Altlastverdächtige Fläche

Gebäudeensemble wird zwangsversteigert

Die Zwangsversteigerung findet im Amtsgericht Meinerzhagen statt.
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Die Zwangsversteigerung findet im Amtsgericht Meinerzhagen statt.

Das Gebäudeensemble an der Fröbelstraße 7 wird am 7. Oktober ab 10.30 Uhr im Amtsgericht Meinerzhagen zwangsversteigert.

Meinerzhagen – „Unter den Hammer“ kommen an diesem Tag laut Amtsgericht Meinerzhagen zwei Grundstücke, bebaut mit einem eigengenutzten und zuletzt vermieteten Mehrfamilienhaus mit Gewerbeeinheit, bestehend aus acht Gebäudeteilen (Wohnhaus, Bürotrakt, zwei Garagen, Produktions- und Lagerhallen). Die Gesamtwohnfläche beträgt etwa 674,51 Quadratmeter, die Gesamtnutzfläche etwa 990,76 Quadratmeter. Wohnhaus, Anbau, Freisitz und Bürotrakt wurden etwa 1973 errichtet, die Garagen 1969, die Produktion 1964, 1969, 1994 und 2000. Der Verkehrswert betrage für das eine Flurstück 183 300 Euro, für das zweite 766 500 Euro.

„Grund und Boden kontaminiert“

„Der Grund und Boden ist erheblich mit Altlasten kontaminiert“, heißt es im Online-Justizportal. Der Märkische Kreis als Untere Bodenschutzbehörde ist nun mit diesem Problem befasst. „Das Grundstück ist uns bekannt. Hier befand sich über mehrere Jahrzehnte ein metall- und kunststoffverarbeitender Betrieb. In Betrieben dieser Art ist der Umgang mit umweltgefährdenden Stoffen üblich. Im Jahr 2018 erfolgte hinsichtlich des Gebäudes die privat beauftragte Untersuchung einer Bausubstanzmischprobe – Wände und Bodenbelag. Die Ergebnisse zeigen erhebliche Belastungen des untersuchten Materials hinsichtlich der Parameter PAK, polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe, MKW, Mineralölkohlenwasserstoffe, und EOX, extrahierbare organisch gebundene Halogene“, erläutert Alexander Bange, Pressesprecher des Kreises.

Altlastverdächtige Fläche

Ob auch Bodenbelastungen vorliegen, wurde laut Bange „seinerzeit nicht untersucht“. Das Grundstück werde im Altlastenkataster bislang als altlastverdächtige Fläche geführt. Bange weiter: „Dies gehört bei stillgelegten Betrieben dieser Art allerdings zum üblichen Vorgehen und sagt noch nichts über eine konkrete Gefährdung aus. Den Verdacht zu überprüfen, wäre das Ziel einer orientierenden Bodenuntersuchung. Die Untere Bodenschutzbehörde entscheidet im Einzelfall, ob eine solche erforderlich ist oder nicht.“

Im vorliegenden Fall hängt nach Mitteilung des Märkischen Kreises das weitere Vorgehen aus Bodenschutzsicht davon ab, wie das Grundstück zukünftig genutzt werden soll. „So wäre etwa eine Wohnnutzung als sensibler einzustufen als eine Gewerbenutzung. Für eine mögliche Nutzungsänderung müsste ein Baugenehmigungsverfahren durchgeführt werden. Hierbei würde die Untere Bodenschutzbehörde beteiligt und abhängig vom Bauantrag eine Untersuchung des Grundstücks fordern, um die notwendigen Maßnahmen festzulegen. Wie auch die Kosten für Baumaßnahmen wären eventuelle Entsorgungs- und Sanierungskosten vom künftigen Eigentümer zu tragen“, informiert Alexander Bange.

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