Kräfte bündeln, um Sterbenskranken zu helfen

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Monika Besner, Anja Kussek, Karin Burk und Ingrid Papst (von links) im Gespräch.

Meinerzhagen - Sterben muss jeder. Doch oft ist der Tod ein Tabuthema. Wer beschäftigt sich schon freiwillig mit Leid und Vergänglichkeit? Anja Kussek und Karin Burk tun allerdings genau das.

Ihre Intention: Die letzten Tage, Wochen oder Monate im Leben von Sterbenskranken erträglich zu machen.

Dabei müssen sie mit Verzweiflung und Schmerz umgehen, um ein Ziel zu erreichen, das Anja Kussek so umschreibt: „Wir möchten den Sterbenden in dieser Lebensphase die bestmögliche Lebensqualität verschaffen.“

Die Krankenschwester aus Kierspe ist seit fünf Jahren als Koordinatorin für den Palliativmedizinischen Konsiliardienst Lüdenscheid-Olpe tätig. Neben weiteren Palliativ-Care-Fachkräften sind in diesem Zusammenschluss auch Ärzte aktiv, die sich auf die Behandlung von Patienten mit einer nicht mehr heilbaren Krankheit und begrenzter Lebenserwartung spezialisiert haben. Außer diesen Palliativmedizinern arbeiten mit dem Dienst aber auch heimische Hausärzte zusammen.

Anja Kussek war am Donnerstag zu Gast im Wilhelm-Langemann-Haus an der Mühlenbergstraße. Hier stellte sie – gemeinsam mit Einrichtungsleiterin Monika Besner und Pflegedienst-Leiterin Ingrid Papst – die Kooperation vor, welche die Senioreneinrichtung und der Palliativmedizinische Konsiliardienst vor einiger Zeit eingegangen sind. Mit dabei war an diesem Tag auch Karin Burk. Sie vertrat die ehrenamtliche Hospizgruppe Kierspe-Meinerzhagen, die ebenfalls in die Zusammenarbeit im Langemann-Haus einbezogen ist. Deren Ziel ist es, Schwerkranke in ihrer letzten Lebensphase zu begleiten. Besner, Kussek und Burk ergänzen sich dabei und decken im Langemann-Haus alle wichtigen Bereich ab, die bei der Versorgung von Sterbenskranken wichtig sind: Der pflegerische Part wird vom Team des Langemann-Hauses übernommen, die medizinische Hilfe koordiniert und leistet der Palliativmedizinischen Konsiliardienst, und Zeit für Gespräche, kleine Handreichungen und die Erfüllung von letzten Wünschen schenkt die ehrenamtliche Hospizgruppe. Bei der Betreuung der Angehörigen sind alle drei Institutionen „mit im Boot“.

Konsiliardienst und Hospizgruppe werden dabei auch ambulant bei Patienten zu Hause aktiv. Voraussetzung dafür ist allerdings die Mitarbeit des jeweiligen Hausarztes. „Dann entstehen für den Patienten auch keine Kosten. Und wir haben eine 24-Stunden-Rufbereitschaft“, erläutert Anja Kussek.

Im Langemann-Haus wird bald ein Vertrag die Zusammenarbeit mit der Hospizgruppe und dem Palliativmedizinischen Konsiliardienst regeln, die laut Monika Besner noch ausgeweitet werden soll. Das neue Hospiz- und Palliativgesetz von Gesundheitsminister Hermann Gröhe sieht die Kooperation von Einrichtungen wie dem Langemann-Haus und externen Gruppierungen vor. Kontrolliert wird das durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen. „Fachlich und konzeptionell haben wir das vorbereitet. Und auch unsere hauseigenen Fachkräfte und die Pflegehilfskräfte wurden entsprechend geschult. Dabei steht der Wunsch des Kranken für uns alle an erster Stelle. Das alles hat einen humanistischen Ansatz“, erläutert Monika Besner.

Ohne ehrenamtliche Mitarbeiter, die auch kostspielige Schulungen durchlaufen, wäre das alles für Hospizgruppe und Konsiliardienst nicht zu leisten. Und damit ergeben sich auch zwei Notwendigkeiten: Freiwillige für die Betreuung der Todkranken werden gesucht, Spenden für deren Schulungen sind ebenfalls enorm wichtig. Genau dabei hoffen die Helfer jetzt auf Unterstützung aus der heimischen Bevölkerung.

Wer spenden möchte, kann seinen Beitrag auf folgende Konten einzahlen: Palliativmedizinischer Konsiliardienst Lüdenscheid-Olpe, IBAN: DE69458510200085034411, BIC: WELADED1PLB (Vereinigte Sparkasse im Märkischen Kreis) oder Ehrenamtliche Hospizgruppe, IBAN: DE46458516650009007212, BIC: WELADED1KMZ (Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen.

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