24-Stunden-Einsatz, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt

Beim Abtransport von Verletzten gibt es viel zu beachten. Hand in Hand arbeiteten die Nachwuchskräfte mit den erfahrenen Rettern.

Schalksmühle - Eine Verpuffung im Bauhof, eine vermisste und alkoholisierte Person im Waldgebiet rund um Rotthausen und ein schwerer Verkehrsunfall : Auch wenn all diese Szenarien nur Teil einer Übung waren, an den Nerven der Einsatzkräfte zehrten sie dennoch. Volle Konzentration war bei der 24-Stunden-Übung gefragt.

Bei schweißtreibenden Temperaturen zeigte die Löschgruppe Schalksmühle der Freiwilligen Feuerwehr am Freitag und Samstag vollen Einsatz. 25 Aktive waren in die 24-Stunden-Übung des Löschzugs, die am Freitagabend mit einer ersten Übung auf dem Bauhofgelände begann, eingebunden.

Unter Leitung von Löschzugführer Dirk Hauck probten die Einsatzkräfte für den Ernstfall. Verschiedene realitätsnahe Einsatzszenarien, die rasches Eingreifen der Feuerwehr erforderten, stellten die Helfer vor schwierige Aufgaben. Mit vier Fahrzeugen war die Löschgruppe vor Ort. Gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr führten die Schalksmühler die Übung am Bauhof – von Tobias Katte und Dirk Hauck ausgearbeitet – durch.

Die Ausgangslage: eine Verpuffung bei Wartungsarbeiten an Maschinen. Drei vermisste Personen – einen Kameraden und zwei Dummies – galt es aufzuspüren, auf Verletzungen zu untersuchen und sachgerecht zu bergen. Dem Leitspruch verpflichtet: „Menschenrettung oberste Devise, danach Brandbekämpfung aufbauen“, machten sich die Helfer auf die Suche nach den Verletzten. Acht Jugendliche, der jüngste 13 Jahre alt, arbeiteten mit den „alten Hasen“, bei denen jeder Handgriff saß, in gemischten Einsatzgruppen zusammen. Mit dem Spineboard bargen die Helfer ihren „verletzten“ Kameraden Edgar Müller unter schwierigsten Bedingungen. Das Problem: Es war mit einer Wirbelsäulenverletzung zu rechnen. Sogar einen „Toten“ galt es zu beklagen.

Ein Schaum- und vier C-Rohre kamen bei der anschließenden Brandbekämpfung mit Aufbau der Löschwasserversorgung zum Einsatz. Mit Atemschutz gingen die Einsatzkräfte gegen das Feuer vor. Um verunreinigtes Löschwasser aufzufangen, wurde abschließend in den Kanal ein Kanaldichtkissen eingebaut.

Die zweite Übung, die zu später Stunde im Wald bei Rotthausen begann, hatten Uwe Hofbauer und Stefan Mölders ausgearbeitet. Hier ging es darum, bei Dunkelheit einen Vermissten nach feucht-fröhlicher Nacht aufzuspüren. Mit Wärmebildkameras und Ortungsgeräten schwärmten die Helfer aus, um den verloren gegangenen Zecher, der sich obendrein einen Bruch zugezogen hatte, zu suchen.

Um den Wald auszuleuchten, war es nötig, eine Stromversorgung aufzubauen und Kabel zu verlegen. Rettungspunkte an Wanderbänken – per Notruf durchgegeben – gaben den Einsatzkräften wertvolle Hilfen, in welchem Gebiet der Vermisste zu suchen war.

Mit einer dritten Übung am Samstag endete das umfangreiche Rund-um-die-Uhr-Programm der Schalksmühler. Schwerpunkt der Übung war diesmal die technische Ausbildung. Richtiges Verhalten bei einer Verkehrsunfall-Rettung übten die Helfer ein.

In Nachbesprechungen ließen die Einsatzkräfte die Übungen und deren Verlauf Revue passieren. Dabei wurden auch die kleinsten Details, die nicht optimal gelaufen waren, besprochen. Denn im Ernstfall muss alles klappen.

Von Monika Salzmann

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