1972 Euro Schulden pro Kopf

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Schulden in verschiedenen Farben: Schalksmühle ist leider nicht grün, sondern blau. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei mehr als 1900 Euro.

Schalksmühle - Die Gemeinde hatte Ende vergangenen Jahres Schulden in Höhe von 20,764 Millionen Euro. Rein rechnerisch ergibt sich, so der Bund der Steuerzahler (BdSt) mit Verweis auf Zahlen von Information und Technik Nordrhein-Westfalen als amtliche Statistikstelle des Landes, für jeden Einwohner der Gemeinde eine Verschuldung von gut 1972 Euro.

In Nordrhein-Westfalen lag der Wert laut BdSt noch deutlich höher, nämlich bei 3545 Euro. Die Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände Nordrhein-Westfalens erreichten Ende 2016 mit 63,3 Milliarden Euro einen neuen Höchststand. 

Zurück nach Schalksmühle: Knapp 21 Millionen Euro Schulden – das waren fast 8 Millionen Euro beziehungsweise über 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Zurückzuführen ist der Anstieg der Verbindlichkeiten vor allem auf die massiven Investitionstätigkeiten in den Aufbau der Primusschule. Bekanntlich wurden die Häuser eins und zwei am Schulzentrum Löh für Millionensummen bereits umfassend saniert, das künftige Haus drei, das alleine knapp fünf Millionen Euro kostet, wird derzeit gerade errichtet, soll bis Jahresende bezugsfertig sein. 

Die rechnerische Pro-Kopf-Verschuldung jedes Schalksmühler Bürgers erhöhte sich von 2006 bis 2016 um mehr als 136 Prozent von 835 auf 1972 Euro. Zum Jahresende 2006 hatten die gemeindlichen Schulden 9,8 Millionen Euro betragen. 

Keine Kassenkredite

Dennoch gehört Schalksmühle weiterhin zu den finanziell gesünderen Kommunen in NRW, kalkuliert ab 2018 regelmäßig mit deutlichen Haushaltsüberschüssen und kommt schon aktuell ohne laufende Kassenkredite, die den Gemeinden zur kurzfristigen Liquiditätsbeschaffung dienen sollen, aus, während diese Kredite in vielen anderen NRW-Kommunen in den vergangenen Jahren deutlich zunahmen. 

Eine aus Sicht des Steuerzahlerbundes besonders problematische Entwicklung. Denn Kassenkredite seien dazu gedacht, kurzfristige Liquiditätsengpässe zu überbrücken, ähnlich dem Dispo bei einem privaten Girokonto. Wenn Kommunen diesen „Dispo“ in Anspruch nehmen, um laufende Ausgaben zu bestreiten und zugleich weniger Geld für Investitionen aufnehmen, zeige dies, dass sie nur noch von der Hand in den Mund lebten. 

Nur elf der 396 Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen waren laut BdSt Ende 2016 schuldenfrei. Für den Märkischen Kreis trifft dies auf keine der Kommunen zu, allerdings für Schalksmühles direkte Nachbarstadt Breckerfeld.

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