Geschäftsneubau an der Oststraße geplant

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An der Oststraße soll nach Abriss der beiden hier noch stehenden Geschäftsgebäude ein neuer dreigeschossiger Neubau entstehen, so die Planung von zwei heimischen Investoren.

meinerzhagen -  Größere Geschäftsneueröffnungen hat es in Meinerzhagen – im Gegensatz zur Nachbarstadt Kierspe – in jüngerer Zeit nur sehr selten gegeben.

Von Horst vom Hofe

Vielmehr hat der Leerstand von Ladenlokalen in stadtzentraler Lage erkennbar zugenommen. Auch ein Drogeriemarkt fehlt nach der insolvenzbedingten Schließung von Schlecker in der Innenstadt. Mögliche Neuansiedlungen scheiterten zuletzt immer wieder auch daran, dass die möglichen Immobilien dafür in der Regel zu klein sind, zu wenig Verkaufsfläche bieten und keine direkte Anbindung zu Parkplätzen haben. Vor diesem Hintergrund könnte ein aktuelles Bauvorhaben an der Oststraße eine Verbesserung der Situation bringen. Zwei heimische Investoren wollen gemeinsam ein neues zweigeschossiges Geschäftshaus mit Tiefgarage errichten.

Uwe Schriever, einer der beiden Projektträger, erläuterte im Gespräch mit der MZ die Konzeption des Vorhabens. Bei dem künftigen Standort des geplanten Neubaus handelt es sich um die Flächen, die zurzeit noch mit den beiden unmittelbar angrenzenden Geschäftsgebäuden Schriever und Kessler (ehemals Möbelhaus) bebaut sind. Nach Abriss beider Gebäude würde auf dem Kessler-Grundstück Oststraße 11 ein neuer langgestreckter Baukörper errichtet. Als Nutzer für die Erdgeschossfläche ist ein Lebensmittelsupermarkt vorgesehen. Als Nutzer für das Obergeschoss ist das Mode- und Sporthaus Schriever projektiert, das hier dann seinen neuen Standort bekommen würde. Darüber hinaus ist ein zurzeit noch an anderer Stelle im Stadtgebiet ansässiges Sport- und Fitnessstudio als Obergeschossnutzung projektiert. Rund 130 Parkplätze würden rund um das neue Gebäude entstehen, so auf dem dann freigemachten Gelände des jetzigen Schriever-Gebäudes sowie in der Tiefgarage des Neubaus. Eine Überbauung der angrenzenden Volme ist nicht vorgesehen. Eine Umfahrung wird über zwei Brücken möglich sein, wovon eine neue gebaut werden müsste.

Uwe Schriever berichtet gegenüber der MZ von schon weit vorangeschrittenen Verhandlungen mit mehreren interessierten Nutzern des für einen Lebensmittelmarkt vorgesehenen Erdgeschosses. Namentlich nannte er als mögliche Nutzer den Discounter Aldi und die REWE aus Dortmund. Hintergrund für dieses konkrete Interesse: Sowohl Aldi Nord als auch die REWE suchen in Meinerzhagen neue Standorte für ihre bisherigen Niederlassungen.

Im Fall der REWE geht es um eine Verlagerung des bislang an der Hauptstraße betriebenen Standortes für den Kaufpark. Wie konkret diese Absicht ist, geht aus einem der MZ zur Verfügung gestellten Schreiben an die Stadt Meinerzhagen vom September dieses Jahres hervor. Dabei wird erneut dargestellt, dass es „trotz wiederholter Bemühungen und Kontakten zur Stadt“ bislang zu keiner Verbesserung der bestehenden, aus Sicht der REWE „nicht mehr bedarfsgerechten und langfristig so auch nicht mehr wirtschaftlich tragbaren Situation“ an der Hauptstraße gekommen sei. „Wir sind nach wie vor bereit, die Versorgung in Meinerzhagen als Lebensmittelvollsortimenter mit der gewohnten Zuverlässigkeit zu erfüllen. Grundlage hierzu ist jedoch ein auf die Wünsche des Verbrauchers abgestimmter moderner Supermarkt, der gleichzeitig eine ausreichende wirtschaftliche Grundlage bietet. Da der heutige Standort diese ausreichende Perspektive nur zeitlich begrenzt bietet, haben wir uns aktuell mit dem Standort Oststraße beschäftig. Dieser Standort kann die vorstehenden Kriterien erfüllen“, heißt es wörtlich.

Sollten die REWE und Aldi am Ende bei der Suche nach neuen besseren Standorten in Meinerzhagen nicht fündig werden, könnte am Ende ein vollständiger Rückzug beider Anbieter aus Meinerzhagen drohen, wie dies im Übrigen auch schon an eingen anderen Orten mit vergleichbaren Situationen die konkrete Folge war.

Die Stadt möchte mit dem in Aufstellung befindlichen Einzelhandels- und Zentrenkonzept die Innenstadt stärken und größere Ansiedlungen von über 800 qm Verkaufsfläche an anderer Stelle verhindern. An der Oststraße soll, so die Planung, ein solches Vorhaben mit 1100 qm Fläche entstehen, was den Intentionen der potenziellen künftigen Nutzer entspricht. In einem eigenen Gutachten weisen die beiden Investoren aus ihrer Sicht schlüssig nach, dass dies für Meinerzhagen keine nachteiligen Auswirkungen haben würde.

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