322 500 Euro für den Meinerzhagener Nahverkehr

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Die Fördermittel sind für Verbesserungen des ÖPNV im ländlichen Raum bestimmt.

Meinerzhagen - Verglichen mit Großstädten, ist der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) im ländlichen Raum oft wenig attraktiv. Abseits der Zentren ist beim Warten auf den Bus manchmal Geduld gefragt. Das soll besser werden.

Und da kommen die 322 500 Euro gerade recht, die für Meinerzhagen jetzt aus Düsseldorf als Fördergeld überwiesen werden.

Die FDP-Landtagsabgeordnete Angela Freimuth verkündete die gute Nachricht am Donnerstag: „Wie Verkehrsminister Hendrik Wüst in Düsseldorf bekannt gab, kann sich Meinerzhagen über eine Fördersumme von 322 500 Euro freuen. Das Projekt ,On Demand’ überzeugte im Landeswettbewerb ,Mobil.NRW’, mit dem Modellvorhaben innovativer ÖPNV im ländlichen Raum unterstützt werden.“ Antragsteller war übrigens die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG). Im nächsten Schritt muss nun bis zum 1. April ein „bewilligungsfähiger Förderantrag“ bei der Bezirksregierung eingereicht werden, damit die Fördergelder ausgezahlt werden können.

Und was genau steckt hinter den Plänen, die jetzt mit Landesmitteln umgesetzt werden können? „In Meinerzhagen soll ein flächendeckendes On-Demand-System entstehen, das Regionalbuslinien für Bürgerinnen und Bürger aus Valbert und anderen Siedlungen mit Zubringerdiensten besser erreichbar macht“, teilt Freimuth mit. „On Demand“ heißt „auf Nachfrage“. Auf den Personennahverkehr mit dem Bus bezogen, soll es dadurch möglich werden, ein Transportmittel quasi nach Bedarf zu bestellen. Besonders für Bewohner der Außenbezirke eine verlockende Aussicht. Statt unter Umständen in Hunswinkel lange auf einen Linienbus zu warten, soll dann ein Anruf reichen. Fahrziel und Uhrzeit übermitteln – und schon klappt es in einem überschaubaren Zeitraum, ein Transportmittel zur Verfügung zu haben, so die Vorstellung. Diese „Bedarfsverkehre“ sollen den normalen Linienbusverkehr aber keinesfalls komplett ersetzen, sie sind als Ergänzung zum bestehenden ÖPNV-Angebot gedacht. Allerdings: Der Ticketzuschlag im „bedarfsgesteuerten Verkehr“ beträgt dann (maximal) 50 Prozent mehr als ein Einzelfahrschein kostet.

Das geförderte Modellvorhaben in Meinerzhagen umfasse den Test- und Pilotbetrieb und es soll nach dem Projektabschluss in den Regelbetrieb übergehen. Dabei sei auch daran gedacht, das Angebot „bedarfsgerecht zu erweitern“, indem Betriebszeiten ausgedehnt und die räumliche Abdeckung vergrößert werden. 

Auch die FDP-Landratskandidatin Angela Freimuth freut sich über den Erfolg der Meinerzhagener Projektidee: „Südwestfalen und der Märkische Kreis sind eine Industrieregion mit viel Landschaft, die einen attraktiven ÖPNV vor besondere Herausforderungen stellt. Wir brauchen neue Konzepte für ländliche Gebiete. Deshalb ist es wichtig, hier neue Wege zu beschreiten, beispielsweise durch die Kooperation mit dem örtlichen Taxigewerbe den Anschuss an die Regionalbusse oder die Bahn zu ermöglichen.“ 

Die NRW-Landesregierung aus Freien Demokraten und Christdemokraten hat mit der Auslobung des Landeswettbewerbs ein Instrument geschaffen, um insgesamt 30 Millionen Euro, die für die innovative Fortentwicklung des ÖPNV in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung stehen, an vielversprechende Projekte weiterzureichen. Eine Fachjury wählte aus insgesamt 38 eingegangenen Projektvorschlägen auch den der MVG aus.

Das freut auch Helmut Klose, den städtischen Fachbereichsleiter „Zentrale Dienste“ im Meinerzhagener Rathaus: „Es ist schön, dass die MVG den Förderantrag gestellt hat und dass nun die Fördermittel fließen. Dazu kann ich die Märkische Verkehrsgesellschaft nur beglückwünschen.“

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