450 Zuhörer bei Konzert der Philharmonie Südwestfalen

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Mit einem letzten temperamentvollen Bogenstrich beendeten die Streicher ihren Vortrag.

Meinerzhagen - Ein musikalisches Feuerwerk wurde rund 450 Zuhörern am Freitagabend in der Stadthalle beim Neujahrskonzert der Philharmonie Südwestfalen geboten.

Doch zunächst begrüßte Karl-Heinz Kraus im Namen von KuK die Musikfreunde und dankte den zuverlässigen Sponsoren, die einmal mehr diesen kulturellen Höhepunkt im Programm des Vereins, der in diesem Jahr seit 20 Jahren besteht, ermöglicht hatten. 350 Mitglieder habe KuK mittlerweile, und 2016 hoffe man diese Zahl auf 400 steigern zu können, sagte Kraus.

Durch den Abend führte mit Humor und vielen Erläuterungen zu den Musikstücken WDR-Moderatorin Beate Schmies. Charles Oliveri-Munroe, seit 2011 Chefdirigent des Landesorchesters Nordrhein-Westfalen und bekannt für seine innovative Programmauswahl, habe auch diesmal wieder tief in die „Notenkiste“ gegriffen und nicht nur Kompositionen der Strauß-Dynastie ausgesucht, sondern auch Stücke, die man gemeinhin nicht unbedingt bei einem Neujahrskonzert erwarte.

Davon konnten sich die Zuhörer gleich beim ersten Vortrag, der schwungvollen Ouvertüre zur komischen Oper „Zampa“ von Ferdinand Hérold überzeugen, mit der der Komponist im 19. Jahrhundert in Frankreich und Deutschland überaus erfolgreich war, und mit dem das Landesorchester die Musikfreunde sofort begeistern konnte.

Schmerzliches Begehren hatte Franz Schmidt beim Intermezzo der romantischen Oper Notre Dame, für die der Roman „Der Glöckner von Notre Dame“ als Vorlage diente, in Noten ausgedrückt, und als temporeichen Kontrapunkt zur melancholischen Stimmung dieses Stückes ließ das Orchester eine Polonaise von Antonín Dvorák, einen temperamentvollen Ungarischen Tanz von Johannes Brahms und das mit gleichbleibenden kleinen Notenwerten beschleunigte „Perpetuum Mobile“ aus der Feder von Johann Strauß II folgen. Atem holen konnten Musiker und Dirigent beim getragenen „To a wild rose“ von Edward MacDowell, bevor eine weitere Ouvertüre – diesmal „Das Glöckchen des Eremiten“ von Louis-Aimé Maillart – das Ende des ersten Konzerteils einläutete.

Nachdem viele Gäste die Pause leider mit Warten auf ein Getränk und/oder einen kleinen Imbiss verbringen mussten, wurde das Programm mit einer fröhlichen Polka aus „Die verkaufte Braut“ von Bedrich Smetana zunächst schwungvoll, dann sehr gefühlvoll mit einem Intermezzo aus „Manon Lescaut“ von Giacomo Puccini fortgesetzt. Es folgten eine Ouvertüre von Jacques Offenbach und – als kleine Hommage an den böhmischen Komponisten – ein Slawischer Tanz von Dvorák, der in Prag geboren wurde, wo heute der in Malta geborene und in Kanada aufgewachsene Dirigent des Landesorchesters lebt.

Obwohl Charles Oliveri-Munroe, der „sein“ Orchester mit vollem Körpereinsatz und ausladenden Arm- und Handbewegungen dirigierte, nach eigenem Bekunden der Meinung ist, dass zu viel „Strauß“ nicht gut für ein Neujahrskonzert sei, kamen dann doch noch alle Freunde des Dreivierteltaktes beim Dynamiden-Walzer von Josef Strauß auf ihre Kosten, bevor es mit der „Vergnügungszug-Polka“ von „Walzerkönig“ Johann Strauß rasant dem Ende des Konzertes entgegen ging. Doch so schnell wollte das Publikum die Musiker nicht ziehen lassen, und so nahmen die Philharmoniker als Zugabe mit Hans Christian Lumbyes Kopenhagener Eisenbahn-Dampfgalopp noch einmal Fahrt auf, und nach weiterem Applaus, der nun stehend gespendet wurde, folgte der Radetzky-Marsch, der bei keinem Neujahrskonzert fehlen darf und bei dem begeistert mitgeklatscht wurde.

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