Der Zauberwald liegt an der Lister

Regine Rottwinkel ist Initiatorin, Anne Tack eine der Künstlerinnen, die das Projekt gestalten.

MEINERZHAGEN Ein wahrhaft verwunschener Pfad zieht seit einiger Zeit die Aufmerksamkeit vieler Naturfreunde auf sich. Der Eingang zu diesem zauberhaften Territorium befindet sich nur wenige Meter hinter dem Gasthof Kalberschnacke an der Listertalsperre. 

Hier weist ein Schild mit der Aufschrift „KulTour“ Besuchern den Weg. Wer sich auf den sieben Kilometer langen Rundweg begibt, findet an Bäumen und Sträuchern, im dichten Dickicht oder in einem kleinen Bachlauf kleine und größere Kunstwerke.

Ein über und über mit Moos bewachsener Stuhl fügt sich wie selbstverständlich in die wild wuchernde Natur ein. In einem Bachlauf liegen „Steinfische“. Einige Wanderminuten weiter entdeckt der aufmerksame Beobachter einen merkwürdigen Garderobenständer, der den Besucher Glauben macht, er befinde sich mitten in einem Zauberwald. Man muss schon ganz genau hinsehen, um all die kleinen witzigen Details zu entdecken: Ein Baum mit himmelblauen Augen, ein Schwarm Wäscheklammern, der in den Ästen „sitzt“ oder einige Strohballen, die auf dürren Stabbeinen durch den Wald zu staksen scheinen.

Bäume haben Augen

Vieles lässt den Betrachter schmunzeln, anderes ist einfach nur zauberhaft schön. An Weggabelungen geben so genannte „Wegbegleiter“ die Richtung vor. Das sind märchenhaft anmutende Säulen aus Naturmaterialien.

30 Objekte auf sieben Kilometern

Als die Initiatorin des KulTour-Projekts, Regine Rottwinkel, 2007 einige kreative Frauen für ihre Idee gewinnen konnte, da ahnte sie nicht, welche Lawine sie damit lostreten würde. „Wir haben einfach mal drauflos gewerkelt, ohne das an die große Glocke zu hängen,“ erzählt die Leiterin des Drolshagener Stadtmarketingvereins schmunzelnd. Natürlich mussten zuerst die Förster und Waldbesitzer gefragt werden. Als die ihr Ok gaben, legte das zwölfköpfige Kreativteam los. „Plötzlich wurden immer mehr Leute auf unsere Arbeit aufmerksam.

Genaues hinsehen gefordert

Der KulTour-Pfad ist mittlerweile ein riesiger Erfolg,“ so Rottwinkel. „Einige haben uns erzählt, dass sogar die Kinder jetzt gerne spazieren gehen, weil sie hier überall Spannendes entdecken können“, ergänzt ihre Künstler-Kollegin Anne Tack. Derzeit zieren rund dreißig Objekte den Rundweg, und ständig kommen neue hinzu. „Dass die Natur nach einiger Zeit mit den Kunstwerken verwächst, ist so gewollt,“ erklärt Rottwinkel, die neben ihrer Arbeit als Leiterin des Stadtmarketingvereins auch Malworkshops anbietet.

Kultur-Pfad

Die Idee für den KulTour-Pfad kam ihr, als sie sich mit der „Landart“ des Künstlers Andy Goldsworthy beschäftigte, der als einer der wichtigsten Vertreter der Natur-Kunst gilt.

Weitere Infos zum KulTour-Rundweg finden Interessierte auch auf einem Flyer, der am Kiosk in der Kalberschnacke ausliegt oder auf der Internetseite http://www.drolshagen-marketing.de unter dem Stichwort „LandArt“.

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