von anderen lokalen Vereinen oder Institutionen seien zu erwarten und würden ganz sicher im Rahmen des Öffentlichmachens und Konzepterstellung des Vorhabens an die Gemeinde herangetragen. Geplant sei, zur Aufwertung der Aufenthaltsqualität in dem Gebäude auch ein Gastronomiebetrieb unterzubringen. 

Ziel sei es, dass sich die ehemalige Kreuzkirche zu „dem“ kulturellen Treffpunkt in Schalksmühle entwickelt. Zudem werde eine Vernetzung dieses Ortes mit den Musikschul- und VHS-Standorten in den benachbarten Kooperationskommunen geplant. „In der Verwaltung selbst beschäftigen wir uns schon seit einiger Zeit mit dieser Idee, sind mit den Verantwortlichen der Evangelischen Kirchengemeinde Schalksmühle-Dahlerbrück im Gespräch und haben bereits eine grundsätzliche Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben“, erklärt die Leiterin weiter.

„Als ich Anfang dieses Jahres von dem Fördermittelprogramm des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW erfahren habe und im Februar die Auftaktveranstaltung zu diesem Programm besuchte, war mir relativ schnell klar, dass unsere Idee ziemlich genau in dieses Förderprogramm passt, so dass wir Mitte April eine entsprechende Bewerbung für die erste Förderphase gestellt haben.“ Über die Entscheidung der Jury sei sie sehr glücklich. 

Die Details zu der Förderung 

Das neue Förderprogramm soll von 2019 bis 2023 laufen und kulturelle Einrichtungen in kommunaler oder freier Trägerschaft fördern. Voraussetzung ist die Kooperation mit weiteren Einrichtungen, Vereinen oder Initiativen, um gemeinsam die Entwicklung beziehungsweise Weiterentwicklung eines Ortes voranzubringen. 

Wie viele Förderphasen gibt es? 

Das Programm ist aufgeteilt in zwei Stufen: . Entwicklung von Konzepten für die (Weiter-)Entwicklung einer Kultureinrichtung (Laufzeit Oktober 2019 bis September 2020) . Umsetzung von Konzepten (Laufzeit Februar 2021 bis Dezember 2023). 

Was muss die Verwaltung nun tun? 

„Wir müssen nun bis zum 31. Juli einen ausführlichen Projektantrag nachreichen und erhalten dann zum 1. Oktober maximal 50 000 Euro, die wir verwenden können für externe Beratung, Prozessbegleitung, Beteiligungsformate, Veranstaltungen, Gutachten, künstlerische Projekte und Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit. Der Fördersatz beträgt maximal 80 Prozent. Der zu erbringende Eigenanteil kann vollständig durch bürgerschaftliches Engagement substituiert werden. Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft hat ein Programmbüro „Dritte Orte“ eingerichtet, das durch die startklar a+b GmbH betreut wird. Für die Konzepterstellung werden wir rund ein Jahr Zeit haben.

 Am Ende steht dann eine Ausarbeitung, die neben einem konkreten Nutzungskonzept auch Angaben über Kosten, Finanzierung, Trägerschaft, Betreibermodell und Zeitschienen enthält. Dieses Konzept werden wir dann bis Ende September 2020 für die zweite Förderphase einreichen und damit Fördermittel für die bauliche Umsetzung beantragen. Vorgesehen ist ein maximaler Förderbetrag von 600 000 Euro. 150 000 Euro Eigenanteil müssten wir selbst aufbringen.“ 

Was können die Bürger tun? 

Ganz wesentlicher Bestandteil dieser Konzeptionierungsphase werde die Bürgerbeteiligung sein, betont Anja Wolf, die sicher ist, dass dieses Vorhaben auf großes Interesse in der Bevölkerung stoßen wird. „Das Projekt wird durchaus eine große Herausforderung. Am Ende entstehe dabei hoffentlich ein Ort, der für Schalksmühle und für die Region ein außergewöhnlicher und attraktiver Dritter Ort werde. Was sagt die Politik dazu? Die FDP-Landtagsabgeordnete Angela Freimuth meint: „Es freut mich sehr, dass dieses Projekt unter den Bewerbern ausgewählt wurde und unsere Gemeinde einen Schritt weiter zu einem kulturellen Begegnungsort ist. Ich wünsche den Akteuren viel Erfolg bei der Entwicklung eines Dritten Ortes.“ 

Der Stellvertretende Kreisvorsitzende der CDU Mark, Ralf Schwarzkopf, und der Fraktionsvorsitzende der CDU Schalksmühle, André Krause, erklären, dass Dritte Orte ein echter Gewinn für Schalksmühle seien. Hier können Menschen zusammenkommen und kreativ sein und das mit ganz unterschiedlichen Ansätzen. Damit schaffe man in Schalksmühle eine neue Idee, Kultur zu erleben und sich zu begegnen. Gleichzeitig stärke man das kulturelle Angebot bei uns im ländlichen Raum. 

Umnutzung des Kirchengebäudes

Man freue sich sehr, dass das Projekt die Jury überzeugt habe und man in Schalksmühle jetzt für den Dritten Ort eine Förderung von bis zu 50 000 Euro für ein Jahr bekommen könne. Damit starte man kreativ durch. Das Projekt zeige, wie innovativ und frei man Kultur leben könne. Die Idee, eine Umnutzung des Kreuzkirchengebäudes am Mathagen zu erwirken, wurde von der Jury zum einen als ein besonders zukunftsorientiertes Vorhaben in einem sehr ländlichen Raum bewertet. Zum anderen habe sie aber auch besonders das fundierte Akteursspektrum hervorgehoben, so die beiden Politiker anschließend.

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