Zweiter Regionale-Stern für das Kreisprojekt

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Freuen sich über den zweiten Stern für das Projekt „Ein Kreis packt aus“: (von links) Johannes Bayerschen, Landrat Thomas Gemke, Uwe Sieg, Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper und Frank Adler. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Die Volme entspringt in Meinerzhagen, unterhalb der Ortslage Schnüffel. Bevor sie nach exakt 49,8 Kilometern bei Hagen in die Ruhr mündet, durchlebt der Fluss an vielen Stellen ein regelrechtes Schattendasein. Von den 4150 Metern auf Meinerzhagener Stadtgebiet sind allein 1390 Meter verrohrt. Das könnte sich ändern.

„Ein Kreis packt aus – wir befreien unsere Bäche und Flüsse“ lautet der griffige Titel eines Projektes, das der Märkische Kreis im Rahmen der Regionale 2013 Südwestfalen angemeldet hat. Jetzt gab es dafür den zweiten Stern, was bedeutet: Die Chancen auf Realisierung der geplanten Maßnahmen sind deutlich gestiegen.

„Die Volme wird innerhalb des Projekts sozusagen das Hauptthema sein“, erläutert Frank Adler, Regionale-Beauftragter bei der Kreisverwaltung gegenüber unserer Zeitung. Noch gibt es zwar keine konkreten Festlegungen auf Art, Umfang und Termine. Doch in den nächsten Monaten soll weiter am Fortschritt gearbeitet werden. Dabei wird auch die Öffentlichkeitsarbeit und hier die Einbindung möglichst vieler an Natur- und Umweltschutz interessierter Bürger und Institutionen intensiviert. So soll es 2011 in Kooperation mit der Natur- und Umweltschutzakademie NRW eine Aktionswoche unter der Themenstellung „Lebendige Gewässer“ geben.

Frank Adler hebt auch die thematische Verbindung zu einem weiteren Regionale-Projekt hervor: „Oben an der Volme – ein Fluss verbindet“. Die vier Nachbarkommunen Meinerzhagen, Kierspe, Halver und Schalksmühle planen hier gemeinsam verschiedenste Vorhaben, die sich nach seiner Einschätzung gut verknüpfen lassen würden, mit dem Projekt des Kreises. Es gibt Aussicht darauf, dass auch hierfür bei der nächsten Bewertungsrunde der zweite Stern vergeben werden kann. Stern drei bedeutet schließlich die Realisierungsphase, im Rahmen derer auch Fördermittel seitens des Landes zweckgebunden in Anspruch genommen werden können.

Die Freude war groß, als Landrat Thomas Gemke und Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper am Mittwoch dieser Woche die gute Nachricht aus erster Hand erfuhren. Bei der Sitzung des Regionale-Ausschusses in Meschede war dem Projektvorschlag „Ein Kreis packt aus“ der zweite Stern verliehen worden. Das ist ein Projekt, mit dem wir wirklich nach vorne kommen“, kommentierte Landrat Thomas Gemke die Entscheidung.

Mit der Verleihung des zweiten Sterns hat der Märkische Kreis nachgewiesen, dass zu der Realisierung des Vorhabens, das auf den Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtline fußt, ein rechtlich und wasserbautechnisch abgestimmtes Handlungs- und Umsetzungskonzept vorliegt. Es ist gelungen, unterschiedliche Akteure einzubinden und für eine Mitarbeit zu gewinnen – unter anderem das Naturschutzzentrum Märkischer Kreis in Lüdenscheid, das Wald- und Umweltpädagogische Zentrum in Meinerzhagen sowie das Naturschutzzentrum „Arche Noah“ in Menden. „Als Projektträger hoffen wir, dass sich auf dem Wege zum dritten Regionale-Stern weitere Akteure hinzugesellen“, lädt Landrat Gemke zum Mitmachen ein.

Erst im April hatte sich der Verein „VolmeNatur“ gegründet, in dem Umweltaktivisten aus dem oberen Volmetal und Lüdenscheid sich gemeinsam für eine Aufwertung der Volmeauen engagieren wollen. Vorsitzender ist der Meinerzhagener Grünen-Ratsherr Paolino Barone.

Und darum geht es bei dem Projekt: Der Märkische Kreis verfügt über rund 226 Kilometer Flusslauf. Viele Flüsse und Bäche wurden im Laufe der vergangenen Jahrzehnte verrohrt oder überbaut. Kreisdirektorin Dienstel-Kümper berichtet aus ihrer Heimatstadt Meinerzhagen. „Wer weiß schon, dass die Volme mitten durch die Stadt verläuft. Davon sieht man nichts.“ Der Kreis sieht sich mit seinem Vorstoß in Einklang mit der neuen EU-Wasserrahmenrichtlinie. Die Regionale 2013 bietet nun die Möglichkeit, sich mit wegweisenden Maßnahmen und Projekten der Region zu präsentieren und damit die Flüsse und Bäche wieder in die Wahrnehmung der Menschen zu bringen.

Durch das Öffnen der Flüsse und Bäche hätten der Märkische Kreis sowie seine Kommunen die Chance, nicht nur durch Renaturierungsmaßnahmen die Gewässerstruktur und Gewässergüte zu verbessern, sondern auch aktiven Hochwasserschutz zu betreiben. Letzteres könne Schäden minimieren. Darüber hinaus werde der Freizeit- und Erholungswert deutlich gesteigert. ▪ -fe

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