Nach Drama auf Autobahn

30-Jährige rettet Fahrer auf A45 aus brennendem Lkw

Mutige Retterin: Die 30-jährige Julia Hense aus Dortmund zog den bewusstlosen Lkw-Fahrzeug aus dem brennenden Fahrzeug. - Fotomontage: MZV

Schalksmühle - Die Dortmunderin Julia Hense war am vergangenen Freitag auf dem Weg zur Arbeit nach Olpe, als sie auf der A45 zur Lebensretterin wurde. Sie eilte dem Lkw-Fahrer zur Hilfe, der mit seinem Fahrzeug auf der Autobahnbrücke Sterbecke verunglückte.

Der Lkw fing nach der Kollision mit der Leitplanke Feuer und brennende Teile des Lasters lagen bereits auf der Fahrbahn. Trotz der Gefahr zog Hense den bewusstlosen Fahrer kurzentschlossen aus dem Führerhaus. Für ihren Mut und den selbstlosen Einsatz wird die 30-jährige Mutter von zwei Söhnen bundesweit bewundert.

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Viele andere Autofahrer hätten das Warnblinklicht angeschaltet und seien am Unfallort vorbeigefahren, während sie – wie der Zufall es wollte Rettungsassistentin von Beruf – vor dem Lkw rechts auf den Standstreifen fuhr. „Ein anderes Auto hatte angehalten und dessen Fahrer rief, dass noch jemand eingeklemmt im Führerhaus liegt. Da war für mich klar: Ich muss ihn da rausholen, sonst verbrennt er“, erzählt Julia Hense im Gespräch mit unserer Zeitung. Den Einwand, das sei zu gefährlich, da der Lkw jeden Moment explodieren könne, hätte sie nur ignorieren können.

Hense kletterte ins Führerhaus, packte den Fahrer so gut es ging und zog ihn mithilfe des anderen Autofahrers raus. „Wir haben den Verletzten dann noch etwa 100 Meter weiter aus der Gefahrenzone gezogen.“ Kurze Zeit später brannte auch das Führerhaus.

Bilder von der Unfallstelle:

LKW-Brand auf der A45 in Höhe Talbrücke Sterbecke

Zum Geretteten selbst habe Hense noch keinen Kontakt gehabt. Aber mehrere Fernsehteams wollten jetzt über den Fall berichten. „Und ich habe bereits eine Einladung zu einem Jahresrückblick im Fernsehen. Die werde ich auch annehmen.“

Außerdem gingen unzählige Facebook-Nachrichten bei ihr ein – voller Bewunderung und Anerkennung. „Das sind mittlerweile mehr als 700. Ich komme gar nicht dazu, die alle zu lesen“, sagt Julia Hense. Seit dem Unfall am Freitag gebe es kaum ein anderes Thema, jeden Tag müsse sie daran denken und Kollegen, Freunde und Fremde nähmen Anteil an der besonderen Geschichte. „Es war auf jeden Fall aufregend.“

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