„Youth Culture“ auch in neunter Auflage spannend

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Auch leise Töne, wie sie Corinna mit der Akustikgitarre vortrug, gehörten zum musikalischen Spektrum. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Nicht nur wummernde Bässe und treibende Beats waren in diesem Jahr bei „Youth Culture“ zu hören. Es war auch Platz für leise Töne. Zum neunten Mal war das evangelische Jugendheim am Freitagabend ein Forum für junge Nachwuchstalente aus dem Märkischen Kreis, aber auch aus Gummersbach und sogar Aachen.

Wie immer wurde die Veranstaltung von der Jugendarbeit des Kreises initiiert und in Zusammenarbeit mit dem Meinerzhagener Jugendzentrum und dem Jugendcafé „Kairos“ organisiert. 20 freiwillige Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. Durch das Programm führte in diesem Jahr Lorena De Marco.

In 15 Acts zeigten die Jugendlichen ihre Talente im Singen, Tanzen und Musizieren. Viele waren bereits zum wiederholten Mal dabei. Der Schwerpunkt lag in diesem Jahr beim Tanz. Acht Gruppen hatten eine Choreografie erarbeitet und einstudiert. Besonderen Applaus erntete die Iserlohner Gruppe J.A.M. für ihren akrobatischen Streetdance.

Das musikalische Spektrum reichte vom Sologesang zur Akustikgitarre über Rock und Pop bis zum Rap, mit dem SK featuring Sixty One aus Meinerzhagen ein „Heimspiel“ feiern konnten. Coversongs bekannter Künstler wurden von einigen Gruppen und Solisten interpretiert, aber auch zahlreiche selbstgeschriebene Texte wurden vorgetragen.

Besonders das Duo „A-Trai & Jules“ aus Lüdenscheid konnte mit tiefgründigen Rapsongs begeistern. Die Texte wurden alle von Alexander Clever aus Lüdenscheid geschrieben, der in Julia Holtkamp eine ideale Partnerin gefunden hat, die mit glasklarer Stimme melodiöse Passagen als Gegenpol zum harten Rap setzte. In seinem Song „Realität“ thematisiert Clever kriegerische Auseinandersetzungen auf der ganzen Welt, nennt die Politiker als „Fädenzieher“ für das dadurch entstandene Leid, die Gier nach Geld als wahre Ursache hinter allen vorgeschobenen Gründen.

„Ich durchlebe all´ die Leiden, fühl´ sie im Herzen und geb´ sie in Zeilen,“ rapt Clever und zeichnet in weiteren Liedern das trostlose Bild der Drogenszene in „Junkiescheid“ mit Missbrauch, Selbstverletzung und Verrat. Schonungslos geht er mit eigenen Fehlern ins Gericht und plädiert leidenschaftlich für Freundschaft und Liebe. Mit einem Soloauftritt dankte er allen „Leuten, die immer für mich da waren“, aber auch den Neidern und „falschen Brüdern“, die ihm trotz allem geholfen haben, einen anderen Weg, seinen Weg zu finden und zu gehen. ▪ luka

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