Ehrenamtskarte ist Bares wert – aber unbeliebt

Immer in Bereitschaft, auch wenn es gerade nicht brennt. Die Freiwillige Feuerwehr ist für Meinerzhagen unverzichtbar. - Archivfoto: M.M. Finke

Meinerzhagen - 50 Prozent Ermäßigung bei der Saisonkarte für das Freibad und die Kleinschwimmhalle, 25 Prozent Nachlass auf die Kursgebühren bei der VHS, keine Ausleihgebühren in der Bücherei und Minigolf-Vergnügen für nur einen Euro. Das sind einige der Vorteile, die Inhaber der so genannten Ehrenamtskarte genießen.

Und dennoch: Die Nachfrage nach dem Ausweis, der von der Stadt ausgestellt wird, ist nicht gerade groß. Gerade einmal zehn noch gültige Ehrtenamtskarten wurden im Rathaus an der Bahnhofstraße ausgestellt.

Generell gilt: „Als grundlegende Voraussetzung für die Vergabe der Ehrenamtskarte gilt ein ehrenamtliches oder bürgerschaftliches Engagement von durchschnittlich wenigstens fünf Stunden pro Woche beziehungsweise 250 Stunden im Jahr – zum Beispiel in einem Verein, in einer sozialen Einrichtung oder freien Vereinigung.“ Das hat die nordrhein-westfälische Landesregierung so festgelegt, die bei diesem Projekt mit den Kommunen zusammenarbeitet. Schließlich werde das Ehrenamt in den Städten und Gemeinden ausgeübt, heißt es aus Düsseldorf.

Heinz Gerd Maikranz, in Meinerzhagen Fachbereichsleiter „Soziales“, weiß um die Vorteile der Karte auf der einen und die geringe Nachfrage auf der anderen Seite. „Ich persönlich würde sie mir geben lassen. Das schadet doch nichts, wenn ich die Voraussetzungen erfülle.“ Der städtische Bedienstete rät den ehrenamtlich stark eingebundenen Volmestädtern deshalb, die Karte zu beantragen: „Beispielsweise Fußballtrainern, die erbringen die erforderliche Stundenzahl doch regelmäßig.“

Das tun eigentlich auch Feuerwehrleute – doch sie kommen nicht in den Genuss der Vergünstigungen. Stadtbrandinspektor Ulrich Blumenrath beklagt in diesem Zusammenhang: „Wir haben 365 Tage im Jahr jeweils rund um die Uhr Bereitschaft – aber diese Zeiten zählen nicht. Und auf fünf Wochenstunden außerhalb der Bereitschaft kommen wir in Meinerzhagen nicht. Von uns ist also niemand im Besitz der Ehrenamtskarte.“

Im Arbeitskreis Flüchtlinge sieht es laut Susanne Berndt ähnlich aus. 35 bis 40 Meinerzhagener leisten hier zwar unverzichtbare Arbeit und das durchaus auch an mehr als fünf Stunden in der Woche, eine Ehrenamtskarte hat laut Berndt aber auch hier niemand. „Wir wollen den Menschen helfen und haben deshalb unsere eigenen Vorteile wohl nicht so im Fokus“, sieht die Sprecherin des Arbeitskreises einen Grund für das fehlende Interesse. Außerdem sei ihr auch nicht bekannt, dass die Ehrenamtskarte offensiv beworben worden sei. „Aber bei unseren Treffen könnten wir natürlich einmal darüber sprechen – warum nicht?“.

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