Vermeintlicher Scherz wird teuer

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Schalksmühle - Straftaten fallen nicht vom Himmel: Sie entstehen im Kopf, werden geplant und fast immer viel zu wenig durchdacht. Insofern war es sehr nachvollziehbar, dass das Personal der Total-Tankstelle an der Volmestraße sehr empfindlich reagierte, als ein 19-jähriger Knabe am Morgen des 30. September im Verkaufsraum der Tankstelle laut über einen möglichen Überfall sinnierte.

Er habe das doch nur aus Spaß gesagt, beteuerte er im Amtsgericht Lüdenscheid, wo er sich wegen eines seltenen Tatvorwurfs verantworten musste: „Bedrohung des öffentlichen Friedens durch Ankündigung von Straftaten“. 

Er selbst schilderte den Anlass vor Gericht so: Die damals anwesende Servicekraft habe ihm ungefragt erzählt, dass die Überwachungskameras im Verkaufsraum derzeit nicht funktionierten, worauf er erwidert habe: „Dann kann man die Tankstelle ja ausräumen.“ 

Diesen Dialog erinnerte die Mitarbeiterin ganz anders: Der junge Kunde habe sich seinerseits nach dem Funktionieren der (durchaus nicht defekten) Überwachungskameras erkundigt. Er habe auch schon ein anderes Unternehmen ausgeraubt, habe er behauptet, „da hätten sie die Falschen gekriegt“. 

Und nicht lange vor einer mittlerweile aufgeklärten Serie von Überfällen auf Tankstellen im Nordkreis gab es auch schon gute Gründe, besorgt und hellhörig zu sein: „Das Problem ist, dass wir schon so oft überfallen wurden“, begründete die 31-Jährige die sensible Reaktion. 

Jugendrichter Wolfram Arnold sah Anlass, dem jungen Mann Zeit zum Nachdenken über dumme und schlaue Sprüche und damit verbundene Lebensentwürfe zu geben. Und weil zuviel Muße einen Menschen nicht unbedingt auf gute Gedanken bringt, verordnete er dem jungen Mann 60 Stunden Sozialdienst.

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