Würdigung eines echten „Urgesteins“

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Helmut Benninghaus durfte von seinen UWG-Freunden ein „Flachgeschenk“ entgegen nehmen. ▪

MEINERZHAGEN ▪ „Niemals geht man so ganz...“ – diese Textzeile aus einem Abschiedslied von Trude Herr kennzeichnet wohl treffend die Stimmung der abendliche Runde im Haus Hahnenbecke.

Dort richtete die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) Meinerzhagen ihrem seit der Gründung 1975 amtierenden Vorsitzenden Helmut Benninghaus am Montag anlässlich seines 70. Geburtstages einen Empfang in gemütlicher Runde und mit rustikalem Buffet aus. Neben der vollständig versammelten erweiterten Fraktionsrunde der Unabhängigen waren dazu auch Gäste aus der Nachbarstadt Kierspe und von der Kreis-UWG erschienen.

„Ein Ur-Westfale wird 70“, stellte der Fraktionsvorsitzende Raimo Benger in seiner Laudatio fest und würdigte einen Mann, „der unsere Stadt durch seinen langjährigen kommunalpolitischen Einsatz maßgeblich mit geprägt hat“.

Geradlinig, verlässlich, dazu auch mit dem in der Kommunalpolitik mitunter durchaus hilfreichen westfälischen Dickschädel ausgestattet, so habe man Helmut Benninghaus kennen und schätzen gelernt.

Raimo Benger zitierte aus dem 1868 in Iserlohn entstandenen Westfalenlied von Emil Rittershaus die folgenden, durchaus auch den Jubilar kennzeichnenden Verszeilen: „ Wir haben keine süßen Reben und schöner Worte Überfluss. Und haben nicht so bald für jeden den Brudergruß und Bruderkuss. Wenn Du uns willst willkommen sein, so schau auf's Herz, nicht auf den Schein. Und sieh uns grad hinein ins Aug'. Gradaus, das ist Westfalenbrauch!“

Raimo Benger erinnerte an die Motivation, die Mitte der 70er Jahre auch in Meinerzhagen zur Gründung einer überparteilichen Bürgerbewegung geführt habe. „Auch Helmut Benninghaus wollte nicht, dass in Meinerzhagen nur mit dem Abbruchhammer sogenannte Innenstadtsanierung betrieben wurde. Er hat sich eingemischt und hat sich eingebracht.“ Als einen besonderen Schwerpunkt der nunmehr über 30-jährigen kommunalpolitischen Tätigkeit kennzeichnete Benger den engagierten Einsatz um die Städtepartnerschaften und hier insbesondere um die Aussöhnung und freundschaftliche Verständigung mit Niederländern und Franzosen.

Dass er nun aus freiem Entschluss sein Ratsmandat niederlege, sei eine Entscheidung, die man mit Respekt, aber auch mit großem Bedauern zur Kenntnis nehme. Gleichwohl gehe es, so betonte der Fraktionsvorsitzende, heute nicht um einen Abschied – „denn Helmut Benninghaus bleibt uns mit all seiner Erfahrung ja immerhin noch als Vorsitzender unserer unabhängigen Wählergemeinschaft in Meinerzhagen erhalten und somit auch verbunden bleiben.“

Für die Kreis-UWG gratulierte deren Fraktionssprecher im Kreistag, Walter Gertischke aus Hemer. Er dankte für die stets konstruktive und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Meinerzhagener UWG und ihrem Vorsitzenden Helmut Benninghaus.

Nachbarschaftliche Verbundenheit brachte Dieter Grafe von der Kiersper UWG zum Ausdruck, der in Begleitung der Fraktionsmitglieder Marlen Vedder und Kirstine Weiland „sehr gern“ dieser Einladung gefolgt sei, wie er betonte. Dieter Grafe drückte sein Bedauern darüber aus, dass mit Helmut Benninghaus ein so erfahrener und verdienstvoller Kommunalpolitiker und seine aktive Ratstätigkeit beende. „Das ist sicherlich auch schade für Meinerzhagen“, aber erfreulich für die UWG bleibe, dass Helmut Benninghaus zumindest noch für eine geraume Zeit weiter an der Vorstandsspitze stehen werde.

Helmut Benninghaus, der über den ganzen Tag hinweg zahlreiche Glückwünsche zu seinem Ehrentag hatte entgegen nehmen konnte, zeigte sich in seiner Dankesrede berührt von der erfahrenen Wertschätzung. Er bekannte, dass der Rückzug von der Ratstätigkeit ihm nicht leicht gefallen sei. „Aber irgendwann muss Schluss sein, und man sollte aufhören, bevor es einem andere nahe legen“, meinte er. Dankbar sei er seiner Frau Ute, die sein mit Verzicht und Einschränkungen im Familien- und Privatleben verbundenes kommunalpolitisches Engagement über einen so langen Zeitraum toleriert habe.

Der offizielle Dank der Stadt Meinerzhagen, verbunden mit einer herausgehobenen Ehrung für die lange Ratstätigkeit, ist für die letzte Ratssitzung des Jahres im Dezember vorgesehen. Helmut Benninghaus wird dann den bislang erst zwölfmal verliehenen Ehrenring der Stadt erhalten.

Die Nachfolgerin von Helmut Benninghaus in der UWG-Ratsfraktion wird mit Wirkung zum 1. September die 47-jährige Heidrun Fuchs. ▪ -fe

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