Ökumene in Meinerzhagen

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Weihbischof Wilhelm Zimmermann kommt am 22. November in die Johanneskirche.

Meinerzhagen - Sie glauben alle an Gott. Und sie sind getauft. Evangelische und katholische Christen haben viel gemeinsam – und nach wie vor einiges, das sie trennt.

Eucharistie oder Abendmahl? Frauen im Priesteramt – oder besser nicht? Die Ehelosigkeit der katholischen Geistlichen. Das alles spielt allerdings keine Rolle bei der Ökumene. 

Diese Zusammenarbeit zwischen evangelischen und katholischen Christen wird auch in Meinerzhagen gelebt. Das betont auch die evangelische Pastorin Petra Handke. Und sie hat ein schönes Beispiel für die praktische Kooperation der beiden großen Konfessionen in Meinerzhagen: Am Buß- und Bettag, 22. November, sind alle interessierten Bürger ab 19 Uhr in die Johanneskirche eingeladen. Dort findet dann ein „ökumenischer Gottesdienst für den Frieden“ statt, der geleitet wird vom Essener Weihbischof Wilhelm Zimmermann und eben Pastorin Petra Handke. 

Sind es wirtschaftliche Gründe, die beide Konfessionen auf einen Kurs bringen, oder ist es die Besinnung auf gemeinsame Werte? Vielleicht spielt beides eine Rolle. Fakt ist, dass beide Kirchen seit Jahrzehnten immer weniger Mitglieder zählen und die Steuereinnahmen sinken. Das hat Auswirkungen bis an die Basis – auch in Meinerzhagen. Dass es für zwei katholische Kirchen in der Volmestadt keine Zukunft gibt, steht beinahe fest. St. Martin soll aufgegeben werden, einen genauen Zeitpunkt konnte Pfarrer Thorsten Rehberg bislang nicht nennen. Die Entscheidung liege nun in den Händen des Bischofs, teilte er bereits vor Monaten mit.

„Wir werden in Zukunft enger zusammenrücken, natürlich mit Augenmaß“, ist die Überzeugung von Pastorin Petra Handke. „Das passiert beispielsweise beim ökumenischen Frauenkreis“, fügt sie hinzu. „Viele Aufgaben können wir nur gemeinsam stemmen“, ist Petra Handke überzeugt. Sie berichtet auch von einem regen Austausch jenseits der offiziellen gemeinsamen Veranstaltungen: „So treffen wir uns regelmäßig und reden über mögliche Umstrukturierungsmaßnahmen in den Gemeinden.“ 

Die Seelsorgerin berichtet auch davon, dass die Hemmungen abnehmen, was gegenseitige Gottesdienstbesuche angehe: „Wir konnten auch einige katholische Christen in unserem jüngsten Reformationsgottesdienst begrüßen“, freut sie sich. 

„Mein Traum ist es, mehr gemeinsam zu machen.“ Pfarrer Thorsten Rehberg ist geistliches Oberhaupt der Großpfarrei St. Maria Immaculata. Und er findet Ökumene ebenfalls gut, sie könne sogar noch intensiviert werden. Zuletzt habe man allerdings sehr viel Zeit und Energie in den eigenen Pfarrentwicklungsprozess gesteckt, deshalb sei die Ökumene vielleicht etwas vernachlässigt werden. Das soll sich nun aber ändern: „Wir werden uns in den nächsten Monaten diesem Thema widmen“, verspricht er. Wenn Rehberg sagt, es sei noch eine ganze Menge mehr drin, meint er auch gemeinsame Veranstaltungen wie Bibel- und Glaubensgespräche. Sein Fazit zur Ökumene in Meinerzhagen: „Wir möchten mehr tun.“

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