Osterfeuer fordern Veranstalter teilweise doppelt

Brauchtum und Einsatzalarm - So waren die zahlreichen Osterfeuer in Meinerzhagen

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Auch in Wiebelsaat brannte ein Osterfeuer.

Meinerzhagen – Auch in diesem Jahr brannten am Osterwochenende wieder zahlreiche Feuer in Meinerzhagen.

Dabei waren am Karsamstag viele fleißige Helfer gefordert. Gerade für die Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr bedeutete das allerdings doppelte Arbeit.

Schützenplatz

Morgens die technische Hilfeleistung beim Verkehrsunfall, nachmittags ein Heckenbrand und gegen 18 Uhr noch ein Böschungsbrand: Beim Löschzug Stadtmitte trat am Samstag das eigene Osterfeuer auf dem Schützenplatz anfangs ein wenig in den Hintergrund. „Wir haben dank des großen Einsatzes unserer Aktiven doch noch alles rechtzeitig fertig bekommen“, freute sich der stellvertretende Löschzugführer Matthias Dresp.

Belohnt wurde der Eifer mit einem gewohnt guten Besuch des traditionellen Einstiegs in die Ostertage. Bei Einbruch der Dämmerung wurde der große Haufen aus Holz und Reisig fachmännisch in Brand gesteckt. Im Vergleich zu den nassen Vorjahren spielte dieses Mal das Wetter mit. Schnell gingen selbst die neugierigsten Gäste deutlich auf Abstand, denn die Hitze war groß.

Dichtes Gedränge herrschte etwas abseits des Feuers an den Getränke- und Verpflegungsständen. Dort boten die Mitglieder der Wehr bis spät in den Abend deftige Kost für ein gemütliches Beisammensein. „Für uns ist es ein gutes Gefühl, dass die Bevölkerung ein so großes Interesse an diesem Osterfeuer zeigt“, dankte Matthias Dresp für den guten Besuch. Der bei der Bewirtung erzielte Erlös komme zu 100 Prozent der Arbeit der Feuerwehr und damit am Ende allen Bürgern zugute.

Wiebelsaat

So hielten es auch die Männer der Löschgruppe Lengelscheid bei ihrem Osterfeuer auf dem Bolzplatz in Wiebelsaat, Die Veranstaltung hat sich zu einem gemütlichen Nachbarschaftstreff entwickelt. Bei fast sommerlicher Temperatur war der Andrang aus dem Dorf sowie aus den umliegenden Ortschaften zwischen Neuebrücke und Drögenpütt groß.

Unter Leitung des stellvertretenden Löschzugführers Andre Seuthe und des Lengelscheider Einheitsführers Oliver Schröder hatten die Aktiven der Löschgruppe für das 46. Osterfeuer den ganzen Samstag über einen mächtigen Holzhaufen aufgeschichtet. Angesichts der trockenen Tage und des nahen Waldes war eine besondere Form des Brandschutzes nötig. Das Gelände rund um die Feuerfläche wurde vorab intensiv gewässert.

Während das Anzünden in den nassen Vorjahren viel Geduld erfordert hatte, ging am Samstagabend alles blitzschnell. In kürzester Zeit loderten die Flammen meterhoch. Bis spät in den Abend war auf dem Gelände dann für wohlige Wärme gesorgt. Verpflegt mit Getränken, Bratwurst, Fritten und bunten Ostereiern, saßen und standen Jung und Alt noch lange zusammen.

Die Wehrleute nutzten die Veranstaltung, um schon auf das Fest zum 125-jährigen Bestehen der Feuerwehr Lengelscheid hinzuweisen. Gefeiert wird am 24. und 25. August im und am Feuerwehrgerätehaus. Beginn ist mit einem unterhaltsamen Festabend, bei dem ein DJ für die passende Musik sorgt. Am Sonntagmorgen ab 11 Uhr geht es mit einem Frühschoppen weiter. Alle Bürger sind bei diesem großen Jubiläum herzlich zur Teilnahme eingeladen.

Eseloh

Die Freundesgruppe besucht schon seit mehreren Jahren das Eseloher Osterfest, welches sie gleichzeitig als Anlass für ein Klassentreffen nutzen.

Das morgendliche Aufbauen, eine traditionelle Erbsensuppe zu Mittag und ein Osterfeuer am Abend – ein typischer Karsamstag in Eseloh. Auch dieses Jahr wurde auf einer Anhöhe in der Nähe des Dorfes mit einem Feuer der Winter verabschiedet und der Frühling begrüßt. Schon am Vormittag treffen sich die Männer aus Eseloh zum Aufbauen. Dabei gilt: Jeder, der einen Trecker hat, nimmt ihn mit. Aufgebaut wird das Osterfeuer nach einem bestimmten System. Mit Hilfe von Tunneln, die mit dünnem Holz und Pappe gefüllt werden, soll das Osterfeuer auch von innen gut brennen. Außerdem kann je nach Windrichtung das Feuer von mehreren Seiten angezündet werden – ganz ohne Benzin.

Nach getaner Arbeit versammelt sich das Dorf am Mittag zum Essen einer Erbsensuppe, welche von einigen Frauen zubereitet wurde. Gegen Einbruch der Dunkelheit endet der Samstag mit einem gemütlichen Beisammensein am Osterfeuer bis spät in die Nacht. Das Zelebrieren des Festes dient unter anderem dazu, die Dorfgemeinschaft zu fördern.

Auch die nächste Veranstaltung, das Aufstellen und Schmücken des Maibaums am 1. Mai, veranlasst ein Zusammensein der Dorfbewohner. Beim diesjährigen Osterfeuer sorgte allerdings ein Anruf bei der Feuerwehr für Aufsehen, der fast einen Einsatz auslöste. Alarmiert wurde die Feuerwehr, weil jemand einen Flammenschein gesehen hatte. Es stellte sich heraus, dass es das Osterfeuer in Eseloh war und die Einsatzkräfte des Löschzuges Haustadt mussten nicht ausrücken.

Hunswinkel

Ein wieder eingeführter Brauch und ein engagierter Schützenverein machen es möglich – ein Osterfest für Jung und Alt. Am Sonntag wurde auch in Hunswinkel auf dem Gelände des Schützenvereins Zur Listertalsperre mit einem Osterfeuer Abschied von der kalten Jahreszeit genommen. „Wir waren eins der ersten Osterfeuer in der Region. Das Brauchtum wurde hier erst in den 1970er-Jahren eingeführt und wird seitdem jedes Jahr kontinuierlich gefeiert. Früher war die Feuerwehr der Veranstalter. Der Schützenverein Zur Listertalsperre hat die Organisation erst ab dem Jahr 2000 übernommen und in diesem Jahr auch mit Unterstützung des Prinzenclubs“, erzählt der Schützenoberst Holger Körby.

Viele Helfer haben tatkräftig mitgeholfen.

Besucher der Veranstaltung waren hauptsächlich Touristen und Anwohner der benachbarten Dörfer, die bereits gegen 19 Uhr auf dem Gelände eintrafen. Das Feuer wurde gegen 21 Uhr entzündet.

In der Listerhalle präsentierte DJ Handrixxs einen ausgelassenen Partymix. Für eine ausgiebige Verpflegung mit Getränken und Speisen war ebenfalls gesorgt und sogar für die kleinen Besucher gab es ein Programm. „Dieses Jahr findet die zweite Auflage der Eierfeier statt. Dies soll eine Alternative zum Osterfeuer sein und besteht aus einem Programm für die Jüngeren“, erklärt Yannick Kristen, 1. Vorsitzender des Prinzenclubs.

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