„Zurück zur Natur“ gilt auch für die Ihne

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Die Ihne führt in Valbert teilweise ein Leben im Verborgenen, umgeben von Beton. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Der Ihnebach im Bereich Valbert soll renaturiert werden.

Das ist einmütiger Wille der Stadtverwaltung und der Politik. Im Ausschuss für Planung, Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt, der am Donnerstag im großen Saal des Rathauses tagte, war dieses Vorhaben ein Punkt auf der Tagesordnung.

Die Ihne ist auf dem Gebiet des Ebbedorfes zurzeit kaum wahrnehmbar – der eigentlich idyllische Bachlauf zwängt sich durch Betonrinnen und Rohre. „Die ökologische Verbesserung der Ihne auf dem Gebiet der Ihnewiesen ist unser Anliegen“, erläuterte Fachbereichsleiter Jürgen Tischbiereck und fügte hinzu: „Momentan entspricht die Ihne nicht dem, was wir unter einem naturnahen Gewässer verstehen.“ Auf 200 Metern Länge soll die „Verbesserungsmaßnahme“ durchgeführt werden, die Ihne soll hier, nach den Vorstellungen der Verwaltungsexperten, ein 60 Zentimeter breites und 20 Zentimeter tiefes Bett bekommen. „Dadurch würde die Ihne auch bei Trockenheit Wasser führen. Wir möchten eine wechselnde Böschung anlegen mit gewässertypischen Bäumen und anderen Pflanzen“, erläuterte Tischbiereck die Vorstellungen der Verwaltung.

120 000 Euro sind für die Maßnahme veranschlagt, inklusive Kosten für den Ingenieur und Grunderwerb – von dieser gewaltigen Summe müsste die Stadt Meinerzhagen voraussichtlich allerdings nur einen Teil übernehmen. Die Voraussetzung: Es fließen Fördermittel. Ein entsprechender Förderantrag soll gestellt werden, die mögliche Bezuschussung beläuft sich laut Tischbiereck auf 40 bis 80 Prozent der Gesamtsumme. Gespräche mit der Unteren Wasserbehörde wurden von der Stadt bereits geführt, Ihne-Anlieger seien mit dem Projekt einverstanden, teilte Tischbiereck mit. Zudem, so der Fachbereichsleiter weiter, habe man mit dem Märkischen Kreis in Sachen „Finanzierung“ Kontakt aufgenommen.

Um die Ihne im Bereich der Renaturierungsfläche überqueren zu können, sind zwei Brücken eingeplant – in welcher „Ausführung“, ist noch offen. Der Trampelpfad vom Krabben zum Piepenströtken soll im Zuge der Maßnahme zu einem Fußweg ausgebaut werden, so jedenfalls die Bitte von Ausschussmitglied Axel Oehm (CDU). Ob das allerdings mit Fördermitteln machbar sei, daran äußerte Fachbereichsleiter Friedrich Rothaar erhebliche Zweifel. Dass die Ihne sich durch die Maßnahme in Zeiten starker Niederschläge zu einem rauschenden Bach mit „Überschwemmungspotenzial“ entwickeln könnte, diese Befürchtung zerstreute Jürgen Tischbiereck: „Die Ihne fließt heute schneller, als sie das nach der Renaturierung tun würde.“ ▪ beil

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