Schalksmühler wegen verbotener Pillen vor Gericht

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Symbolbild Justitia

Schalksmühle - Vier Tabletten eines verbotenen Aufputschmittels stellte die Polizei am 28. April in der Hosentasche eines 18-jährigen Schalksmühlers sicher. Jetzt stand er vor Gericht.

„Wir räumen den Sachverhalt ein“, gab Rechtsanwältin Christina Moll im Amtsgericht Lüdenscheid das Sprachrohr für das Geständnis ihres Mandanten. Weil Richter Wolfram Arnold wissen wollte, warum der junge Mann vier Ecstasy-Tabletten bei sich gehabt hatte, ergänzte dieser die Umstände: Er sei damals seit einem Jahr mit seiner Freundin zusammen gewesen. Dieses Ereignis habe das Paar gemeinsam mit zwei Freunden feiern wollen, was einen Bedarf von vier Tabletten ergab.

Wo der 18-Jährige das Zeug gekauft hatte, wollte er nicht verraten. Und der Bericht der Jugendgerichtshilfe über frühere Drogenprobleme ließ seine Behauptung, das Quartett habe den Stoff anlässlich der Feier „ausprobieren“ wollen, in einem etwas zweifelhaften Licht erscheinen. Andererseits lief vieles rund in seinem Leben: ein guter Realschulabschluss, eine abgeschlossene Ausbildung, ein neuer Job. „Absolut unauffällig – bis auf den Drogenkonsum“ sei sein Leben verlaufen.

Und so legte nicht nur sein Berufswunsch „Bundeswehr“ nahe, das Verfahren vorläufig einzustellen und ihm keine unnötigen Steine in den Weg zu legen.

Ganz ohne Strafe ging die Sache allerdings nicht ab: Die Aktendeckel schließen sich über dem Hosentaschenfund erst dann, wenn der Angeklagte 400 Euro an den Verein „Die Fleckenbühler“ überwiesen haben wird. Die Lebensgemeinschaft und Selbsthilfeorganisation von Menschen mit Sucht- und Alkoholproblemen hilft Menschen beim Ausstieg aus den Drogen und vermittelt ihnen durch gemeinsame Arbeit berufliche Perspektiven.

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